cam­bio-chan­ge, 2011

cam­bio-chan­ge, 2011
Instal­la­ti­on, Beklei­dung, Schu­he, Socken, Regen­schir­me, Kas­sen­zet­tel, Ver­pa­ckung, Klei­der­bü­gel, Dimen­sio­nen varia­bel,
Kunst­raum Uni­Credit München

Mit dem für die Aus­stel­lung zur Ver­fü­gung ste­hen­den Bud­get erwirbt Albert Coers ein Set grund­le­gen­der Gegen­stän­de (Jacke, Hose, Schu­he, Regen­schirm), die er bei der Eröff­nung trägt (Wert 400 €). Bei gleich­blei­ben­dem Aus­gangs­be­trag wer­den sie umge­tauscht gegen Waren glei­cher oder ver­wand­ter Pro­dukt­klas­sen, aber güns­ti­ge­ren Prei­ses und für eine wand­fül­len­den Instal­la­ti­on ver­wen­det. Am Ende steht wie­der das uni­ver­sa­le Tausch­mit­tel, zen­tral auch bei Ope­ra­tio­nen einer Bank, Geld.


Die Arbeit nimmt lose Bezug auf Arbei­ten von Tho­mas Huber, die zeit­wei­se par­al­lel im Kunst­raum gezeigt wur­den, und in denen die Idee des Kreis­laufs eben­falls eine Rol­le spielt.
Bestand­teil der Doku­men­ta­ti­on sind Foto­gra­fien sowie die erhal­te­nen Kas­sen­zet­tel.  Ein­kaufs­tü­ten sowie Klei­der­bü­gel, Kar­tons, Papie­re bekom­men als Relik­te aus dem Ein­kauf eine eige­ne Wer­tig­keit und wer­den sor­tiert und archi­viert.
Ein Aus­schnitt des Ablau­fes wird in den Kunst­kon­text gestellt: im Uni­Credit Kunst­raum wer­den die Objek­te gezeigt, der Begriff „Wech­sel­aus­stel­lung“ bekommt so einen neu­en Sinn.
Das Pro­jekt greift einen Ansatz von biblio­te­ca col­let­ti­va (2005) auf: es ging um den Pro­zeß der Aus­lei­he und die Ver­wen­dung des Aus­ge­lie­he­nen in einem vom Leih­ge­ber nicht vor­ge­se­he­nen Kontext.

Das Pro­jekt bezieht sich auf die Nähe des tem­po­rä­ren Kunst­rau­mes der uni­credit in Mün­chen zu Vik­tua­li­en­markt, Mari­en­platz, Kau­fin­ger­stra­ße mit zahl­rei­chen Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten. Gegen­stand ist der Wech­sel, die Ver­än­de­rung, der spe­zi­el­le, auf Waren bezo­ge­nen Vor­gang: „Umtausch“.
Die meis­ten Waren kön­nen umge­tauscht wer­den, was die Illu­si­on gren­zen­lo­ser Fle­xi­bi­li­tät erzeugt, ein ange­neh­mes Gefühl des Sich-Nicht-Fest­le­gens. Der Han­del bie­tet die­se Mög­lich­keit “aus Kulanz”, rech­net aber damit, daß sie nicht zu häu­fig in Anspruch genom­men wird, denn jeder Umtausch ist mit Umstän­den ver­bun­den.
Ziel des Pro­jekts ist, die Mög­lich­kei­ten des Umtau­sches aus­zu­lo­ten, dabei die Ver­spre­chung vom stän­dig mög­li­chen Wech­sel zu hin­ter­fra­gen und durch kon­se­quen­te Umset­zung ad absur­dum zu füh­ren. Gleich­zei­tig wird das Wert­ver­hält­nis von Waren, deren iden­ti­täts­stif­ten­der Funk­ti­on und die Bedeu­tung der Besitz­dau­er für das Ver­hält­nis zu den Din­gen thematisiert.

Cam­bio-Chan­ge, 2011

With the bud­get avail­ab­le for the exhi­bi­ti­on, Albert Coers purcha­ses a set of basic items (jacket, pants, shoes, umbrel­la), which he wears at the ope­ning (value 400 €). With the initi­al amount remai­ning the same, they are exch­an­ged for goods of the same or rela­ted pro­duct clas­ses, but of a che­a­per pri­ce, and used for a wall-sized instal­la­ti­on. At the end the­re is again the uni­ver­sal medi­um of exchan­ge, cen­tral also in ope­ra­ti­ons of a bank, money.

The work loo­se­ly refers to works by Tho­mas Huber, which were tem­pora­ri­ly shown in par­al­lel in the Kunst­raum, and in which the idea of the cycle also plays a role.
Com­pon­ents of the docu­men­ta­ti­on are pho­to­graphs as well as the pre­ser­ved sales slips.  Shop­ping bags as well as clothes han­gers, boxes, papers are given their own value as relics from shop­ping and are sor­ted and archi­ved.
An excerpt of the pro­cess is pla­ced in the con­text of art: the objects are shown in the Uni­Credit Kunst­raum, the term “tem­pora­ry exhi­bi­ti­on” thus acqui­res a new mea­ning.
The pro­ject takes up an approach from biblio­te­ca col­let­ti­va (2005): it was about the pro­cess of bor­ro­wing and the use of what is bor­ro­wed in a con­text not inten­ded by the lender..

The pro­ject refers to the pro­xi­mi­ty of the tem­pora­ry art space of uni­credit in Munich to Vik­tua­li­en­markt, Mari­en­platz, Kau­fin­ger­stra­ße with nume­rous shop­ping oppor­tu­nities. The sub­ject is the chan­ge, the chan­ge, the spe­cial pro­cess rela­ted to goods: “exchan­ge”.
Most goods can be exch­an­ged, which crea­tes the illu­si­on of limit­less fle­xi­bi­li­ty, a plea­sant fee­ling of not being fixed. Retailers offer this pos­si­bi­li­ty “as a ges­tu­re of good­will”, but reck­on that it will not be taken up too often, becau­se every exchan­ge is asso­cia­ted with cir­cum­s­tan­ces.
The aim of the pro­ject is to sound out the pos­si­bi­li­ties of exchan­ge, in the pro­cess ques­tio­ning the pro­mi­se of the con­stant­ly pos­si­ble chan­ge and lea­ding it ad absur­dum through con­sis­tent imple­men­ta­ti­on. At the same time, the value rela­ti­ons­hip of goods, their iden­ti­ty-crea­ting func­tion, and the signi­fi­can­ce of the dura­ti­on of pos­ses­si­on for the rela­ti­ons­hip to things are thematized.