Jour­nal, 2.–3.7. Lam­pug­na­ni, Leuch­ten, Literaturhaus

Die let­zen Tage stan­den im Zei­chen der Vor­stel­lung des Buchs zum Denk­mal für die Fami­lie Mann im Lite­ra­tur­haus.

2.7., Don­ners­tag

Lese im Hin­blick auf die Vor­stel­lung des Denk­mals im Buch von Vitto­rio Magna­go Lam­pug­na­ni „Bedeut­sa­me Belang­lo­sig­kei­ten“, Wagen­bach. Wur­de in der Aus­stel­lung auf der Zita­del­le Span­dau über Stra­ßen­na­men dar­auf auf­merk­sam, es lag dort aus. Lam­pug­na­ni beschäf­tigt sich typo­lo­gisch mit Ele­men­ten, die den öffent­li­chen Raum prä­gen, im Zwi­schen­be­reich von Archi­tek­tur, Stadt­raum. Archi­tek­tu­ren wie Kios­ke, Toi­let­ten, U‑Bahn-Ein­gän­ge, Tele­fon­zel­len fal­len dar­un­ter, aber auch Objek­te wie Denk­mä­ler Stra­ßen­be­leuch­tung, Stra­ßen­schil­der, was natür­lich für mich im Zusam­men­hang des Denk­mals für die Fami­lie Mann von beson­de­rem Inter­es­se ist, Uhren, Pol­ler … Schön, dass die­sen Din­gen Beach­tung geschenkt wird, gehört auch für mich zu den Objek­ten, die ich mir im Stadt­raum anschaue.

Inter­es­sant die design­kri­ti­schen Anmer­kun­gen, die aktu­el­le Stra­ßen­leuch­ten als zu nüchtern/funktional/gesichtslos sehen, als zu wenig spe­zi­fisch, um zu einer Iden­ti­fi­ka­ti­on mit einem Ort ein­zu­la­den. Sie sol­len eine „Zier­de“ sein. Das geht dann schon weg vom Cre­do der “rei­nen” Funk­tio­na­li­tät von Design und Architektur.

Und ein Zitat aus Fon­ta­nes „Stech­lin“: „Ein Stra­ßen­na­me – dau­ert län­ger als ein Denkmal“.

3.7., Frei­tag

Heu­te der gro­ße Tag der Prä­sen­ta­ti­on des Buches zum Denk­mal. Mache noch Lese­pro­ben, bin etwas ner­vös – obwohl ich das gar nicht sein bräuch­te. Als ich zum Sal­va­tor­platz kom­me, schal­te ich als ers­tes die Leuch­ten mit­tels Fern­be­die­nung an – um schon mal einen Akzent zu setzten.

Der Saal ist locker bestuhlt mit eini­gen Stuhl­rei­hen vor­ne, dann Grup­pen mit Stüh­len und Tischen – und auch ganz gut gefüllt. Man weiß hier schon aus Erfah­rung, wie vie­le Leu­te etwa kom­men. Da gibt es ein Stamm­pu­bli­kum. Und nach und nach füllt sich der Saal. Künst­ler, Samm­ler, Kol­le­gen, Rein­hard Grü­ner und Cor­ne­lia Göbel, Hubert Kret­schmer und Lisa Fuhr, Anne­gret Hoch, die ja bereits bei der Prä­sen­ta­ti­on im House of Com­mu­ni­ca­ti­on war, Chris­ti­na Maria Pfei­fer, Freun­de, dar­un­ter Micha­el Dax, Ines Gut­ier­rez und Tho­mas (Ines wird die Ver­an­stal­tung in ihrem Blog erwäh­nen), Ver­wand­te, Albrecht Busch, mit mei­ner Tan­te… Es wer­den etwa 60–70 Leu­te sein.

Micha­el Ott vom Kul­tur­re­fe­rat ist da, spricht ein Gruß­wort mit Sub­stanz, bei dem er auf den Film über Tho­mas Manns Rück­kehr nach Europa/Deutschland 1949 ver­weist, mit San­dra Hül­ler als Eri­ka Mann. Die Schil­de­rung zum „Making of“, anhand von Bil­dern aus dem Buch, geht dann als Dia-Show nach vor­her ein­ge­sand­ten Bil­dern recht schnell, aber es sind vie­le Leuch­ten, jede mit einer eige­nen Hintergrundgeschichte.

Lese dann nur eine Geschich­te aus dem Buch, die von der „epic jour­ney“ nach Los Ange­les. Passt aber ganz gut, exem­pla­risch. Und Vor­le­sen macht mir ja Spaß. Hol­ger Pils kommt der danach aufs Podi­um kommt und refe­riert über das Exil von Tho­mas Mann und sei­ner Fami­lie, im Gespräch mit Tan­ja Graf. Er ist wirk­lich ein Exper­te und glän­zen­der Vor­tra­gen­der. Die­ser Teil wird dann eher zur Literaturveranstaltung. 

Flo­ri­an Matz­ner macht Ein­wür­fe, z.B. zu Kunst im öffent­li­chem Raum und ihrem Publi­kum – und weist dann am Schluss noch­mal expli­zit aufs Buch hin.
Brin­ge alle mit­ge­brach­ten Exem­pla­re in Ver­kehr: Drei an Oli­ver Hart­mann, eines an Flo­ri­an Froe­se, der mir bei dem gan­zen Pro­jekt gehol­fen hat, dann an Edu­ard Kast­ner – bei dem ich ja wegen Drucks ange­fragt, das dann doch über Kerber/Kettler gemacht hat­te. Aber der über­wie­gen­de Teil — 15 Stück verkauft!

Noch etwas am Platz, Gesprä­che – schal­te die Leuch­ten erneut ein.

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