1 – 2 Mai 26, 16–20:00
KHBstudios
Nazarethkirchstr. 42, Berlin Wedding
9.4. Journal — Regensburg und Reiseführer
Vorbereitung für Fahrt nach Regensburg. Dafür in Karten und Reiseführern. Im Dehio, Süddeutschland, den ich von Albrecht Busch bekommen habe und der seinem Vater Karl Busch gehörte, dem Kunsthistoriker.
Für eine schnelle Übersicht greife ich zum Baedecker Deutschland, von 1996. Sehe, dass mein Vater mir ihn geschenkt hat, mit Widmung: “ ‘Heimat, wie bist du so schön!”
Idee: Ich könnte eine Monographie, einen Katalog, zugleich eine Art Autobiographie machen nach dem Modell eines Reiseführers. Er wäre nach Städten angelegt, diese nach dem ABC geordnet. Innerhalb der Städte sind es Institutionen, an denen A.C. ausgestellt hat, Orte, mit denen er in Beziehung steht, die er besucht hat …
Dieses Buch entspricht einem Ortsindex, wie man ihn manchmal als Anhang findet. Ergänzt werden könnte das Buch durch eine Personenindex; eine Adresskartei von Personen, mit denen AC in Verbindung steht/stand.
Notiere das im Notizbuch. Fotografiere es dann ab und füge den extrahierten Text in diesen Blog ein, auch weil ich neugierig bin, wie das funktioniert. Die automatische Texterkennung mixt noch Minden und Mostar hinzu — was ich wieder streiche. Und dann füge ich natürlich noch einige Städte ein. Es ergibt sich folgende Liste
Alexandria
Augsburg
Bamberg
Berlin
Bern
Carrara
Dillingen
Düsseldorf
Genua
Hermannstadt/Sibiu
Lauingen
München
New York
Paris
Pisa
Peking
Poznan
Regensburg
Rom
São Paolo
Schöppingen
St. Gallen
St. Petersburg
Venedig
Wien
Zug
Zürich
Journal 25.–26.3.26 — Alexander Kluge
Lese, dass Alexander Kluge verstorben ist — nur wenig später als Habermas. Und es gilt, was er über diesen geschrieben hat: Man habe das Gefühl, eine Epoche gehe zu Ende.
Ich kannte ihn nicht besonders gut, muss ich gestehen. Am ehesten vermittelt über die Interviews mit Thomas Demand, in dessen Katalogen, u.a. dem zur Ausstellung in der Serpentine Gallery, dem mit “Grotto” und den tollen Tapeten. Da war ich schon etwas neidisch auf dieses Hin- und Herspielen der Bälle zwischen den beiden, das Assoziieren, Hineingreifen in einen Fundus aus Gelesenem, Gesehenem, Gedachten.
In Venedig in der Fondazione Prada sah ich Jahre später, 2017, die Ausstellung von Demand, Kluge und Anna Viebrock. Die ging schon gut zusammen, eben in der Gesamtheit. Kluges Filme mit ihren bizarren Wortfiguren-Zwischentiteln-Typographien — ich fand sie interessant, mutig, indem sie sich jedem “Design” verweigerten — sehr eigenständig in ihren assoziativen Bild-Text-Ketten — aber auch irgendwie spröde. Beeindruckt war ich von der intellektuellen Spannweite, den zahlreichen Zusammenarbeiten — nicht nur mit Thomas Demand, mit Gerhard Richter, auch mit jüngeren meiner Generation, etwa mit Thomas Thiede. Da wurde ich etwas neidisch. Und bin jetzt, nach seinem Tod, immer wieder überrascht, wie weitausgreifend, vielfältig er war.
Kluges Buch “Pluriversum” bekam ich am Stand von @spectorbooks bei Super BOOKS, 2023. Ich freute mich, dass er persönlich anwesend war und es signierte — und dann auch zu meinem Stand kam, interessiert in Publikationen blätterte, auch zwei kaufte, worauf ich ganz stolz war. Er hatte in I SOLITI TITOLI die Collage ENCICLOPEDIALEXANDRINA gesehen- und gleich ein Gespräch über die Bibliothek von Alexandria angefangen — das wir leider nicht mehr fortgesetzt haben …
Journal, 15.1.–18.1.26 Begegnungen, Archive, Musterexemplar
15.1., Donnerstag
Abends zum Künstlergespräch mit Ingo Gerken in der Galerie Kuckei und Kuckei. In der U‑Bahn auf dem Weg dorthin bin ich so mit Instagram beschäftigt – oder etwas anderem, dass ich das Aussteigen in der Weinmeisterstr. verpasse und zu weit fahre – bis zum Alexanderplatz. Steige in die U‑Bahn in der Gegenrichtung – und treffe dort Peter Gregorio – den ich letztes Jahr in New York gesehen hatte! Was für ein Zufall! Ich liebe solche Begegnungen — das sind Highlights , die zeigen, dass die Welt zwar groß ist, aber es doch so viele Verknüpfungen, so viele Fäden gibt, dass hin und wieder eine davon bei Bewegung im Raum berührt wird.
Peter ist auch zu einer Eröffnung unterwegs, bei Eigen Art, unterwegs mit Jan Kage. Wir unterhalten uns weiter auf dem Weg, bis wir in verschiedene Richtungen abbiegen. Er erzählt mir von einer weiteren Eröffnung im „Schaufenster“ in Kreuzberg, von der ich auch schon gehört hatte, und wo er mit ausstellt, leider nicht mehr. Dort aber Peter Gregorios Namensvetter Peter Dobroschke und andere.
Das Gespräch mit Ingo Gerken: Er lässt sich Zeit bei den Antworten, macht Pausen, wird dann mit der Zeit flüssiger, man kann ihm beim Denken zusehen. Gut zu sehen, dass er noch nicht in Antwortroutinen steckt, auch wenn er seine Konzepte schon lange verfolgt. Über 200 Bibliosculptures gibt es inzwischen immerhin! Auf diese Ideen bin ich fast neidisch.
P.S. Als ich diese Notizen wiederlese, kommen sie mir ziemlich langweilig vor. Ging dort und dort hin, traf den und den … Da müsste mehr Reflexion hinein, Verbindung, Begründung, warum man das jetzt aufschreibt …
16.1., Freitag
Abends ins Lichtblick-Kino, Magazinvorstellung (eigentlich ein Buch) zum Thema „Post-Truth“. Beiträge stammen von Adreas Lang, dessen dokumentarische Foto- und Filmarbeiten mir gut gefallen. Eine Brücke, Sturm zieht auf, einfach draufgehalten. Dann von Andreas Koch, der animierte Filme zeigt, mit Wahrnehmung spielt; einer dänischen Künstlerin, dann, als Stargast gewissermaßen, Boris Eldagsen. Theoretisch ist er versiert, technisch brillant, keine Frage, keiner versteht die Mechanismen von AI so gut, kann so mit Prompts, verschiedenen Bildgeneratoren und Datenbanken umgehen. Die Arbeiten, die er zeigt, finde ich allerdings größtenteils furchtbar. Dieser Holocaust-NS-Porn, von ihm auch noch als solcher bezeichnet. Dieses Super-Ironische, über allem Stehende. Ich weiß nicht. Da hilft es auch nicht viel, dass er seine persönliche Verbindung zum NS-Thema über seinen Vater herstellt, der Weltkriegsteilnehmer war, und über die gefundenen Photoabzüge vom Dachboden. Dagegen die (bild)theoretischen Unterscheidungen zwischen Photographie und „Promtographie“ – das ist schon sehr gut.
17.1., Samstag
Einladung von Angelika Stepken, ihren Geburtstag nachzufeiern, im „Schleusenkrug“, nähe Bahnhof Zoo. E. hatte sie in Florenz als Direktorin der Villa Romana kennengelernt und u.a. das Projekt „Unmapping the Renaissance“ mit ihr gemacht; ich kam damals auch in die Villa Romana. Gebe ihr einen der Kataloge “RE:VISION” vom Kunstverein Tiergarten – und sie weiß gleich Bescheid über den Vorgang; die Gestaltung des Einbandes erinnert sie an den Band, den sie zum Jubiläum der Villa Romana gemacht hatte.
Gäste aus der Kunst- und Kulturszene Berlins, viele ehemalige Stipendiaten der Villa Romana, auch Villa Massimo. Lerne kennen und unterhalte mich ganz gut mit Nina Fischer und Maroan el Sani, Erich Göngrich, Veit Stratmann, Christoph Keller.
18.1. Sonntag
In der Akademie der Künste, letzter Tag der Ausstellung „out of the box“, in der die Akademie ihr eigenes Archiv in den Mittelpunkt stellt, mit künstlerischen Interventionen, u.a. von Ingo Gerken, der auch selbst anwesend ist. Die Malerrolle, die zu einer Litfasssäule wird, auf einem Foto von Klaus Staeck – das ist schon sehr gut. E. verabschiedet sich, fährt weiter.
Mit Ingo dann noch zu einer anderen Ausstellung, in der Lindenstraße, den Räumen neben der Galerie Nordenhake, zum Thema Sport, „Riskier alles“. Treffe dort Stefan Alber.
Wieder zurück in die Akademie der Künste. Dort Knut Ebeling – der mich auf das Echo zum Denkmal anspricht, und meint, die Arbeit werde ja heiß diskutiert – was aber im Prinzip gut sei. Der Besuch im Archiv auch insofern interessant, als die Gründungsgeschichte gleich mit dem Nachlass von Heinrich Mann beginnt; was den Berlin-Bezug von Heinrich ganz klar unterstreicht und auch plausibel macht, dass er beim Denkmal in München nicht auftaucht.
Gehe nochmal beim Container in der Turmstraße neben dem Kunstverein vorbei, wo die Exemplare von RE:VISION „lagern“. Ziehe 9 Exemplare heraus und verstaue sie in Tasche und Rucksack – viel mehr geht nicht. Im Café Arema, das an der Birkenstraße auf der Linie der U‑9 Richtung Osloer liegt, lasse ich zwei Exemplare im Regal, bei anderen Büchern.
Anfrage vom einBuch.haus wegen einer Teilnahme an der Ausstellung der Library of Artistic Print Demand mit MUSTEREXEMPLAR. Gleich setze ich mich hin und bestelle weitere Exemplare, die ich dann an das einBuch.haus schicken lasse. Andreas Bülhoff ist ganz angetan von der Idee. Richtiger Print on Demand!
Library of Artistic Print on Demand @einBuch.haus, Berlin
Journal 1.1.–8.1.2026; Bücher, Bibliotheken, Paul Auster
1.1.2026, Donnerstag
Sonnig, erste Fotos des Jahres aus dem Schlafzimmerfenster, Blick auf die Baumschatten drüben auf dem Dach und der Hauswand, und der Baum, der den Schatten wirft. Er steht mitten im Hof, von Häusern eingeschlossen, breitet seine Äste nach allen Richtungen aus, wird von der Morgensonne plastisch beleuchtet.
Nachmittags in der Villa Stuck. Die Malerei von Louise Giovanelli (Vorhänge, Szenen der Partykultur, Küsse, Konsumkultur ….) ganz fantastisch. Interessant, in den Räumen nur Malerei zu sehen, keine medial diverse Kunst. Bringt Ruhe hinein. Ruhe, die dem Thema zu widersprechen scheint.
Dann hinauf ins Obergeschoss, wo die Ausstellung über Bücher und Bibliotheken ist, an der ich mit einem Zitat an der Wand und der Begleitpublikation beteiligt bin.
Ziehe mehrere Bücher aus den Kartons, u.a. einen Katalog von Albert Weis. Es gibt auch mehrere noch eingeschweißte, u.a. einen von Heinz Butz, dessen Namen mir bekannt ist, dann von Rachel Whiteread … Packe sie aus, sehe hinein.
Irgendwie scheint mir aber das Konzept der Ausstellung nicht ganz aufzugehen. Besucher können in die Schachteln hineinschauen, ja, und Bücher herausnehmen, sie ablegen, wenn sie wollen ordnen. Aber zu erwarten, dass daraus eine neue Ordnung, eine Bibliothek entstehen würde? Eine Bibliothek ist eine komplexe, organisch gewachsene Ordnung, nach Prinzipien, die sich eine Person ausgedacht hat oder auf die man sich als Gruppe einigt und halbwegs konsequent umsetzt.
Diese Ordnung ist in dem Fall unklar. Oder, wo sie vorgegeben ist (Beschriftung der Schachteln nach Orten/Institutionen) traut man sich nicht, sie zu ändern. Positiv gesprochen: die Ausstellung weist genau auf diese Probleme hin.
Tee im Café der Archäologischen Staatssammlung. In die Schack-Galerie in der Prinzregentenstr. Bilder von Schwind, Feuerbach. Wieder ziemlich unglaublich, diese märchenhaft-verspielten Bilder, auch das Pathos. Dann aber auch wirklich gute Malerei, von Rottmann etwa, seine südlichen Landschaften, oder von Feuerbach, ein Blumenstilleben.
Idee für Projekt mit Folien der noch unausgepackten Bücher. Fange eine Mail an Sabine Schmid von der Villa Stuck an, als Vorschlag, schicke sie allerdings noch nicht ab. Es sind noch Feiertage, bin noch nicht so recht in Arbeitsstimmung.
2.1., Freitag.
Schneefall, windig. Laufen mit E., die wiederum die Initiative ergreift. Überwindung, nach draußen zu gehen, sich zu bewegen. Im Nachhinein immer richtig.
Beginne bzw. lese weiter in Paul Austers 4321. Hatte das (vor)letztes Jahr angefangen; es waren mir aber zu viele Namen, die Genealogie der Fergusons zu kompliziert. Jetzt freue ich mich noch einmal an der Genese des Namens, vom osteuropäisch-jiddischen über das vorgeschlagene amerikanische Rockefeller, der aber vergessen wird, gerade aber so, im Vergessen, zum neuen Namen wird, vom jiddischen „ich hob fargossn zu „Ferguson“.Hoffe, dass ich mich diesmal wieder besser konzentrieren kann.
Etwas am Mann-Buch. Werde die Blogeinträge bis zur Eröffnung aktualisieren müssen. Wie mit den Bildern umgehen? Vielleicht längere Bilderstrecken vorne, in der Mitte, hinten?
4.1. 2026, Sonntag
Mache eine Liste der Bücher, die sich neben meinem Bett türmen, die ich teilweise gelesen habe oder es noch vorhabe, stapelweise von oben nach unten:
Paul Auster: 4321
Rainer Maria Rilke: Gesammelte Gedichte
Michel Houellebecq: Rester vivant
John Berger: Steps Towards a Small Theory of the Visible
Anna Seghers: Ausgewählte Erzählungen
Four Gothic Novels (u.a. Mary Shelley: Frankenstein)
Jules Verne: La Jangada (aus Tournus)
Franz von Bayern: Zuschauer in der ersten Reihe
Maxim Biller: Mama Odessa (bei Dussmann gekauft)
Alexandre Dumas: Le Comte du Monte-Christo I
Paul Bourget: Sensations d’Italie (Buchladen Beaune)
Karl Schlögl: Das sowjetische Imperium
Alberto Manguel: Die Bibliothek bei Nacht
Herman Melville: Billy Budd and Other Stories
Paul Auster: Timbuktu
Karl Schlögl: American Matrix
Die Gegenwart: Deutschsprachige Erzähler der Jahrgänge 1900–1960
Oswald Wiener: die Verbesserung von Mitteleuropa
Ella Al-Shamahi: Der Handschlag
Juli Zeh: Unter Leuten
Albert von Schirnding: War ich das? Von Ankünften und Abschieden
Gaea Schroeters: Trophäe
Georges Simeon: Maigret et le clochard (Buchladen Beaune)
Jonathan Franzen: Purity
David Foster Wallace: A supposedly fun thing I’ll never do again
Sasa Stanisic: Wie der Soldat das Gramofon repariert
Daniel Defoe: Robinson Crusoe
Jonathan Franzen: How to be Alone
Paul Auster: 4321
Christian Kracht: 1979
Jorge Louis Borges: El Aleph
August Strindberg: Am offenen Meer
Steinbachs Naturführer Mineralien
Rudyard Kipling: The complete Stalky Stories
Millionär na podwale. Russischer Lernkrimi
Wolfgang Ullrich: Identifikation und Empowerment
Dirk Siepmann: Le Francais dans tous ses états
Gabriel Yoran: Die Verkrempelung der Welt
Erich Meier: Logbuch
Modern English Short Stories II
Rudyard Kipling: The Man Who Would Be King
Joseph Conrad: Youth. Heart of Darkness. The End of the Tether
The David Foster Wallace Reader
Tournier: Le goutte d’or
Bruno Blasselle: Histoire du livre
Pindar: Oden
Carsten Lisecki: Der Arbeitsaufenthalt als Beitrag zur Erholungsforschung
Peter Ade: Picasso, Kokoschka und all die anderen
Wolfgang Haas: Wackelkontakt
Portrait du vocabulaire francais (Larousse)
Jonathan Franzen: The Kraus Project
Langenscheids praktisches Lehrbuch Russisch
Hans Magnus Enzensberger: Arch, Europa!
Joseph Roth: Erzählungen.
Reinhold Messner: Gehe ich nicht, gehe ich kaputt
Dostojewski: Der Spieler
Dostojewski: Igrok (Reclam, Russisch)
Mo, 5.1.
Verzweifelte Versuche, den Regalraum für die Aufstellung von mehr Büchern zu optimieren. Ausräumen der Gläser, einige kommen gegenüber auf das Brett über der Küchenzeile, wo auch schon andere stehen. Dann verschieben der Bretter um einige Zentimeter, um Platz für ein weiteres Brett zu schaffen. Gelegenheit zum Blättern und Stöbern. Idee, einen Film mit Signaturen in Büchern zu machen.
6.1. Dienstag,
Am frühen Morgen Aufwachen, kann nicht mehr einschlafen. In Austers 4321 weiter. Verblüffender Zufall: Der Protagonist Ferguson veröffentlicht in einer selbst herausgegebenen Schülerzeitung einen Artikel zum Angriff auf Präsident Nixon in Caracas, Venezuela 1958 (Headline Fracas in Caracas). Und das genau zum Zeitpunkt des amerikanischen Eingreifens in Venezuela 2026! Tauche jetzt doch stark in den Roman ein. Bis zum Abend komme ich schon auf über 300 gelesene Seiten!
Als Nebeneffekt eine Reihe von Anregungen, u.a. Filme wie „Les Enfants du Paradise“.
Dafür blende ich die zu tuenden Dinge des alten und neuen Jahres aus, die sich schon wieder abzeichnen, die Termineinträge im Kalender, die E‑mails, in die ich heute gar nicht schaue. Soviel Zeit muss sein.
Der Zweifel des Jugendlichen Ferguson an der Existenz Gottes, der so viel Schlechtes in der Welt zulässt, und der Versuch, Gott auf die Probe zu stellen, durch bewusst schlechte Leistungen in der Schule, ein Zeichen von ihm zu bekommen, eine Art von Bestrafung. „Ontologic chicken“ hierfür die schöne Bezeichnung. Das kann ich nachvollziehen. Ähnliche Probleme und Fragen hatte ich als Jugendlicher, als 12-jähriger auch.
Allmählich komme ich hinter die erzählerische Struktur und Pointe: eine (Lebens)geschichte immer wieder neu zu erzählen, mit leichten Varianten. Es hätte auch anders kommen können. Wenn dieses oder jenes Ereignis nicht gewesen wäre ….
Die eingewebte Geschichte von den Two Pair of Shows. Könnte Auster tatsächlich als Jugendlicher geschrieben haben. Aber ob der Entschluss, Schriftsteller zu werden, wirklich schon mit 14 Jahren feststand? In einer anderen Version durch die Lektüre von „Crime and Punishment“ (Schuld und Sühne) beeinflusst.
