1 – 2 Mai 26, 16–20:00
KHBstudios
Nazarethkirchstr. 42, Berlin Wedding
9.4. Journal — Regensburg und Reiseführer
Vorbereitung für Fahrt nach Regensburg. Dafür in Karten und Reiseführern. Im Dehio, Süddeutschland, den ich von Albrecht Busch bekommen habe und der seinem Vater Karl Busch gehörte, dem Kunsthistoriker.
Für eine schnelle Übersicht greife ich zum Baedecker Deutschland, von 1996. Sehe, dass mein Vater mir ihn geschenkt hat, mit Widmung: “ ‘Heimat, wie bist du so schön!”
Idee: Ich könnte eine Monographie, einen Katalog, zugleich eine Art Autobiographie machen nach dem Modell eines Reiseführers. Er wäre nach Städten angelegt, diese nach dem ABC geordnet. Innerhalb der Städte sind es Institutionen, an denen A.C. ausgestellt hat, Orte, mit denen er in Beziehung steht, die er besucht hat …
Dieses Buch entspricht einem Ortsindex, wie man ihn manchmal als Anhang findet. Ergänzt werden könnte das Buch durch eine Personenindex; eine Adresskartei von Personen, mit denen AC in Verbindung steht/stand.
Notiere das im Notizbuch. Fotografiere es dann ab und füge den extrahierten Text in diesen Blog ein, auch weil ich neugierig bin, wie das funktioniert. Die automatische Texterkennung mixt noch Minden und Mostar hinzu — was ich wieder streiche. Und dann füge ich natürlich noch einige Städte ein. Es ergibt sich folgende Liste
Alexandria
Augsburg
Bamberg
Berlin
Bern
Carrara
Dillingen
Düsseldorf
Genua
Hermannstadt/Sibiu
Lauingen
München
New York
Paris
Pisa
Peking
Poznan
Regensburg
Rom
São Paolo
Schöppingen
St. Gallen
St. Petersburg
Venedig
Wien
Zug
Zürich
Journal 25.–26.3.26 — Alexander Kluge
Lese, dass Alexander Kluge verstorben ist — nur wenig später als Habermas. Und es gilt, was er über diesen geschrieben hat: Man habe das Gefühl, eine Epoche gehe zu Ende.
Ich kannte ihn nicht besonders gut, muss ich gestehen. Am ehesten vermittelt über die Interviews mit Thomas Demand, in dessen Katalogen, u.a. dem zur Ausstellung in der Serpentine Gallery, dem mit “Grotto” und den tollen Tapeten. Da war ich schon etwas neidisch auf dieses Hin- und Herspielen der Bälle zwischen den beiden, das Assoziieren, Hineingreifen in einen Fundus aus Gelesenem, Gesehenem, Gedachten.
In Venedig in der Fondazione Prada sah ich Jahre später, 2017, die Ausstellung von Demand, Kluge und Anna Viebrock. Die ging schon gut zusammen, eben in der Gesamtheit. Kluges Filme mit ihren bizarren Wortfiguren-Zwischentiteln-Typographien — ich fand sie interessant, mutig, indem sie sich jedem “Design” verweigerten — sehr eigenständig in ihren assoziativen Bild-Text-Ketten — aber auch irgendwie spröde. Beeindruckt war ich von der intellektuellen Spannweite, den zahlreichen Zusammenarbeiten — nicht nur mit Thomas Demand, mit Gerhard Richter, auch mit jüngeren meiner Generation, etwa mit Thomas Thiede. Da wurde ich etwas neidisch. Und bin jetzt, nach seinem Tod, immer wieder überrascht, wie weitausgreifend, vielfältig er war.
Kluges Buch “Pluriversum” bekam ich am Stand von @spectorbooks bei Super BOOKS, 2023. Ich freute mich, dass er persönlich anwesend war und es signierte — und dann auch zu meinem Stand kam, interessiert in Publikationen blätterte, auch zwei kaufte, worauf ich ganz stolz war. Er hatte in I SOLITI TITOLI die Collage ENCICLOPEDIALEXANDRINA gesehen- und gleich ein Gespräch über die Bibliothek von Alexandria angefangen — das wir leider nicht mehr fortgesetzt haben …
10.3.26 Journal — Venedig
Gegen fünf Uhr auf. Um sechs läutet der Wecker.
Trotz der Nacht Enthusiasmus über den anbrechenden Morgen.
Fahrt nach Venedig. Fahrt über den Brenner. Pension Seguso – angeblich hat John Ruskin hier gewohnt. Nähe Accademia und Vaporetto Zattere. Noch ganz im Stile d’Epoca. Doppeltüren, mit Butzenscheiben. Das Schlüsselbrett allein ist toll, eine Architektur für sich, mit den Fächern der Zimmer, in denen die Schlüssel hängen, an ihnen große ovale, an Fische erinnernde Anhänger, die gegen die Schlüssel schlagen und leise, glockenartig klirren, wenn man sie in die Hand nimmt.

Das Zimmer mit zwei Fenstern zum Kanal. Man hört nachts Boote aneinanderstoßen, Wellen, Schaukeln. Das hat etwas Beruhigendes.
Die Möbel historisch-venezianisch: ein riesiger Spiegelschrank mit einem muschelartigen Rahmen-Aufbau, der nach oben hin spitz zuläuft; anscheinend für das Zimmer gemacht, da die Spitze genau unter die Decke passt. Auch eine Architektur.
Überhaupt Spiegel überall: gegenüber dem Schrank, an der anderen Wand, ein weiterer, geschwungen, mit einem durchbrochenem barocken Gekröse, mit Spitzen und Voluten nach allen Seiten. Und an Längswand des Zimmers, zwischen den Fenstern, ein Tisch mit noch einem Spiegel. Zwischen diesen Spiegeln geht es hin und her. Das Bedürfnis, den Raum zu weiten, Dunkelheit und Enge zu vertreiben, das Licht hereinzuholen. Und Aufweis von Luxus. Venedig als Stadt der Spiegel. Das Wasser der Kanäle ebenfalls spiegelnd. Aber das hat Joseph Brodski wahrscheinlich auch schon notiert … Nicht schlimm, man kann Beobachtungen, Entdeckungen subjektiv neu machen, auch wenn sie objektiv gesehen so neu nicht sind.

In der Gesuati-Kirche, nebenan. Das gemetisch-optische Muster der eingelegten Steine im Boden. Erinnere mich, dass ich hier zu Corona-Zeiten Fotos gemacht hatte, von den Aufklebern auf den Sitzen, dass man sich dort hinzusetzen habe, dann im Heft „Sacred Distancing“ veröffentlicht.
Fresken von Tiepolo an der Decke; metallisch-graublau. Ganz eigen.
Libreria Bruno in der Nähe. Ein toller Laden für Kunstbücher, wo gleich zwei Publikationen ausgelegt sind, an denen ich beteiligt bin: Der große Band über die Library of Artistic Print on Demand, und der kleine dicke über die Aktivitäten von A‑Z in Berlin, wo ich 2021 die Ausstellung „Books to Do“ hatte. Freut mich, beides hier in Venedig wiederzusehen.

Kaufe ein Leporello-Buch von Pierfrancesco Celada: Counting Ships; Aufnahmen durch ein Fährenfenster in Hongkong. Erinnert mich an eigene Bilder, durch Fenster der Fähre New York ‑ Staten Island. Hier sehr konsequent verfolgt – und auf der Rückseite sind die Ausschnitte von Containerschiffen zu einem einzigen langen zusammengesetzt. Und ein Buch über Bücher „Against Coffe Table Books“ von Davide Tolfo.

Schlenker zu Madonna del Carmine. Dunkel. Schön. Gotischer Chor, nördl. Seitenaltar mit Gemälde von Cima da Conigliano.
Journal, 15.1.–18.1.26 Begegnungen, Archive, Musterexemplar
15.1., Donnerstag
Abends zum Künstlergespräch mit Ingo Gerken in der Galerie Kuckei und Kuckei. In der U‑Bahn auf dem Weg dorthin bin ich so mit Instagram beschäftigt – oder etwas anderem, dass ich das Aussteigen in der Weinmeisterstr. verpasse und zu weit fahre – bis zum Alexanderplatz. Steige in die U‑Bahn in der Gegenrichtung – und treffe dort Peter Gregorio – den ich letztes Jahr in New York gesehen hatte! Was für ein Zufall! Ich liebe solche Begegnungen — das sind Highlights , die zeigen, dass die Welt zwar groß ist, aber es doch so viele Verknüpfungen, so viele Fäden gibt, dass hin und wieder eine davon bei Bewegung im Raum berührt wird.
Peter ist auch zu einer Eröffnung unterwegs, bei Eigen Art, unterwegs mit Jan Kage. Wir unterhalten uns weiter auf dem Weg, bis wir in verschiedene Richtungen abbiegen. Er erzählt mir von einer weiteren Eröffnung im „Schaufenster“ in Kreuzberg, von der ich auch schon gehört hatte, und wo er mit ausstellt, leider nicht mehr. Dort aber Peter Gregorios Namensvetter Peter Dobroschke und andere.
Das Gespräch mit Ingo Gerken: Er lässt sich Zeit bei den Antworten, macht Pausen, wird dann mit der Zeit flüssiger, man kann ihm beim Denken zusehen. Gut zu sehen, dass er noch nicht in Antwortroutinen steckt, auch wenn er seine Konzepte schon lange verfolgt. Über 200 Bibliosculptures gibt es inzwischen immerhin! Auf diese Ideen bin ich fast neidisch.
P.S. Als ich diese Notizen wiederlese, kommen sie mir ziemlich langweilig vor. Ging dort und dort hin, traf den und den … Da müsste mehr Reflexion hinein, Verbindung, Begründung, warum man das jetzt aufschreibt …
16.1., Freitag
Abends ins Lichtblick-Kino, Magazinvorstellung (eigentlich ein Buch) zum Thema „Post-Truth“. Beiträge stammen von Adreas Lang, dessen dokumentarische Foto- und Filmarbeiten mir gut gefallen. Eine Brücke, Sturm zieht auf, einfach draufgehalten. Dann von Andreas Koch, der animierte Filme zeigt, mit Wahrnehmung spielt; einer dänischen Künstlerin, dann, als Stargast gewissermaßen, Boris Eldagsen. Theoretisch ist er versiert, technisch brillant, keine Frage, keiner versteht die Mechanismen von AI so gut, kann so mit Prompts, verschiedenen Bildgeneratoren und Datenbanken umgehen. Die Arbeiten, die er zeigt, finde ich allerdings größtenteils furchtbar. Dieser Holocaust-NS-Porn, von ihm auch noch als solcher bezeichnet. Dieses Super-Ironische, über allem Stehende. Ich weiß nicht. Da hilft es auch nicht viel, dass er seine persönliche Verbindung zum NS-Thema über seinen Vater herstellt, der Weltkriegsteilnehmer war, und über die gefundenen Photoabzüge vom Dachboden. Dagegen die (bild)theoretischen Unterscheidungen zwischen Photographie und „Promtographie“ – das ist schon sehr gut.
17.1., Samstag
Einladung von Angelika Stepken, ihren Geburtstag nachzufeiern, im „Schleusenkrug“, nähe Bahnhof Zoo. E. hatte sie in Florenz als Direktorin der Villa Romana kennengelernt und u.a. das Projekt „Unmapping the Renaissance“ mit ihr gemacht; ich kam damals auch in die Villa Romana. Gebe ihr einen der Kataloge “RE:VISION” vom Kunstverein Tiergarten – und sie weiß gleich Bescheid über den Vorgang; die Gestaltung des Einbandes erinnert sie an den Band, den sie zum Jubiläum der Villa Romana gemacht hatte.
Gäste aus der Kunst- und Kulturszene Berlins, viele ehemalige Stipendiaten der Villa Romana, auch Villa Massimo. Lerne kennen und unterhalte mich ganz gut mit Nina Fischer und Maroan el Sani, Erich Göngrich, Veit Stratmann, Christoph Keller.
18.1. Sonntag
In der Akademie der Künste, letzter Tag der Ausstellung „out of the box“, in der die Akademie ihr eigenes Archiv in den Mittelpunkt stellt, mit künstlerischen Interventionen, u.a. von Ingo Gerken, der auch selbst anwesend ist. Die Malerrolle, die zu einer Litfasssäule wird, auf einem Foto von Klaus Staeck – das ist schon sehr gut. E. verabschiedet sich, fährt weiter.
Mit Ingo dann noch zu einer anderen Ausstellung, in der Lindenstraße, den Räumen neben der Galerie Nordenhake, zum Thema Sport, „Riskier alles“. Treffe dort Stefan Alber.
Wieder zurück in die Akademie der Künste. Dort Knut Ebeling – der mich auf das Echo zum Denkmal anspricht, und meint, die Arbeit werde ja heiß diskutiert – was aber im Prinzip gut sei. Der Besuch im Archiv auch insofern interessant, als die Gründungsgeschichte gleich mit dem Nachlass von Heinrich Mann beginnt; was den Berlin-Bezug von Heinrich ganz klar unterstreicht und auch plausibel macht, dass er beim Denkmal in München nicht auftaucht.
Gehe nochmal beim Container in der Turmstraße neben dem Kunstverein vorbei, wo die Exemplare von RE:VISION „lagern“. Ziehe 9 Exemplare heraus und verstaue sie in Tasche und Rucksack – viel mehr geht nicht. Im Café Arema, das an der Birkenstraße auf der Linie der U‑9 Richtung Osloer liegt, lasse ich zwei Exemplare im Regal, bei anderen Büchern.
Anfrage vom einBuch.haus wegen einer Teilnahme an der Ausstellung der Library of Artistic Print Demand mit MUSTEREXEMPLAR. Gleich setze ich mich hin und bestelle weitere Exemplare, die ich dann an das einBuch.haus schicken lasse. Andreas Bülhoff ist ganz angetan von der Idee. Richtiger Print on Demand!
Journal 11.1.–14.1.2026; Ausräumen: Stroh, Kunstverein Tiergarten
11.1., Sonntag
Abholung des Pflastersteins vom Salvatorplatz, den ich als Multiple in einer Ausstellung gezeigt hatte, in der Galerie der Künstler. Gegen Mittag nach Freising, Wohnungsauflösung von Wilfried Stroh, meinem ehemaligen Lateinprofessor.
Zunächst den Domberg hinauf; beim Blick auf das Pflaster muss ich an die bemängelte Pflasterung am Salvatorplatz denken, das Denkmal lässt mich noch nicht los.
Der Dom. Die fantastische Konstruktion mit dem tieferliegenden Mittelraum, in den man nach der Eingangshalle hinuntersteigt. Drüben, am anderen Ende, wieder eine Treppe, die hinauf in den Chor führt. Darunter wieder eine Treppe, hinunter in die Krypta. Im Kreuzgang. Die Kälte kriecht von allen Seiten heran. Besser nicht zu lange stehenbleiben. Einige Frottagen, von Buchstaben „A“.
Zur Wohnung von Stroh, wo ich vor ca. 30 Jahren geholfen habe, Regale aufzubauen und Bücher einzuräumen, als ich Hilfskraft bei ihm war. Jetzt wird ausgeräumt; ein Besen ist in unten in die Tür geklemmt, um Interessenten den Zugang zu ermöglichen. Es sind doch viele da, die Bücher durchforsten, mitnehmen, in Taschen, Kartons, Rollkoffern, Rucksäcken. Insofern eine schöne Art der Anteilnahme und des Interesses. Einige kenne ich auch noch, „von früher.“ Aber gleichzeitig weiß ich, dass diese Phase doch schon lang vorbei ist; ein Flashback in ein vergangenes Leben.
Im ehemaligen Wohnzimmer ein Berg von leeren Aktenordnern; sein Nachlass ist an das Staatsarchiv gegangen. Insgesamt etwas traurige Veranstaltung – aber wieder die Erkenntnis: eine Bibliothek hat ihren Sinn zu Lebzeiten des Sammlers. Er hinterlässt aber Spuren, die für die Nachwelt spannend sein können: Namenseinträge, Unterstreichungen, Zeitungsartikel …
Die Bücher sind zum Teil diesselben, die mein Vater auch hat(te): Viel zu Musik; Literaturwissenschaft ist hier mit breiten Interessen verbunden, mit Philosophie, Psychologie.
Nehme einiges mit: Karteikarten mit Vokabeln, eine rororo-Monographie zu Lessing, Ferdinand de Saussures „Grundlagen der Allgemeinen Sprachwissenschaft“, Texte auf Französisch (Flaubert, „La Tentation de saint Antoine“, Huysmans, „La-bas“, André Gide, Les Caves du Vatican…), Strohs Geschichte der Rhetorik. Klingers „Römische Geisteswelt“. Darin materiell interessant ein offensichtlich als Einmerker eingelegtes zerknülltes Tempo-Taschentuch. Ein Vokabelheft, das mich an mein Englisch-Wörterheft erinnert, das ich abfotografiert und als Künstlerheft veröffentlicht hatte.
Schwer beladen ziehen wir von dannen.
12.1., Montag
Sehe wieder den schönen Druck des Fotos von Laura Pilar Delgado, mit den zwei Blüten, die zusammenhängen und siamesischen Zwillingen ähneln. Ich hatte sie beim einBuch.haus gekauft, im Rahmen der Aktion, bei der Künstler Drucke zum Verkauf einreichen, um dem einBuch.haus zu helfen, das von einem Wasserschaden betroffen ist. Poste sie.
Fahrt nach Berlin. Unterwegs in Austers 4321. Entdecke jetzt, dass bei manchen Kapiteln (z.B. 4.2., 5.2.,) nur die Nummern stehen, als systematische Kategorie. Doch ist die Seite sonst leer: Der Protagonist ist in dieser Variante bereits tot, in 2.2. von einem herabstürzenden Ast erschlagen. Freue mich über diese (späte) Entdeckung. Hatte es bisher einfach überblättert. Eindrücklich auch der Parisaufenthalt, mit den homosexuellen Avancen. Erinnert mich an die Fahrt nach Griechenland oder besser, die Rückfahrt von Griechenland, als ich trampend von einem Herren (König hieß er, glaube ich) mitgenommen und dann ins Hotel eingeladen wurde.
Komme gegen Mitternacht an. Matteo noch auf, er liest Gedichte von Kavafis, griechisch-italienisch, testo a fronte. Eine Hinterlassenschaft des Vormieters, Marco. Hinter den Leuten steckt doch mehr, als man vermutet. Ihre Sachen, ihre Bücher sprechen eine eigene Sprache. Nehme die deutsche Fassung von 4321 aus dem Regal und erzähle, dass ich das Buch gerade lese.
13.1., Dienstag
Wache gegen 7 Uhr auf; Undeutliches Bild einer Maschine vor Augen, eines Bauteils aus Metall mit senkrechten Streben, wie eine Heizung, mit glatter messingartiger Verkleidung. Es steht an einer Treppe; hat einige Kratzspuren, ist schon etwas älter. Auf einmal sagt eine Stimme, das sei ich — was mich erschreckt, ich wache auf. Vielleicht von den Auster-Geschichten beeinflusst?
Sitze in der Bruno-Lösche-Bibliothek. Abeilung Romane-Fantasy/Comics. Das Mann-Denkmal holt mich aber ein: Habe mir die Publikation zu einer Ausstellung in der U‑Bahn-Galerie München mitgenommen, die Klaus Bäumler vom Bezirksausschuss München Maxvorstadt geschickt hat. Setzte Antwort an ihn auf. Die Korrekturen der Lektorin vom Kerber-Verlag sind zurück.
14.1., Mittwoch
Schwarzer Tag heute.
Gleich zwei Zeitungen veröffentlichen Artikel, in denen das Fehlen von Heinrich Mann beim Denkmal bemängelt wird, die Abendzeitung und die FAZ. Sollte mich nicht ärgern, tut es aber doch.
Daneben ist das Ausräumen der Galerie Nord ziemlich unangenehm. Wieder so eine Haushaltsauflösung, ein Umzug. Erinnert mich sehr an die Situation letzen Sonntag, in Freising bei Wilfried Stroh. Sortiere überzählige Exemplare von Büchern, schaue, was noch Brauchbares da ist, was ich vielleicht selbst mitnehmen will und kann.
Mache eine schnelle Installation mit RE:VISION, den Katalogen zum 20-jährigen Jubiläum, die sich in Schachteln türmen. Es handelt sich um benutze Exemplare, die entsorgt werden sollen, etwa 50 Stück. Lege sie in einem Rechteck am Boden aus. Staple die leeren Schachteln übereinander. Versuche verschiedene Konstellationen. Gewisse Hilflosigkeit. Es muss alles recht schnell gehen, und es ist keine Atelier- oder Ausstellungssituation
Helfe dann mit, die Exemplare in den Papiercontainer zu tragen. Später werde ich nochmal vorbeikommen, wieder welche herausfischen. Ich ertrage das einfach nicht.
Library of Artistic Print on Demand @einBuch.haus, Berlin
Journal 1.1.–8.1.2026; Bücher, Bibliotheken, Paul Auster
1.1.2026, Donnerstag
Sonnig, erste Fotos des Jahres aus dem Schlafzimmerfenster, Blick auf die Baumschatten drüben auf dem Dach und der Hauswand, und der Baum, der den Schatten wirft. Er steht mitten im Hof, von Häusern eingeschlossen, breitet seine Äste nach allen Richtungen aus, wird von der Morgensonne plastisch beleuchtet.
Nachmittags in der Villa Stuck. Die Malerei von Louise Giovanelli (Vorhänge, Szenen der Partykultur, Küsse, Konsumkultur ….) ganz fantastisch. Interessant, in den Räumen nur Malerei zu sehen, keine medial diverse Kunst. Bringt Ruhe hinein. Ruhe, die dem Thema zu widersprechen scheint.
Dann hinauf ins Obergeschoss, wo die Ausstellung über Bücher und Bibliotheken ist, an der ich mit einem Zitat an der Wand und der Begleitpublikation beteiligt bin.
Ziehe mehrere Bücher aus den Kartons, u.a. einen Katalog von Albert Weis. Es gibt auch mehrere noch eingeschweißte, u.a. einen von Heinz Butz, dessen Namen mir bekannt ist, dann von Rachel Whiteread … Packe sie aus, sehe hinein.
Irgendwie scheint mir aber das Konzept der Ausstellung nicht ganz aufzugehen. Besucher können in die Schachteln hineinschauen, ja, und Bücher herausnehmen, sie ablegen, wenn sie wollen ordnen. Aber zu erwarten, dass daraus eine neue Ordnung, eine Bibliothek entstehen würde? Eine Bibliothek ist eine komplexe, organisch gewachsene Ordnung, nach Prinzipien, die sich eine Person ausgedacht hat oder auf die man sich als Gruppe einigt und halbwegs konsequent umsetzt.
Diese Ordnung ist in dem Fall unklar. Oder, wo sie vorgegeben ist (Beschriftung der Schachteln nach Orten/Institutionen) traut man sich nicht, sie zu ändern. Positiv gesprochen: die Ausstellung weist genau auf diese Probleme hin.
Tee im Café der Archäologischen Staatssammlung. In die Schack-Galerie in der Prinzregentenstr. Bilder von Schwind, Feuerbach. Wieder ziemlich unglaublich, diese märchenhaft-verspielten Bilder, auch das Pathos. Dann aber auch wirklich gute Malerei, von Rottmann etwa, seine südlichen Landschaften, oder von Feuerbach, ein Blumenstilleben.
Idee für Projekt mit Folien der noch unausgepackten Bücher. Fange eine Mail an Sabine Schmid von der Villa Stuck an, als Vorschlag, schicke sie allerdings noch nicht ab. Es sind noch Feiertage, bin noch nicht so recht in Arbeitsstimmung.
2.1., Freitag.
Schneefall, windig. Laufen mit E., die wiederum die Initiative ergreift. Überwindung, nach draußen zu gehen, sich zu bewegen. Im Nachhinein immer richtig.
Beginne bzw. lese weiter in Paul Austers 4321. Hatte das (vor)letztes Jahr angefangen; es waren mir aber zu viele Namen, die Genealogie der Fergusons zu kompliziert. Jetzt freue ich mich noch einmal an der Genese des Namens, vom osteuropäisch-jiddischen über das vorgeschlagene amerikanische Rockefeller, der aber vergessen wird, gerade aber so, im Vergessen, zum neuen Namen wird, vom jiddischen „ich hob fargossn zu „Ferguson“.Hoffe, dass ich mich diesmal wieder besser konzentrieren kann.
Etwas am Mann-Buch. Werde die Blogeinträge bis zur Eröffnung aktualisieren müssen. Wie mit den Bildern umgehen? Vielleicht längere Bilderstrecken vorne, in der Mitte, hinten?
4.1. 2026, Sonntag
Mache eine Liste der Bücher, die sich neben meinem Bett türmen, die ich teilweise gelesen habe oder es noch vorhabe, stapelweise von oben nach unten:
Paul Auster: 4321
Rainer Maria Rilke: Gesammelte Gedichte
Michel Houellebecq: Rester vivant
John Berger: Steps Towards a Small Theory of the Visible
Anna Seghers: Ausgewählte Erzählungen
Four Gothic Novels (u.a. Mary Shelley: Frankenstein)
Jules Verne: La Jangada (aus Tournus)
Franz von Bayern: Zuschauer in der ersten Reihe
Maxim Biller: Mama Odessa (bei Dussmann gekauft)
Alexandre Dumas: Le Comte du Monte-Christo I
Paul Bourget: Sensations d’Italie (Buchladen Beaune)
Karl Schlögl: Das sowjetische Imperium
Alberto Manguel: Die Bibliothek bei Nacht
Herman Melville: Billy Budd and Other Stories
Paul Auster: Timbuktu
Karl Schlögl: American Matrix
Die Gegenwart: Deutschsprachige Erzähler der Jahrgänge 1900–1960
Oswald Wiener: die Verbesserung von Mitteleuropa
Ella Al-Shamahi: Der Handschlag
Juli Zeh: Unter Leuten
Albert von Schirnding: War ich das? Von Ankünften und Abschieden
Gaea Schroeters: Trophäe
Georges Simeon: Maigret et le clochard (Buchladen Beaune)
Jonathan Franzen: Purity
David Foster Wallace: A supposedly fun thing I’ll never do again
Sasa Stanisic: Wie der Soldat das Gramofon repariert
Daniel Defoe: Robinson Crusoe
Jonathan Franzen: How to be Alone
Paul Auster: 4321
Christian Kracht: 1979
Jorge Louis Borges: El Aleph
August Strindberg: Am offenen Meer
Steinbachs Naturführer Mineralien
Rudyard Kipling: The complete Stalky Stories
Millionär na podwale. Russischer Lernkrimi
Wolfgang Ullrich: Identifikation und Empowerment
Dirk Siepmann: Le Francais dans tous ses états
Gabriel Yoran: Die Verkrempelung der Welt
Erich Meier: Logbuch
Modern English Short Stories II
Rudyard Kipling: The Man Who Would Be King
Joseph Conrad: Youth. Heart of Darkness. The End of the Tether
The David Foster Wallace Reader
Tournier: Le goutte d’or
Bruno Blasselle: Histoire du livre
Pindar: Oden
Carsten Lisecki: Der Arbeitsaufenthalt als Beitrag zur Erholungsforschung
Peter Ade: Picasso, Kokoschka und all die anderen
Wolfgang Haas: Wackelkontakt
Portrait du vocabulaire francais (Larousse)
Jonathan Franzen: The Kraus Project
Langenscheids praktisches Lehrbuch Russisch
Hans Magnus Enzensberger: Arch, Europa!
Joseph Roth: Erzählungen.
Reinhold Messner: Gehe ich nicht, gehe ich kaputt
Dostojewski: Der Spieler
Dostojewski: Igrok (Reclam, Russisch)
Mo, 5.1.
Verzweifelte Versuche, den Regalraum für die Aufstellung von mehr Büchern zu optimieren. Ausräumen der Gläser, einige kommen gegenüber auf das Brett über der Küchenzeile, wo auch schon andere stehen. Dann verschieben der Bretter um einige Zentimeter, um Platz für ein weiteres Brett zu schaffen. Gelegenheit zum Blättern und Stöbern. Idee, einen Film mit Signaturen in Büchern zu machen.
6.1. Dienstag,
Am frühen Morgen Aufwachen, kann nicht mehr einschlafen. In Austers 4321 weiter. Verblüffender Zufall: Der Protagonist Ferguson veröffentlicht in einer selbst herausgegebenen Schülerzeitung einen Artikel zum Angriff auf Präsident Nixon in Caracas, Venezuela 1958 (Headline Fracas in Caracas). Und das genau zum Zeitpunkt des amerikanischen Eingreifens in Venezuela 2026! Tauche jetzt doch stark in den Roman ein. Bis zum Abend komme ich schon auf über 300 gelesene Seiten!
Als Nebeneffekt eine Reihe von Anregungen, u.a. Filme wie „Les Enfants du Paradise“.
Dafür blende ich die zu tuenden Dinge des alten und neuen Jahres aus, die sich schon wieder abzeichnen, die Termineinträge im Kalender, die E‑mails, in die ich heute gar nicht schaue. Soviel Zeit muss sein.
Der Zweifel des Jugendlichen Ferguson an der Existenz Gottes, der so viel Schlechtes in der Welt zulässt, und der Versuch, Gott auf die Probe zu stellen, durch bewusst schlechte Leistungen in der Schule, ein Zeichen von ihm zu bekommen, eine Art von Bestrafung. „Ontologic chicken“ hierfür die schöne Bezeichnung. Das kann ich nachvollziehen. Ähnliche Probleme und Fragen hatte ich als Jugendlicher, als 12-jähriger auch.
Allmählich komme ich hinter die erzählerische Struktur und Pointe: eine (Lebens)geschichte immer wieder neu zu erzählen, mit leichten Varianten. Es hätte auch anders kommen können. Wenn dieses oder jenes Ereignis nicht gewesen wäre ….
Die eingewebte Geschichte von den Two Pair of Shows. Könnte Auster tatsächlich als Jugendlicher geschrieben haben. Aber ob der Entschluss, Schriftsteller zu werden, wirklich schon mit 14 Jahren feststand? In einer anderen Version durch die Lektüre von „Crime and Punishment“ (Schuld und Sühne) beeinflusst.
Bruno’s Teapot, 2025
Bruno’s Teapot, 2025
8 x 10 inch / 20 x 25 cm
Digital Print on Hahnemühle Photo Rag
part of the Water Damage Print Sale in support of einBuch.haus
Albert Coers/Isabelle Dyckerhoff: Bilder lesen, Worte malen, Boutwell Schabrowsky
20.11.2025–7.2.2026 , Boutwell Schabrowsky, München
„Albert Coers/Isabelle Dyckerhoff: Bilder lesen, Worte malen, Boutwell Schabrowsky“ weiterlesenDiario — Calorifero, 2025
Diario — Calorifero, 2025, Installation with diaries and sketchbooks ca. 1992–2015
Bilder lesen — Worte malen, Boutwell Schabrowsky





9.12.2025: Eröffnung Straßen Namen Leuchten – ein Denkmal für die Familie Mann
dazwischen gefragt — eine Suppe mit Albert Coers, Goethe-Universität Frankfurt
Super BOOKS 6, 2025
Vienna Art Book Fair #3
Diary Overlay 1–6, 2025
Diary Overlay 1–6/2025, 2025, inkjet print on paper, 29,7 x 21 cm
Rhythm Section X, augsburg contemporary
Welt, 2016 @PANORAMA, 2025
Brille, 2025
13.–14.9.25 — Journal- Open Studios — Uferhallen
Für den Neuen Berliner Kunstverein habe ich Führungen durch die Ateliers der Uferhallen Berlin gemacht. Ohne selbst ein Atelier dort zu haben, bin ich mit mehreren Künstlern befreundet und Mitglied im Uferhallen e.V. , dem Verein, der sich als Interessenvertretung nach dem Verkauf des Geländes gründete. Die Tage der Offenen Ateliers dienen auch dazu, die Sichtbarkeit der Ateliers und der Menschen, die dort arbeiten, zu verstärken.
„13.–14.9.25 — Journal- Open Studios — Uferhallen“ weiterlesen5.8.25, Journal — Souvenirs-Hysmans-Reisen
Breite die Souvenirs der Reise nach Frankreich aus, marmeladegefülltes Gebäck, Senf aus Dijon, Tees, Seifen und Gels aus den Hotels, die rote Peugeot-Salzmühle aus Dijon, viele Prospekte und Stadtpläne, nicht zuletzt Bücher, darunter ein Bändchen über den „Issenheimer Altar“ von Huysmans, aus dem Museum Unterlinden in Colmar. Nehme daraufhin Huysmans „À rebours“ aus dem Regal. Hatte es 2015 angefangen, wie der Eintrag vorne zeigt, vor 10 Jahren – und war bis Seite 100 gekommen, immerhin. Lese es weiter, …
„5.8.25, Journal — Souvenirs-Hysmans-Reisen“ weiterlesenPanorama, Berchtoldvilla Salzburg
Out now: AL. ARCHIV (Edition)
Albert Coers: AL. ARCHIV
2025, Icon Verlag Hubert Kretschmer
Wilfried Stroh R.I.P.
Kürzlich bekam ich Nachricht, dass Wilfried Stroh, Professor für Klassische Philologie, am 15.7. 25 verstorben ist. Das machte mich betroffen:
„Wilfried Stroh R.I.P.“ weiterlesenArtministration Teil 1 Abs. (4): „Kunst und Bürokratie“, Büro für kuratorische Forschung, c/o Galerie Nord, Kunstverein Tiergarten, Berlin
Journal 13.–17.6.25 — Miss Read 2025 — Nachlese

Hier eine Nachlese der intensiven Tage der Miss Read 2025:
„Journal 13.–17.6.25 — Miss Read 2025 — Nachlese“ weiterlesenJournal, 25.5.- 31.5.25, Bologna-Florenz
Start der Fahrt nach Italien: Die Idee ist, von Bologna aus nach Florenz zu wandern. Eigentlich braucht man für die 130 km 5–6 Tage, mal sehen, ob ich es auch in dreieinhalb schaffe. Es werden anstrengende, aber spannende Tage …
„Journal, 25.5.- 31.5.25, Bologna-Florenz“ weiterlesenBlätter (KVT), 2025






Blätter (KVT), 2025; Unterlagen aus dem Büro des Kunstverein Tiergarten, A4, Vase
Artministration Teil 1 Abs. (4): „Kunst und Bürokratie“
BKF — Büro für kuratorische Forschung c/o Galerie Nord | Kunstverein Tiergarten
Miss Read, Art Book Fair & Festival, HKW, Berlin, 2025
Naranja Publicaciones: Visual Questionnaire #14
Art Gö #3, Görisried
Die Gelben Seiten, Berlin
7.2. ‑12.2.2025 Journal — Venedig
Bevor die Erinnerung verschwindet, ein Rückblick auf die Fahrt nach Venedig:
„7.2. ‑12.2.2025 Journal — Venedig“ weiterlesen4. KHB Buchmesse | Artist Book Fair, KHB Studios, Berlin
New: Salon Magazin No 28, April 2025
Mit einem Beitrag von / with a contribution by Albert Coers
Salon Magazin #28, April 2025, Salon Verlag & Edition, Köln
Experimente mit (Un-)Ordnung #25 @KHB_studios, Berlin
Albert Coers: ab hier, 2025
Albert Coers: ab hier
14,8 x 10,5 cm, 56 S., 55 Abbildungen, Ringösenheftung
icon Verlag Hubert Kretschmer
Die Unterlagen befinden sich im Zustand der Ablage, Poesie und Verwaltung aus dem Archiv des Künstlerverbund im Haus der Kunst e.V., Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München
“… and going on.” the drj 100th — a mail art project, dr. julius art projects, Berlin
między nami fotografia – zwischen uns Fotografie, ep.contemporary, Berlin
5.2.25 — Journal — Geburtstag
Heute mein Geburtstag, ein spezielles Datum der 5.2.25. Schreibt man es „englisch“, 25/2/5, ergeben sich 2x25=50 – mein Alter. Schönes Zahlenspiel, das ich auf eine Klappkarte schreibe, Micah Lexier hätte seine Freude .…
„5.2.25 — Journal — Geburtstag“ weiterleseninfo on books, Café Babette
27.–28.1.2025 — Journal ‑Träume, COMBO, Secession
17.–26.1.25 Journal — Postkarten, Wackelkontakt, Denkmalschutz — und Surrealismus
13.–16.1.2025 — Journal, Paris
10.–13.1.25 — Journal ‑Sammlung Marzona-Anonyme Zeichner
5.–9.1. 25, Journal — Baum, Bilder, Bibliothek
4.1.25, Journal — Dias-Dillingen-“Gut aufheben”
3.1.2025 Journal — Bibliothekarisches
Stehe etwas früher auf, gegen 8. Heute viel Aufräumen und Bibliothekarisches. Finde die Liste zu Super BOOKS 5, auf der ich die Verkäufe/Kontakte notiert hatte, versuche, die Namen der Interessenten zu rekonstruieren; erinnere mich, dass ich mich Anfang Januar bei Lilian Landes von der Bay. Staatsbibliothek melden sollte wegen des Ankaufs von zwei Publikationen, u.a. das neue „Who is / Chi è…“. Die andere ist dort schon vorhanden, aber vier weitere nicht, wie ich im Katalog recherchiere. Schreibe ein kleines Angebot – das abends dann auch schon angenommen wird, was mich sehr freut — Lilian Landes antwortet also schon in den Tagen nach Neujahr!
Dabei sehe ich auch nach andern Büchern und Heften – und finde einiges nicht gelungen; so ist die Reihe der so-viele-Hefte nur mit Jahr und Nummer zu finden, aber weder Autor noch Titel noch irgendetwas zum Inhalt ist angegeben.
Da ist es besser, man schreibt seinen eigenen Katalog: auf der Webseite und auf edcat.net, der Initiative zur Sichtbarmachung von Künstlerbüchern und ‑editionen. Gebe dort drei Bücher ein, TT, Arbeit an der Pause und das neue „situations“ von Anne Wodtcke, wofür ich einen Textbeitrag geschrieben habe.
Und auf Wikipedia unterwegs, füge einiges zum Eintrag von georgia Krawiec hinzu. Aber das muss erst noch gesichtet und freigegeben werden. Zeit kostet dieses Bibliothekarisch-Redaktionelle schon … Zum Glück heute auch mit einem kleinen Erfolg.
1.1. 2025 — Journal
1.1. 2025
Träume, undeutlich, ein großes Gebäude aus Beton, mit höhlenartigen Öffnungen und weichen Formen, wie von Hundertwasser entworfen…
Sonniger Tag. Joga im Licht im Zimmer, das nach Süden geht, nach dem sympathisch-skurillen Buch „Yoga auch im Lehnstuhl!, von Franz Krabichler, mit dem 70er/80er-Jahre-Einband; ich hatte es aus dem Antiquariat Kitzinger mitgenommen, als die Bücher dort alle verschenkt wurden.
Abends stelle ich fest: Der Tag war irgendwie unbefriedigend: Viele Pläne (Tagebuchschreiben, Lesen, in Büchern, in der ZEIT, Klavierspielen), aber keiner davon so richtig umgesetzt. Statt dessen lange Recherchen nach Abspielgeräten/CD-Playern, nachdem die neuen von Igor Levit nicht mehr gelesen werden (On DSCH, 24 Präludien u. Fugen, als Hommage an Bach Ende der 1950er Jahre komponiert). Teste verschiedene Player, auf dem etwas neueren geht es, doch der lässt sich nicht mit den Boxen verbinden etc. Aber typisch: vor lauter Beschäftigung mit der Technik kommt man nicht zu den Inhalten. Aber wenigstens ein kleines Resümee sollte drin sein.
Neujahrsgrüße treffen noch ein. Erinnere mich an Bettina H., die ich bei Karen I. getroffen habe; und die Atlantis-Recherche; suche den Comic in der Mortimer & Blake-Reihe und schicke ihr einen link.
Das Buch selbst finde ich leider nicht mehr — und bestelle es gleich bei Medimops — die erste Bestellung des Jahres. Der Atlantis-Comic (ich hatte ihn schon einmal bestellt, vielleicht ist er damals nach Dillingen geliefert worden, vor der Tür gestanden, nass geworden? Das ist mit dem Katz & Goldt-Buch vor einem Jahr passiert…), eine CD mit Schumann (Kreisleriana, Gesänge der Frühe, in die ich auf Youtube kurz hineinhöhre); ein Band mit Erzählungen von Clemens Setz („Der Trost runder Dinge“). Glaube, ich habe einmal hineingelesen, fand einige Sachen eher abstoßend, aber jetzt, nachdem ich „Indigo“ und seinen Roman über die Kugelinnenwelten gelesen habe – das ist einfach ein guter Autor! Und seine Instagram-Posts!
Am Buch zum Mann-Projekt, englische Übersetzung des Textes von Kerstin Klein. Durch die automatische Übersetzung haben sich viele Formatierungen verschoben/verändert. Und dann würde es sich lohnen, existierende Übersetzungen zu Rate zu ziehen. Suche nach Büchern mit den Briefen Manns. Die Staatsbibliothek hat wenig. Eine Recherche in der Monacensia im Hildebrandhaus wäre gut. Das aber ein größerer Aufwand, dorthin zu fahren und die ganzen Stellen nachzusehen. Das wird so oder so noch viel Arbeit.
Einige Recherchen wegen des Hauses in Dillingen — soll man die Heizung komplett ausschalte — oder wie dem Frost bei Abwesenheit begegnen? Ingesamt doch auch eine Belastung, auch wenn die Tage dort (die vergangene Woche) sehr schön waren.
Es ist schon zwanzig nach zehn. Aber doch noch wenigstens einige Notizen gemacht!
12 + 12 = 24 — Being with Others — Zusammensein, einBuch.haus, Berlin
Mitbringen. Mitnehmen, Galerie der Künstler, München
Gärtner, aus der Serie “Straßen Namen Zeichen”, 2018;
Mitbringen.Mitnehmen, 7.12.2024 — 11.01.2025, Galerie der Künstler, München
Domestic Space | Christmas Edition III, Zweigstelle Berlin @ Neue Galerie Landshut
Bauklötze, Calendar 2025
Bauklötze [toy blocks], Photo, 2023
in: Calendar 2025, einBuch.haus 2024
ANONYME ZEICHNER / ANONYMOUS DRAWINGS 2024, Kunstraum Kreuzberg, Berlin
Super BOOKS 5, Haus der Kunst
dai dai multiples 2024
25. +26.10.2024
www.daidai.eu
New book: Who is / Chi è […] Wer ist […] Albert Coers?
Albert Coers: Who is / Chi è […] Wer ist […] Albert Coers?
2024, 60 S., 18 x 11,5 cm, Softcover, Salon Verlag, Köln
RE:VISION: animalibri/Books to Do @ Kunstverein Tiergarten
Abschluss (Klaus ‑Mann-Platz, Frankfurt)
“Abschluss” (Klaus-Mann-Platz, Frankfurt), 2023 /24
3D-Print, 17 x 8 x 8 cm
dai dai multiples, 2024, München
Miss Read, Art Book Fair & Festival, HKW, Berlin
Länderkennzeichen / Country Symbols, 3rd edition






Albert Coers stieß in einer Bibliothek auf ein 1985 in Ostberlin erschienenes Wörterbuch der Gebärdensprache Gehörloser. Die Präsenz der Darsteller und die Umsetzung von so komplexen Begriffen wie Nationen in piktogrammartige Zeichen übten einen starken Reiz aus. Aus diesem Buch wählte Albert Coers die Wörter für Länder aus und fügte sie unter Beibehaltung der alphabetischen Reihenfolge zu einem Künstlerbuch zusammen.
Begleitet wird es durch einen Text von Albert Coers zur Recherche und zu den Wörtern und deren möglichen Etymologien, auf Deutsch und Englisch.
2024 ist die 3. Auflage erschienen, erweitert auf 52 Seiten, ergänzt durch die Bildwörter der Kontinente, Afrika, Europa, Asien.
14,8 x 10,5 cm, 52 Seiten, Auflage 200,
Texte Englisch und Deutsch, Übersetzung: Oliver Walker; Drahtheftung
So-viele.de, Heft 44–3, icon Verlag Hubert Kretschmer
ISBN 978–3‑928804–52‑3
basiert auf: Lehr- und Übungsbuch der Gebärden Gehörloser, hrsg. von Gehörlosen- und Schwerhörigen-Verband der DDR, VEB Verlag Volk und Gesundheit, Berlin, 1985
1. Auflage 2016, 36 Seiten, Auflage 500
erschienen anläßlich von super urban village, 10 Kunstprojekte im öffentlichen Raum zum Thema Flucht und Identität, 3.–19. Juni 2016, im Rahmen des Kunstfestivals Ortstermin 2016, Kunstverein Tiergarten, Berlin, kuratiert von Christian Hamm
2. Auflage 2016, 48 Seiten, Auflage 200,
erschienen anlässlich der Ausstellung The Order Of Things
Albert Coers, Mia Goyette, Christine Lemke, 05.11.–17.12.2016, Galerie Soy Capitán, Berlin-Kreuzberg
Country Symbols
In a public library, Albert Coers found a manual for teaching sign language, published in 1985 in East Berlin. He was smitten by the presence of the persons that featured in the pictures and the translation of complex concepts like nations in pictogram-like words. From this book, he selected the words for countrys and nation, keeping the alphabetical order, and arranged them for an artist book.
The book is accompaigned by a text about the research, the words and their possible etmologies.
In 2024, the 3rd edition came out, enlarged by the image-words for continents, Africa, Europe, Asia.
14.8 x 10.5 cm, 52 pages, edition of 200, Texts in English and German, translation: Oliver Walker; wire binding
So-viele.de, issue 44–3, icon Verlag Hubert Kretschmer, Munich 2024
ISBN 978–3‑928804–52‑3
based on: Textbook and exercise book for the sign language of the deaf, published by the Association of the Deaf and Hard of Hearing of the GDR, VEB Verlag Volk und Gesundheit, Berlin, 1985
1st edition 2016, 36 pages, edition of 500 published on the occasion of super urban village, 10 art projects in public spaces on the topic of flight and identity, 3rd — 19th. June 2016, as part of the art festival Ortstermin 2016, Kunstverein Tiergarten, Berlin, curated by Christian Hamm
2nd edition 2016, 48 pages, edition of 200, published on the occasion of the exhibition The Order Of Things Albert Coers, Mia Goyette, Christine Lemke, 05.11.–17.12.2016, Galerie Soy Capitán, Berlin-Kreuzberg
Between Books, Kunsthalle Düsseldorf Art Book Fair
RE:VISION – 20 Jahre Kunstverein Tiergarten, Berlin
take two, one to send and one for you, artcardproject, Stadtgalerie Waidhofen/Ibbs
4.–5.8.2024 ‑Journal Berlin-Warschau
Ex Libris BC
Installation, in memoriam B.C., 7.11.1931 – 15.3.2023.
„Ex Libris BC“ weiterlesenLesegruppe Villa Stuck, Library of Artistic Print on Demand
11.7.2024, 18:00 (mit Albert Coers)
Villa Stuck VS, München
Books to Do – Works to Do I — Annette Gilbert – Albert Coers
Mit der Literatur- und Medienwissenschaftlerin Annette Gilbert habe ich im April 2022 ein Gespräch über das Buch “Books to Do” geführt, wo es auch abgedruckt ist. Der erste Teil des Gesprächs ist hier nachzulesen:
In April 2022, I had an conversation with Annette Gilbert about my book “Books to do”. (English version here)
MISS READ TALKS: Books to Do
Journal — Auster — Don Quijote — Appropriation
24.5.24, Freitag
Endlich den kleinen Blogeintrag zu Paul Auster. Interessant, wie ein Autor den anderen gibt: Über Austers „City of Glass“ komme ich zu Cervantes „Don Quichotte“ (oder Quijote oder Quixote); Auster erwähnt ihn im Gespräch Quinn-Auster im Bezug auf Fragen der Autorschaft, Manuskriptfiktion etc. Suche nach diesen Stellen, nehme die rote Reclam-Fremdsprachenausgabe aus dem Regal, dann das Goldmann-Taschenbuch aus den 1960ern.
Ehrgeiz, wieder Spanisch zu lesen, mit Hilfe der Worterklärungen und des deutschen Textes geht es einigermaßen; Italienisch, Französisch helfen natürlich, es fehlen aber die ca. 30 % an Wörtern und Formen, die ich mir nicht erschließen kann. Trotzdem, es macht Spaß, und die Geschichten sind amüsant, etwa die Befreiung von Sträflingen, die sich dann gegen den „Wohltäter“ selbst kehrt.
Merke, dass der Bleistift, mit dem ich Anstreichungen und Notizen mache, mit den Farben rot-gelb gut zur spanischen Lektüre passt. Und eine Parallele zur Lanze auf den Covern bildet.

Und irgendwie passt der Don Quichotte auch als Identifikationsfigur: Kampf gegen Fahnenmasten beim Denkmal für die Familie Mann am Salvatorplatz; Auseinandersetzung mit Verwaltung, die Illusion, man sei in einer ganz privilegierten Lage; durch gutgemeinte Versuche macht man eine Sache nur noch schlimmer.
Weiterlesen in Don Quijote; dringe langsam in den Bereich vor, wo es erzähltechnisch interessant wird, nach dem berühmten Kampf gegen die Windmühlen (molinas), schöne Umkehrung: Ein Zauberer habe die Giganten in Windmühlen verwandelt, behauptet Don Q. Die nächste Geschichte, Kap. 9, bringt einen spannenden Zweikampf, der mitten drin abgebrochen wird – vom Erzähler, der hervortritt und das Ende des ihm vorliegenden Manuskripts verkündet – dann im nächsten Kapitel den Rest sucht und findet.
Das ist die Stelle, die ich so lange gesucht hatte, und auf die Auster in „City of Glass“ verwiesen hatte. In der Goldmann-Taschenbuchausgabe fehlt übrigens die ganze Manuskript-Geschichte, der Zweikampf geht nahtlos weiter. Offenbar wurde das als für den Leser zu kompliziert empfunden.
29.5.24, Mittwoch
[…] Aufwachen gegen 5, kann nicht mehr schlafen, lese weiter in Austers zweitem Band der NY-Trilogie, „Ghosts“. Eigentlich einfache Struktur: Zwei Männer beobachten sich gegenseitig, sind als Detektive aufeinander angesetzt, schreiben ihre Beobachtungen auf. Symmetrie. Wieder ist der Schreibakt ganz wichtig – und der Aspekt der Einsamkeit, Isolation als Folge und Voraussetzung des Schreibaktes zugleich. Damit tue ich mich etwas schwer; stelle mir Auster schon als sozialen, gesellschaftlich aktiven Typ vor. Vielleicht ist es auch ein gewisser Neid auf so eine einsam-konzentrierte Situation – während ich den ganzen Tag mit Verwaltungsarbeit und Kommunikation beschäfigt bin, manchmal gar nicht zum Kunstmachen komme – oder zum Schreiben.
Dann beginne ich mit dem 2. Teil des Don Quijote — wo es von den intertextuellen Bezügen noch interessanter wird – und der ja 10 Jahre nach dem 1. herauskam: Das Buch selbst taucht abermals auf, diesmal aber in fertiger Form, als Übersetzung des Textes eines einem arbabischen Autors, Cid Bengali. wird dem Don Q. als bereits erschienen präsentiert, wird diskutiert, kritisiert. Es taucht die Frage auf, inwiefern der Autor vertrauneswürdig sei, ob die Geschichte der Wahrheit entspreche, tatsächlich sich so wie beschrieben zugetragen habe…
Mir fällt Borges ein, mit der Kurzgeschichte “Pierre Menard — autor del Don Quijote”, der den Roman im 20. Jahrhundert noch einmal geschrieben hat — aber genau identisch. Damit verbunden die Frage, ob er als Autor des Don Quijote gelten darf — was im Titel schon beantwortet ist. Annette Gilbert hatte das damals, 2011, als Einstieg in ein Symposium zum Thema “Appropriation” verwendet, “Wiederaufgelegt. Zur Appropriation von Texten und Büchern in Büchern”. Dazu erschien ein schöner Band bei transkript. Ich hatte einen Beitrag zur Reihe “Ex-Libris” des Salon Verlags gemacht.
Eigentlich war das, im Zusammenhang mit der Dissertation, mein Einstieg in die Welt der Konzept-Bücher, allgemein der Künstlerbücher, damals hatte ich auch Michalis Pichler kennengelernt, der über seine künstlerische Arbeit berichtet hatte und seit 2009 die Miss Read veranstaltet.
Ich werde Annette demnächst, am 8.6. bei der Vorstellung von “Books to Do” im Miss Read Space in Berlin treffen.
Journal — Paul Auster
Es ist schon ein paar Wochen her, aber es beschäftigt mich immer noch: Paul Auster ist am 30.4. 24 gestorben.
Auster hat mich lange begleitet, zeitweise war ich süchtig nach seinen Texten.
Greife ins Regal, wo eine ganze Reihe seiner Bücher stehen, lese noch einmal Texte von ihm, entdecke Aktuelles: in „Talking to Strangers“ hatte er über Salman Rushdie geschrieben – und die tägliche Hoffnung, er möchte die nächsten 24 Stunden überleben. Der Text ist von 1993 und an den Rand notiert hatte ich „2023“ – als Rushdie drei Jahrzehnte später tatsächlich Opfer eines Angriffs wurde; sein Buch „Knives“ über das Attentat liegt gerade im Schlafzimmer.
In “The Brooklyn Follies” entdecke ich eine Widmung meines inzwischen ebenfalls verstorbenen Vaters von 2005 — ich hatte das Buch mir ausdrücklich gewünscht.
Begonnen hatte die Auster-Begeisterung für mich, wie für viele, mit der „New York Trilogy“, mit „City of Glass“, vor fast 20 Jahren. Ich weiß nicht mehr genau, wie ich auf ihn kam, vermutlich nach meinem Aufenthalt in New York 2004; das rote Reclambändchen aus der Reihe der Fremdsprachentexte ist von 2005, ebenso der Rest der New York Trilogy in einem Penguin-Band (ich glaube, von der Munich Readery, Augustenstr./Ecke Schelling), vom November, dann „Moon Palace“ vom Dezember. Interessant, wieviel englische Wörter ich damals noch nicht wusste und unterringelte — die für mich jetzt selbstverständlich sind.
Was mich an Auster faszinierte (und dies weiterhin tut): Er erzählt Geschichten, die sich zur Identifikation anboten, in denen ich mich wiederfinden konnte.
Der junge Mann etwa, der sich immer weiter einschränkt, auf Telefon, Heizung, am Ende auch Wohnung verzichtet, Nächte im Central Park zubringt.
Es sind immer wieder Sätze, die zu meiner Situation passten, z.B. „I lived in that apartment with over a thousand books“, diesen Satz hatte ich mir in „Moon Palace“ gleich auf Seite eins unterstrichen.
Häufig beschreibt er Szenen, die aus Arbeiten der Konzeptkunst, aus Kunstinstallationen stammen könnten; etwa die Zweckentfremdung von gefüllten Bücherkisten als „imaginary furniture“, als Möbel, als Bettstatt, Tisch, Stuhl etc. Das war schon nahe dran an den Buchinstallationen, die ich in den Jahren ab 2004 entwickelte. Und dann die Verbindung Bücher und Person, als der Erzähler Stück für Stück seine Bücher verkauft, seine Wohnung sich leert: „Piece by piece, I could watch myself disappear“.
Die imaginären Archive, etwa die unterirdische Sammlung von Telephonbüchern von Städten weltweit in „Oracle Night“ – die dann ähnlich, aber historisch-konkret bei Karl Schlögel „Im Raume lesen wir die Zeit“ auftauchen.
Oder den Stadtwanderer, der in „City of Glass“ virtuelle Spuren durch Ablaufen von Straßenzügen hinterlässt, die sich dann, bei Blick von oben auf einen Stadtplan, als Buchstaben, als performativ erzeugte Mitteilungen lesen lassen – das könnte man sich gut als tatsächliches Konzept einer Performance vorstellen.
Das faszinierende Thema Selbstreferenz: Sich selbst beim Schreiben zuzusehen. Die Ebenen verschachteln. Mit der eigenen Identität und der Fiktion spielen: „My name is Paul Auster. This is not my real name” (City of Glass). Der Verfasser von Detektivromanen, der selbst in eine Detektivgeschichte verwickelt und mit dem Namen des Autors angesprochen wird – wobei die Frage im Hintergrund steht: Wer ist der Autor? Als Höhepunkt der Besuch des Erzählers beim Autor Paul Auster zu Hause. Erinnert an Italo Calvino „Wenn ein Reisender in einer Winternacht“.
Das gefiel mir damals, das gefällt mir immer noch, auch wenn die Verfahren inzwischen bekannt sind. Dieses Spiel mit Namen, diese Selbstreferenz, das taucht ja auch in der Rechereche und den Installationen „Wer ist Albert?“ auf.
Beginne “Moon Palace” noch einmal zu lesen, dann “City of Glass” …
Library of Artistic Print on Demand, Villa Stuck, München
3. KHB Buchmesse | Artist Book Fair 2024
A4, ep.contemporary, Berlin
20.04. – 04.05.2024
ep.contemporary, Berlin
Bilico: Interview — Subject Change
An Interview from February 2024 with Daniel Gianfranceschi is now online: Bilico — in conversation with Albert Coers
„Bilico: Interview — Subject Change“ weiterlesenScaletta (Osloer)
Scaletta (Osloer), 2024, Installation, “Zwischen Licht und Materie — vom Erscheinen und Verschwinden”, Kunstverein Tiergarten, Berlin
„Scaletta (Osloer)“ weiterlesenNachlese: Leipzig „it’s a book“
23.3. 24
Von Dresden nach Leipzig – da noch Zeit bis zur Abfahrt des Zuges ist, zum Albert-Platz. Foto des Straßenschildes vor dem Kästner-Haus, Fortsetzung der Serie der Straßen mit meinem Vornamen.
In Leipzig zur Hochschule für Gestaltung, wo die Messe “it’s a book” stattfindet — parallel zur “großen” Buchmesse, Bin zum ersten Mal hier. Habe schon öfter von der Messe gehört, aber es hat sich bislang nicht ergeben.




Im Lichthof, sehr schöner Raum. Die Tische im Erdgeschoss und auf den folgenden Etagen des Treppenhauses. Treffe gleich Michalis Pichler, kaufe ihm für kleines Geld eine Zeitung ab, ein Reprint von Zeitungen des 11. September 2001, wo alle amerikanischen Flaggen durch freigestellt und aufgeklebt reproduziert sind – einschließlich der Rückseite der Cutouts.
Gegenüber Argobooks mit Vanessa Adler. Tausche gegen ein Exemplar von „Länderkennzeichen“ ein kleines Buch von Ann Noël: „Spirale“, wo sie Listen nach dem ABC geordneter Begriffe bringt, z.B. Abkürzungen, Namen, Künstler etc., die sie zum Einschlafen sich mit ihrem Partner hin- und hergespielt und schließlich aufgeschrieben hat.
Ich treffe Aslak Gurholt, Grafiker/Künstler aus Norwegen. Wir unterhalten uns über die Ähnlichkeiten von Konzepten und Handlungen – er sammelt Spielkarten im öffentlichen Raum und hat schon einige Leute kennengelernt, die dasselbe tun. Und gleiche Namen: er recherchiert nach Paul Rand, und es kommen ihm viele Vertreter desselben Namens unter. Mir fällt Alan Berliner ein, mit seinem Film „The sweetest sound“, wo es um Namen und v.a. seinen eigenen geht — ich hatte den ich einmal auf der Berlinale gesehen.
Er schenkt mir ein Heft, das sich mit Löchern beschäftigt: Die bekannten zwei Lochungen zum Abheften sind ergänzt durch weitere, die im Zusammenspiel mit dem grünen Papier und der Illustration von Fahnen zu Golf-Löchern werden. Eine einfache, sehr schöne Idee. Neben dem Stand des Verlags aus Norwegen ist Felderbooks, von Winnes, der mir ebenfalls im Tausch ein Heft gibt, „Can I Borrow Your Logo?“, abfrottierte Markensignets von Autos.
Weiter oben treffe ich den Stand von einBuch.haus, kaufe „How to book Berlin“. Zwar ist mir vieles bekannt, aber die Statements der Leute darin, von denen ich viele kenne, sind interessant. Vielleicht ließe sich etwas Ähnliches für München entwickeln, mit Hubert Kretschmer zusammen. Daneben ist Robin Waart. Wir tauschen ein Heft gegen einen Doppelkatalog mit Postkarten, von zwei verschiedenen Projekten, raffiniert oben und unten.
Moritz Grünke von Gloria Glitzer schenkt mir ein Meta-Heft, Gedanken über die Zukunft von Buchmessen – die er lieber als „Festivals“ bezeichnet wissen möchte, wegen der Assoziation mit Handel, Kommerz, finanzieller Gewinn, der bei „Buchmesse“ oder „Fair“ mitschwingt – und was bei den allermeisten Teilnehmern gar nicht der Fall ist, darüber hinaus den Erhalt von Förderungen erschwert (The Future of Art Book Festivals (formerly known as fairs). Es geht immer wieder um wirtschaftliche Aspekte: wer produziert mit welchen Mitteln, wer kauft Künstlerbücher? Für mich ist es ja finanziell auch eine Sideline, ein Zuschussgeschäft, ohne Förderung nicht zu machen. Trotzdem bin ich stolz, wenn ich beim Besuch von Messen etwas verkaufe und die Kosten der Messe (Gebühr, Anfahrt…) wieder einspiele, ja sogar darüber hinauskomme. Und eigentlich möchte ich lieber an einer „Messe“ teilnehmen als an einem „Festival“, weil ersteres sich ernsthafter, seriöser anhört. Das sind so die Widersprüche, auf die Moritz hinweist.
Beim Textem-Verlag kaufe ich fast immer ein Büchlein aus der Reihe „Kleiner Stimmungsatlas in Einzelbänden“. Die sind handlich und eigentlich immer gut geschrieben. Und einen Band „Dilettantismus“ beizusteuern habe ich ja vor – aber als Einübung schadet es sicher nicht, einige andere Bände zu lesen – so rechtfertige ich weitere Käufe. Diesmal fällt mein Auge auf „Weltraum“ von Sebastian Burdach. Für das Thema interessiere ich mich sowieso, und Nora Sdun erzählt mir so engagiert aus dem Inhalt, von der Weltraum-Werbungskonkurrenz zwischen Cola und Pepsi, dass ich zugreife.
Unten treffe ich Elfi Seidel, die ich u.a. von der Ausstellung bei Vinzenz Sala her kenne. Wir und ihr Partner unterhalten uns im „Garten“ u.a. über das Denkmal-Projekt.
Ich kaufe bei Roma Publications ein Buch, das mir gleich am Anfang ins Auge gestochen ist: „Exosphere“ von Batia Suter; Fotos von den Verpackungen von Objekten aus Styropor und Karton, assoziativ kombiniert.
Einige Stunden bin ich hier, habe viele getroffen, einiges getauscht und auch gekauft, jetzt gar kein Bargeld mehr; jetzt das Gefühl, es reicht langsam. Ich mache mich auf den Weg zum Bahnhof.
In der Buchhandlung dort noch ein letztes Buch: „Das doppelte Deutschland“ von Ursula Weidenfeld. Das Thema finde ich interessant, gerade aus Dresden und Leipzig kommend. Darüberhinaus reizt mich, dass es sich um ein von der Autorin signiertes Exemplar handelt – mit Fehlern im Druck: manche Zeilen sind gewunden, geschwungen; was ihnen eine gewisse Plastizität verleiht.
Journal 15.3.24 — Vater, Bilder, ABC. “What is life?“
Heute ist es ein Jahr her, seit mein Vater gestorben ist. Es fühlt sich nicht solange an. „Schon ein Jahr“ möchte man sagen, und ist überrascht.
Sehe mir Fotos vom März letzten Jahres auf dem Smartphone an. Schon eine distanzierende Oberfläche. Und seltsam ernüchternd, was mit den Bildern des Toten und von der Beerdigung passiert, wenn sie im Mini-Format, neben allen möglichen anderen Fotos auftauchen.
Versuche, Fotos zu ordnen. Beim Verbinden des Smartphones mit dem Laptop, beim Markieren von Fotos, um sie sie chronologisch in Ordner auf die Festplatte zu verschieben, setzt sich der Vorgang fort und lässt sich nicht mehr stoppen – Kolonnen von Bildern wandern auf dem Bildschirm ruckelnd nach unten, bekommen einen blau-transparenten Schatten, der Zeile für Zeile vorrückt. Der Rechner hängt sich auf, die Datenmengen waren wohl zu groß.
Klicke mich teils durch die Ordner – es müssen über 70 sein – die mit „Westendstr.“ beschriftet sind. Es sind tausende von Fotos, die ich gemacht habe, vom Haus, von Objekten, von Schriftstücken – und von Installationen. Ich werde nur einen Bruchteil davon je veröffentlichen können.

Suche nach einem, das zum heutigen Tag passen könnte, um es auf Instagram zu posten. Da ist die Installation mit alten Koffern, die ich vom Dachboden aus abseilte. Der Vater ist verreist …?
Da sind die Fotos aus dem Kellergang, wo er Kunstdrucke in einem Regal lagerte, und die Anfangsbuchstaben der Künstler an die Wand schrieb, mit orangefarbener Kreide. Jetzt, nachdem das Regal leergeräumt und abgebaut ist, tauchen die Buchstaben wieder auf. Systematisierungsversuche, die durch das Sammeln und das Material selbst verdeckt wurden.
Weiter komme ich, im Ordner „Diverse“, wo ich alle abgespeichert habe, die zu sortieren ich noch keine Zeit hatte, auf die vielen Fotos von den Versuchen, noch während des Aussortierens Bücher zu dokumentieren, u.a. die mit seinem Namen im Vorsatz/Titel. Das erscheint mir jetzt am besten. Ich werde das morgen machen.
Abends auf der Eröffnung/Einweihung von Albert Hiens Kunst-am-Bau-Arbeit “CARPE DIEM” im Oskar-von-Miller-Gymnasium in München. Im großen Treppenhaus eines Uhrenturms am verkleideten Geländer: Buchstaben, Wörter laufen von oben nach unten, überlagern und wiederholen sich, Lateinische Sprüche, die mit Zeit zu tun haben (TEMPUS FUGIT, VITA BREVIS, ARS LONGA, CARPE DIEM, wie es als Mosaik unten am Eingang auftaucht …). Dieses ephemere Aufleuchten passt schon sehr gut zum Thema Zeit und zum Raum. Und Lichtinstallationen sind unglaublich fotogen. Vielleicht, weil Fotografie ja selbst auf Lichteinfall reagiert.
Anschließend zur Finissage der Ausstellung “What is life” von Sebastian Pöllmann in der Artothek. Sebastian kenne ich schon über 20 Jahre, in den letzen Jahren haben wir uns etwas aus den Augen verloren, zwischen Berlin und München, und darum freut es mich, noch seine Arbeiten zu sehen. Zeichnungen, schnell, spontan, witzig. Dann digitalisiert und als Lasercuts ausgeschnitten, aufgehängt, als sich drehende Schattenspiele an die Wand projiziert, was Überlagerungen, Verzerrungen, neue Bilder ergibt. Alltagssituationen, Warten, Radfahren, sich lieben. Lustbetont. “What is life“ als Titel. Ja, das frage ich mich auch oft.
Aktivierung Salvatorplatz — Denkmal für die Familie Mann

Der Salvatorplatz München, wo das Denkmal für die Familie Mann aufgestellt werden soll, wird schon mal “vorgewärmt” und aktiviert: Schüler des Thomas-Mann-Gymnasiums erkundeten am 6.3.24 physisch den Platz, sie bildeten dort u.a. eine lebendige Kette um die Fläche, auf der Straßenschilder und Leuchten in Erinnerung an die Mitglieder der Familie Mann stehen werden. Und das bei Regen! Die Aktion ist Teil eines Programms zur Kunstvermittlung von Kunst im öffentlichen Raum an Schulen, geleitet von Barbara Dabanoğlu.
Foto: Jadranka Kosorcic
„SPRECHEN SIE RUSSISCH“, 1975/2001/2024
Beim Aufräumen fiel mir im Schlafzimmer ein Buch in die Hand: zerfleddert, auseinandergefallen, der Rücken hat sich gelöst: „SPRECHEN SIE RUSSISCH“ von S.A. Chawronina. Es war der Tag im Februar 2024, als ich vom Tod Alexander Nawalnys in einem russischen Gefängnis erfuhr. Ich erinnerte mich an die Versuche, Russisch zu lernen – und meine Beziehung zu dieser Sprache.
„„SPRECHEN SIE RUSSISCH“, 1975/2001/2024“ weiterlesenScaletta (Ewald)
Scaletta (Ewald), 2024, Installation, “Zwischen Licht und Materie — vom Erscheinen und Verschwinden”, Kunstverein Tiergarten, Berlin
„Scaletta (Ewald)“ weiterlesenIndice KVT, 2024
Indice, 2024, Installation, 220 x 190 cm, 25 Kartonstreifen, je 3 x 20 x 0,2 cm
“Zwischen Licht und Materie — vom Erscheinen und Verschwinden”, Kunstverein Tiergarten, Berlin
To-do-Liste

Ein Bild, das nicht schlecht zum Neuen Jahr 2024 passt: eine „leere“ To-Do-Liste, von der nur die Überschrift existiert.
„To-do-Liste“ weiterlesenZwischen Licht und Materie – vom Erscheinen und Verschwinden, Kunstverein Tiergarten, Berlin
Rückblick — 2023
Hier ein kleiner, persönlich gefärbter Rückblick auf 2023:
„Rückblick — 2023“ weiterlesenWestendstr. 32 — ADAC 1
ADAC 1, 2023
Eine der ersten Installationen dieses Jahr in der Westendstr., mit Material, das mein Vater gesammelt hat, hier mit ADAC-Reisemagazinen.
ARTISTS WHO DO BOOKS — IN THE RACK ROOM #29, Berlin
Kunst – Verein? Oder: „I’d never join a club that would allow a person like me to become a member.“
Hier ein Text zu meinem Verhältnis zu Kunst- bzw. Künstlervereinen, den ich anläßlich der Ausstellung “200 Jahre Sehnsucht — 200 Jahre Kunstverein Bamberg ” und der dazugehörigen Publikation geschrieben habe.
„Kunst – Verein? Oder: „I’d never join a club that would allow a person like me to become a member.““ weiterlesen200 Jahre Sehnsucht — 200 Jahre Kunstverein, Villa Dessauer, Bamberg
Between BooksKunsthalle Art Book Fair, Kunsthalle Düsseldorf
Super BOOKS 4, Haus der Kunst
3.–4.11.2023
Haus der Kunst, München
Archiv BA, Villa Dessauer, Bamberg
Archiv BA 1, 2023
Villa Dessauer, Bamberg
Bücher über Bücher — Miss Read 2023 — Nachlese
In „How to Book in Berlin“, einem kürzlich erschienenen Handbuch zum Bereich „Artist’s Book“ schreibt Andreas Bülhoff, dass man bei einer Künstlerbuchmesse keine zu großen Erwartungen an den Verkauf hegen, statt dessen soviel wie möglich tauschen solle.
„Bücher über Bücher — Miss Read 2023 — Nachlese“ weiterlesenMiss Read Berlin, Art Book Festival &Fair 2023, HKW, Berlin
A4, ep.contemporary, Berlin
14. – 17. 9. 2023 (Art Week)
ep.contemporary, Berlin
P, 2023
Installation, 20 x 120 x 5 cm
Rhythm Section — Bewegung und Zeit, Gisela Freier Kunstraum, Berlin
1.9.–20.10.2023
Rhythm Section — Bewegung und Zeit, Kunstraum Gisela, Berlin
Das Buch des Künstlers als Künstlerbuch
Zum 60-jährigen Bestehen des von Gerhard Theewen gegründeten Salon Verlags erschien ein Band, zu dem ich einen Beitrag geschrieben habe (Eric Otto Frihd (Hg.): Produktion/Reproduktion. Ein Buch für Gerhard Theewen zum 60. und zum 20-jährigen Bestehen seines Salon Verlags, Köln: Walther König 2015, S. 197–205).
Darin geht es vor allem um die Buchreihe der Edition Ex Libris, damit verbunden sind die Themen Besitz und Aneignung, Autorschaft, die Tätigkeit des Künstlers als Verleger und die Frage, was ein Künstlerbuch ausmacht. Dass die Bücher und Editionen des Salon Verlags, darunter auch die Ex Libris-Reihe, seit Sommer 2023 auch über die Zweigstelle Berlin erhältlich sind, war ein Anlass, den Text jetzt hier online zugänglich zu machen.
„Das Buch des Künstlers als Künstlerbuch“ weiterlesenSHORTCUT II, Fotoforum Dresden
Books to Do, Booklaunch, einBuch.haus, Berlin
As Times Goes By, DomagkAteliers, München
Markers, 2023
Kitzinger #25, 2023
1 5 2 3 8 RHYTHM SECTION, Kunstverein Augsburg
Mnemotope: Wolfram — Post — Geranien
Von Antonya C. Wolfram wurde ich kürzlich eingeladen, etwas zu ihrem Projekt “Digital Identity of Memory - Mnemotope” beizutragen, und mit bildlich/ textlich/klanglichen Assoziationen auf Beiträge anderer zu reagieren. Hier der Text:
„Mnemotope: Wolfram — Post — Geranien“ weiterlesen[Buchvorstellung und Gespräch] Albert Coers – Books to Do, Kunstraum München
Klammern [B.C.], 2023
naturally, ep.contemporary, Berlin
übernatur, ep.contemporary, Berlin
Archiv BA 4, 2023
Archiv BA 4, 2023, Installation, mixed media, 220 x 50 x 120 cm
Villa Dessauer, Bamberg
Info on Books, Café Babette, Berlin
Bücher 2022 — Berlin im Dezember

Rückblick auf einige Bücher, getauscht, gekauft, in Berlin im Dezember 2022:
„Bücher 2022 — Berlin im Dezember“ weiterlesenALLES IMMER JETZT, Galerie der Künstler, München
Out now: Books to Do
Books to Do
Hatje Cantz: Berlin 2022
Domestic Space | Christmas Edition II, Zweigstelle Berlin, Neue Galerie, Landhut
Super BOOKS 3, Haus der Kunst München
bin, 2022
Installation, ca. 40 x 60 x 75 cm
29.10. – 10.12.2022
Vincenz Sala, Berlin
books, Vincenz Sala, Berlin
29.10. – 26.11.2022 (extended 10.12.22)
Vincenz Sala, Berlin
A Big Announcement, Bernd Kuchenbeiser zeigt Bücher und Schallplatten, Museum Villa Stuck, München
Kitzinger #1 (Musik), 2022
Von Wolken und Kratzern, ep.contemporary, Berlin
Swiss Artist’s Books — Publikation, Podiumsgespräch, Kunsthalle Bern
Anonymous Drawings / Anonyme Zeichner 2022, Galerie im Körnerpark, Berlin
ERDE.SUCHT., Gisela, Freier Kunstraum Lichtenberg, Berlin
STREETS TREES (Breda II), 2022
Breda (I), 2022
WO MEINE SONNE SCHEINT, Breda
21.5 – 29.5. 2022
Site-specific exhibition in the front gardens of Tuinzigt, Breda/NL
womeinesonnescheint.com
„I’m grateful, Albert“, 2022
SHORTCUT, ep.contemporary, Berlin
MISS READ: Berlin Art Book Festival 2022
Curitiba #5, FREE SPACE (FOR UKR), LAGE EGAL, Berlin
Info on Books, Café Babette, Sudhaus, KINDL – Zentrum für Kunst, Berlin
MUSTEREXEMPLAR
Horst Sauerbruch – Bilder im Gedächtnis

2021 ist Horst Sauerbruch gestorben, Maler und Professor an der Münchner Kunstakademie.
„Horst Sauerbruch – Bilder im Gedächtnis“ weiterlesenOut now: Sacred Distancing, Argobooks
12 + 12, ep.contemporary, Berlin
03.12.2021 – 12.02.2022
ep.contemporary, Berlin
Domestic Space | Domagk Edition 2, Zweigstelle Berlin
26.11.- 29.11.2021
Zweigstelle Berlin @DomagkAteliers, halle 50, München
Super BOOKS — Nachlese

Super BOOKS, Messe für Künstlerbücher im Haus der Kunst, ist nach zwei anstrengenden Tagen zu Ende.
„Super BOOKS — Nachlese“ weiterlesenNew Book: Albert Coers: Schöppinger Schläger, 2021
Super BOOKS, Haus der Kunst, 2021
Out now: Albert Coers | Carsten Lisecki: TT
Albert Coers | Carsten Lisecki: TT, Icon Verlag, 2021
„Out now: Albert Coers | Carsten Lisecki: TT“ weiterlesenSACRED DISTANCING, 2021
Found marking tape, chairs, Installation, 2021
THE IMMUNITY, Galerie der Künstler, München
THE IMMUNITY, Galerie der Künstler
Kalender (A, B, CN, E, F, HR, I, IN, PL, RO, SK, SLO), 2021
2021, Buch- und Taschenkalender, div. Formate
COMING SOON, ep.contemporary, 2021
COMING SOON, ep.contemporary, Berlin
23.09. – 23.10.2021
ep.contemporary, Berlin
Out now: Salon (Magazin) No. 17, 2021

Gerhard Theewen (Hg.): Salon (Magazin) No. 17, Salon Verlag Köln 2021
Gerd Bonfert, Jörg Brodde, Albert Coers, Reinhard Doubrawa, Tobias Hantmann, Almut Hilf, Kristina Jurotschkin, Hartmut Neumann, Knut Sennekamp, Caro Suerkemper, Marcel van Eeden, Friedemann von Stockhausen
FREUNDE OHNE BÜCHER- Katalog und Kunstbuchmesse @ HAUNT, Berlin
5.9.2021, 12.00 – 20.00
HAUNT frontviews, Berlin
Vortrag: Ein Denkmal für die Familie Mann, Tagung „Vor Ort: Erinnerung, Exil, Migration“, 3.9.2021
Curitiba 1–3, 2019/21



Die Arbeit basiert auf Fotos, die im Herbst 2019 von einem Schaukasten in Curitiba/Brasilien entstanden, während der Recherche für ein Projekt für Kunst im öffentlichen Raum. Klebebuchstaben haben sich gelöst, sind teils heruntergefallen, hängen schief. Aber so ergeben sich neue Wörter/Bedeutungen.
The work is based on photos taken in the fall of 2019 of a showcase in Curitiba/Brazil, during research for a project for art in public space. Adhesive letters have come loose, have partly fallen off, hang crooked. But this is how new words and meanings emerge.
Ausstellung “Albert Coers: Coming Soon”, 2021, ep.contemporary, Berlin
Kleine Bibliotheksgeschichte, 2021

Kleine Bibliotheksgeschichte, 2021, 18 x 15 x 7 cm
Yellow Press, ep.contemporary, Berlin, 2021
books, Galerie Vincenz Sala, Berlin, 2022
Yellow Press, ep.contemporary, Berlin

26.08. – 19.09.2021
ep.contemporary, Berlin
Allerlei am Weg ich fand (1971/2021)
Nothing’s gonna change my world? Gr_und, Berlin, 2021

13.8.–5.9.2021
gr_und, Berlin
Talk: Books Unboxed, Fanzineist 2021
In the Video “Books Unboxed” Albert Coers talks about his artist books and shows examples from 2008 ‑2021, on occasion of Fanzineist Vienna Art Book & Zine Fair Online Edition.
Premier screening 2nd August on Fanzineist Vienna Instagram Account (live) at 20:30
“Wer ist Albert?” — Artist’s Book, 2021
Fanzineist Vienna Art Book & Zine Fair, Online-Edition, 2021
Bücher, Riegel, Bildungsbürger – und die Familie Mann. E‑Mail-Dialog Jörg Scheller – Albert Coers, 2020
E‑Mail-Wechsel zwischen Jörg Scheller, Kunstwissenschaftler, Journalist, Musiker und Albert Coers, Mai ‑September 2020.
MehrKlepsydra, 2021
Klepsydra, 2021, Video, 4:38 min
„Klepsydra, 2021“ weiterlesenLiteratur ALBERT
Neue Sendungen sind bei mir eingetroffen: Ein Heft von Albert Hien, meinem ehemaligen Professor an der Kunstakademie München, dem ich ein Exemplar meines Künstlerhefts Englisch-Wörter gegeben hatte. Sein kleines schwarzes Heft (A6) passt erstaunlich gut, mit dem aufgeklebtem Titelschild mit der Aufschrift “Literatur”. Dieser Titel, das anspruchsvolle Wort, ist sichtlich im Bemühen um Sauberkeit und Lesbarkeit geschrieben, seine Buchstaben vorneinander abgesetzt, darunter in großen Blockbuchstaben “ALBERT”, eine deutliche Markierung des Verfassers. Die Schrift dabei etwas kindlich.
Der Gedanke liegt nahe, dass Albert Hien als Kind ein Heft zum Thema “Literatur” geführt hat — und diesen Titel später wiederverwendete. Was wohl der Inhalt gewesen sein mag? Jetzt, bei der aktuellen Veröffentlichung, findet sich innen eine Auwahl aus seinen Ideenskizzen und Zeichnungen, die um Wörter und Wortverbindungen kreisen, teils später in Neon-Schriftskulpturen umgesetzt.
Das Heft erschien 2016 zur Ausstellung “papalapap” in der Galerie Walter Storms.
A‑Z, 2021
A‑Z, Ausstellung TT, Galerie F6, Stiftung Künstlerdorf Schöppingen
730 x 250 cm, 26 Objekte, 22 x 7 x 12,5 cm
Platten, 2021
Platten, 2021
Installation, Schallplatten, 210 x 200 cm
TT, Galerie F6, Künstlerdorf Schöppingen
Caret, 2021
Caret, 2021, Installation, je ca. 33 x 33 x 16 cm
TT, Galerie F6, Künstlerdorf Schöppingen
UMLAUTE (Ä, Ö, Ü, Æ, Å, Ø)
2021, Installation
Karten mit Buchstaben, Folien, Fotokopien, Sound, Stuhl, Buch
Installation view TT, Galerie F6, Künstlerdorf Schöppingen
TT, Galerie F6, Künstlerdorf Schöppingen
Albert Coers / Carsten Lisecki: TT
Galerie F6, Künstlerdorf Schöppingen
30.3. – 25.4.2021
„Schöner Schilderwald“: Radiofeature
Am 21. 3.2021 gab es auf Bayern 2 im Kulturjournal das Radiofeature „Schöner Schilderwald. Der Künstler Albert Coers und sein Münchner Denkmal für die Familie Mann“ von Astrid Mayerle. Hier der link zum Nachhören.
Stipendium Künstlerdorf Schöppingen

Albert Coers ist Stipendiat der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen. Der Arbeitsaufenthalt beginnt im März 2021.
Albert Coers receives a scholarship from the Stiftung Künstlerdorf Schöppingen. The residency begins March 2021.
Cores (Curitiba #4) — inside:OUT Part I
„Wer ist Albert?“
Installation, KloHäuschen, München
5.2. – 28.2.21
BOOKS TO DO, A—Z, Berlin, 2021
BOOKS TO DO, A—Z, Berlin
21.1.21 — 17.2.21
Albert Coers: Englisch-Wörter. 1990/2020
2020 fand Albert Coers ein 30 Jahre altes Vokabelheft aus seinem Englischunterricht wieder. Es erschien so interessant, dass er es fotografierte und jetzt als Künstlerbuch vorlegt. „Albert Coers: Englisch-Wörter. 1990/2020“ weiterlesen
Englisch-Wörter
Recently, I rediscovered a 30-year-old little notebook from English lessons. Some of the words are surprisingly relevant in 2020, on Election Day, when Americans go to the polls: on the first page the word “president”, on the last page “civil rights”, and “trial”.
It’s astonishing what English words I didn’t know at that time, so that I had to write down their German equivalent, for example “ocean” and “follow”.
I’ll make an artistbook from it, one more on the list of Books To Do.
MoreFörderung Stiftung Kunstfonds Publikation 2021
Die Stiftung Kunstfonds hat das Buchprojekt Albert Coers: BOOKS TO DO für eine Förderung im Jahr 2021 ausgewählt.
27. Kunstpreis Kunstverein Aichach

27. Kunstpreis, Kunstverein Aichach
20. 9. — 25. 10.2020
Gasteig Encounters Edition, 2020
Stachus (DSC02021), 2020
Stachus (DSC02021), 2020, Fotografie
KHBI5 — Klohäuschen Biennale, 10.07.–14.08.2020
Gasteig-Encounters, 2020
Gasteig-Encounters, 2020
English
Mit Albert Coers: Gasteig-Encounters erscheint ein Künstlerheft zu JAJA NEINNEIN VIELLEICHT, 15. RischArt_Projekt, im Gasteig München. Coers kombiniert in der Publikation Fotos der postmodernen Architektur des Kulturzentrums mit Bildern aus einem Wörterbuch der Gebärdensprache, erschienen in Ostberlin 1985, zeitgleich zur Eröffnung des Gasteig.
„Gasteig-Encounters, 2020“ weiterlesenGasteig-Encounters, JAJA NEINNEIN VIELLEICHT, Gasteig, München

14-teilige Installation, Druck auf Klebefolie, Alu-Dibond, Papier, A4-A2.
JAJA NEINNEIN VIELLEICHT — 15. RischArt_Projekt 2020, 13.03. – 20.06.2020
STRASSEN NAMEN LEUCHTEN – ein Denkmal für die Manns, 6.6.2020, Literaturforum Brecht-Haus Berlin
Duraline, 12 + 12, ep.contemporary, Berlin
Pellicola, 2019
BOOKS TO DO
FRIENDS WITH BOOKS, Art Book Fair, Berlin

20.- 22.9.2019
Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin
www.friendswithbooks.org
Arbeit an der Pause (Publikation), 2019
Müde Bücher, 2009/19
THE BIG SLEEP, Haus der Kunst
RIEGEL, Baeckerei, Berlin
12.4. — 7.6.2019
Baeckerei, Berlin
Denkmal Familie Thomas Mann
Archive Artist Publications, Haus der Kunst
Die Künstlerpublikation Albert Coers: Straßen Namen Zeichen, 2018 ist zu sehen im Rahmen einer Ausstellung des AAP Archive Artist Publikations/Archiv für Künstlerpublikationen, Haus der Kunst München, 5.10.18–9.6.19.
„Archive Artist Publications, Haus der Kunst“ weiterlesenDomestic Space | Domagk Edition, zweigstelle Berlin

18.- 25.11.2018
DomagkAteliers, Halle 50, München
Wahlen/Wachstum, Kunsthaus Raab, 2009–18
PAUSE (prelude), Haus der Kunst München, 2018
DU KANNST MEHR ALS DU DENKST, 2018

DU KANNST MEHR ALS DU DENKST, 2018, Video, 2:58 min
„DU KANNST MEHR ALS DU DENKST, 2018“ weiterlesenMISS READ: Berlin Art Book Festival
Straßen Namen Zeichen (II), Celibidacheforum und Stadtraum München
Installation, 12. ‑24.04.2018 Celibidacheformum Gasteig, 25.05.–05.06.2018 City
Straßen Namen Zeichen, Publikation, 2018

Albert Coers entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Graphikbüro Suolocco eine Publikation zum Projekt Straßen Namen Zeichen. der Übersetzung von Straßennamen Münchens in Bildwörter der Gebärdensprache.
„Straßen Namen Zeichen, Publikation, 2018“ weiterlesenStraßen Namen Zeichen (I), Kunst-Insel am Lenbachplatz

22.3 — 10.5.2018
Kunst-Insel am Lenbachplatz, München
Jahresgaben, Kunstraum München
Domestic Space | Christmas Edition, Neue Galerie Landshut

Foto: Florian Lechner
Stephan Balkenhol | Albert Coers | Gregor Cürten | Hanne Darboven | Isabelle Dyckerhoff | Florian Ecker | Günther Förg | Zita Habarta | Mark Harrington | Reiner Heidorn | Karin Kneffel | Elvira Lantenhammer | Florian Lechner | Bruce McLean | Robert Morris | Jürgen Paas | Reiner Ruthenbeck | Gabriele Schade-Hasenberg | Paul Schwer | Angela Stauber | Wolfgang Tillmans | Liliane Tomasko | Venske & Spänle | Maria Wallenstål-Schoenberg | Tobias Zaft |
Eröffnung Freitag, 1. Dezember 2017, 20 Uhr
1. Dezember – 6. Januar 2017
Do – So 15 – 18 Uhr
Neue Galerie Landshut
Verein für aktuelle Kunst e.V.
im Gotischen Stadel auf der Mühleninsel
Badstr. 4, 84028 Landshut
0871–6877046
www.ngla.de
Auflagenkunst aus dem Portfolio der Zweigstelle Berlin.
www.zweigstelle-berlin.de
Andreas Stucken | +49 (0) 8251 / 87 16 30
























































































































