RIEGEL, Baeckerei, Berlin

In einem Kunstraum in Berlin-Moabit in einer ehemaligen Bäckerei entstehen mehrere ortsbezogene Installationen. Ausgangspunkt ist die Büchersammlung der Kuratorin des Raums und ihre Spezialisierung auf das Themenfeld „Speisen, Kochen, Essen, Trinken“.
Weitere Anregung bietet der Ort, die ehemalige Bäckerei Seidenschnur, in der Coers, in der Nähe wohnhaft, oft eingekauft hat.

Die Tür des Kunstraumes wird von innen mit Büchern verriegelt. Dieser ist so unzugänglich und nur von außen einsehbar – was dem Konzept der Ausstellungen 2019 entspricht. So dicht als möglich in den Zwischenraum der Griffstange geklemmt, entfalten die Bücher ein skulpturales Eigenleben. Durch einen Spiegel ist die Innenseite der Tür nach außen sichtbar.

Auf dem Boden sind Bücher in einer Sequenz nebeneinander angeordnet, mit der Rückseite nach oben. Sie geben so wenig Informationen über ihren Inhalt preis. Die Anordnung folgt nicht inhaltlichen oder ästhetischen Kriterien wie Einbandfarbe, Größe, Dicke, sondern dem Preis, der sich auf einem Etikett auf der Rückseite befindet. Es ergeben sich so Sprünge von einem Buch zum anderen, da der Preis nicht durchgehend mit den materiellen Eigenschaften korreliert.

Die Vitrine gegenüber, in der ehemals Backwaren präsentiert waren, scheint auf den ersten Blick leer, jedoch sind hier von Büchern abgelöste Preisschildchen platziert. Im Lauf des Installationsprozesses reduzierte sich die Materialität der in der Vitrine gezeigten Objekte immer mehr, bis Verweise in Form von Preisschilder übrig blieben, bei denen es nicht mehr klar ist, auf was sie sich beziehen. Sie entfalten ein Eigenleben, rollen sich auf, werden zu plastischen Objekten.

Als letzte minimale Intervention ist ein Buch im Durchgang zur ehemaligen Ladenwohnung keilartig zwischen Boden und Tür geklemmt, hält sie einen Spalt offen, verengt zugleich den Durchgang und versperrt ihn so.

Eröffnung mit SB-Bar: Donnerstag, 25. April 2019 um 19 Uhr
12.4. bis 7.6.2019

2019 sind alle Ausstellungen durch das Schaufenster sichtbar.

In an art space in Berlin-Moabit several site-specific installations are created. The starting point is the curator’s book collection and her specialization in the field of „food, cooking, eating, drinking“. Further inspiration comes from the place, the former bakery Seidenschnur, where Coers, living nearby, used to shop.

The door of the space is locked from the inside with books. It is so inaccessible and can only be seen from the outside – which corresponds to the concept of the 2019 exhibitions. Clamped as tightly as possible in the space between the handle, the books unfold a sculptural life of their own. The inside of the door is visible to the outside through a mirror.

On the floor, books are arranged next to each other in a sequence with the back facing upwards. They reveal so little information about their content. The arrangement does not follow content or aesthetic criteria such as cover colour, size, thickness, but the price on a label on the back. This results in jumps from one book to another, since the price does not correlate with the material properties throughout.

At first glance, the display case opposite, in which baked goods were once presented, seems empty, but price tags are placed here that have been detached from books. In the course of the installation process, the materiality of the objects shown in the showcase became increasingly reduced until references in the form of price tags remained, where it is no longer clear what they refer to. They unfold a life of their own, roll up, become sculptural objects.

As the last minimal intervention, a book is wedged between floor and door in the passage to the former shop apartment, keeping a gap open, at the same time narrowing and thus obstructing the passage.

Baeckerei
Gotzkowskystraße 33
10555 Berlin
T: (030) 39 88 44 12 M: 0172 39 36 304

www.baeckerei-moabit.de

info@baeckerei-moabit.de