Müde Bücher, 2009/19

Müde Bücher, 2009/19, Foto­gra­fien, je 45 x 30 cm.
THE BIG SLEEP, 2019, Haus der Kunst Mün­chen

„Auf den Bil­dern sieht man jeweils ein Buch mit gebo­ge­nem Ein­band, ja buch­stäb­lich mit gekrümm­tem Rücken. […[ Tat­säch­lich ver­wen­de­te Coers sie davor für eine sei­ner Buch­skulp­tu­ren – sie waren Tei­le einer regel­rech­ten Buch­ar­chi­tek­tur …“ (Wolf­gang Ull­rich).

In THE BIG SLEEP ist eine Aus­wahl aus der umfang­rei­che­ren Foto­se­rie gezeigt, die nach der Instal­la­ti­on „I SOLI­TI TITO­LI“ (2009) ent­stand, mit Büchern eines ver­stor­be­nen Archi­tek­ten, ein Quer­schnitt durch eine bil­dungs­bür­ger­li­che deut­sche Biblio­thek der 1950er bis 80er Jah­re. Somit sind die Fotos auch eine Stu­die die­ses Milieus, das sich ja über das Buch defi­niert, ein Medi­um, des­sen Bedeu­tung in Fra­ge gestellt scheint. Aber gera­de so, in ihrer Ermü­dung, ent­wi­ckeln die Bücher ein Eigen­le­ben. Schwarz­weiß, im Abbil­dungs­maß­stab etwa 1:1 und in Objekt­rah­men prä­sen­tiert, bekom­men die Bil­der skulp­tu­ra­len Cha­rak­ter.
Die Serie ver­bin­det sich the­ma­tisch mit The Big Sleep, medi­al mit Ray­mond Chand­lers gleich­na­mi­gen Roman.

Zwi­schen dem Aus­stel­lungs­ort, dem Haus der Kunst, der Buch­form und den Titeln erge­ben sich viel­fäl­ti­ge Asso­zia­tio­nen. So etwa „MASER: ADOLF HIT­LER“ und „Deut­sches Por­zel­lan“ – hieß das von Hit­ler errich­te­te Haus doch 1937–45 „Haus der Deut­schen Kunst“. Inter­es­sant sind aber auch Wider­sprü­che, etwa zwi­schen der Mas­si­vi­tät des Buches und der Fra­gi­li­tät des Mate­ri­als „Por­zel­lan“.