Jour­nal — 16.6.26, ‑ Traum

Träu­me von mei­nem Vater …

Wache schon um sechs auf, emp­fin­de es als viel zu früh, nach dem lan­gen Abend ges­tern. Lese in Dickens „Dom­bey & Son“ wei­ter; 31. Kapi­tel, Hoch­zeit von Dom­bey mit Edith, sei­ner 2. Frau. Schö­ne Schil­de­rung des Mor­gens, der lang­sam in die Kir­che vor­dringt. Per­so­ni­fi­ka­tio­nen, Meta­phern, Vergleiche.

Schlum­me­re dar­über wie­der ein. Träu­me unklar von Objek­ten, Kis­ten, die ich nicht weg­ge­räumt habe. Doch dann eine ganz hel­le Traum-Erin­ne­rung: Sehe mei­nen Vater! Zuerst seit­lich, er scheint auf etwas schau­en, das da steht, viel­leicht einen Hau­fen Schach­teln, zu kom­men­tie­ren oder zu fra­gen, zurück­hal­tend, fast schüch­tern. Dann dreht er sich zu mir, sehe ihn fron­tal, mit dem Stroh­hut, den er im Som­mer oft trug, in wei­ßem Hemd, die Ärmel locker am Unter­arm auf­ge­schla­gen. „Vati“ rufe ich (im Traum) über­rascht (her­nach bin ich immer noch genau­so über­rascht). Gleich­zei­tig fra­ge ich mich, ob es sein kann (wie man es in Träu­men manch­mal macht), begin­ne zu den­ken, dass es ein Traum ist. Sei­ne Figur steht durch­leuch­tet, fast trans­pa­rent da, blickt mich an, dann beginnt sie nach hin­ten zu kip­pen, in meh­re­ren Stationen/Positionen, die sich über­la­gern, wie eine Mehr­fach­be­lich­tung. Zuletzt liegt er da, die Hän­de auf den Ober­schen­keln, wie Figu­ren auf einer Grab­plat­te, Her­zö­ge, Köni­ge, z.B. in St. Denis.

Bin freu­dig über­rascht über die­ses Traum­bild. Träu­me ja sel­ten von ihm – und erin­ner­te mich in letz­ter Zeit all­ge­mein sel­ten an mei­ne Träu­me. Und dann so über­ra­schend und so plastisch!

J

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