Wahlen/Wachstum, Kunst­haus Raab

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Wah­len, 2009–2018, Abge­paus­te Wahl­slo­gans, Blei­stift auf Back­pa­pier

Beim Bun­des­tags­wahl­kampf 2009 fie­len Coers Pla­ka­te auf, die mit dem Begriff ‚Wachs­tum’ war­ben. Dies schien frag­wür­dig, ange­sichts der auch nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen, etwa der Umwelt­be­las­tung. Coers paus­te das Wort ‚Wachs­tum’ auf Back­pa­pier, über­trug es auf eine Scha­blo­ne und sprüh­te es mehr­fach auf Wahl­kampf­pla­ka­te. Durch die Ver­viel­fäl­ti­gung des Begriffs soll­te die­ser anschau­lich gemacht und ad absur­dum geführt wer­den.  Beim Anbrin­gen der Schrift­zü­ge wur­de er  beob­ach­tet und wegen Sach­be­schä­di­gung ange­zeigt. Das Ver­fah­ren wur­de nach eini­gen Mona­ten ein­ge­stellt.

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kunsthaus-raab-vitrine-IMG_9668Wachs­tum, 2009/18, Doku von Akti­on: Fotos, Brief, Sprüh­do­se, Scha­blo­ne (Remake 2018). Rechts Doku­men­ta­ti­on einer Arbeit von Anna McCar­thy.

Wei­te­re Aus­schnit­te aus Wahl­kampf­slo­gans kopier­te Coers 2017 und 2018. Das Abde­cken und Abpau­sen war ein per­for­ma­ti­ver Akt, der teils für Irri­ta­ti­on sorg­te, dabei völ­lig legal war. Iso­liert von ihrem Zusam­men­hang und auf Umriss­li­ni­en redu­ziert, wir­ken die Schrift­zü­ge neu­tral-doku­men­ta­risch. Sie zei­gen, wel­che Begrif­fe wich­tig waren, rufen Erin­ne­run­gen auf. Sie wider­spre­chen sich zum Teil, erge­ben aber auch neue Ver­bin­dun­gen.

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Aus­stel­lung Schman­kerl, Kunst­haus Raab, Mün­chen

Clau­dia Bar­che­ri, Jut­ta Burk­hardt, Albert Coers, Tabea Elend,
Jonah Geb­ka, Chris­ti­an Har­tard, Han­nes Hein­rich, François Huber,
Agnes Jänsch, Hei­ke Jobst, Bru­no Kuhl­mann, Alfred Kurz,
Anna­bell Lach­ner, Aylin Neu­ho­fer, Pau­li­na Nol­te, Jona­than Pen­ca,
Mako Sang­mong­khon, Wolf­gang Steh­le, Gün­ter Wan­ge­rin

Eröff­nung: 6.10. 2019

Don­ners­ber­ger­stra­ße 15, 80634 Mün­chen
www.kunsthausraab.de