Sta­chus (DSC02021), 2020

Sta­chus (DSC02021), 2020, Foto­gra­fie
KHBI5 — Klo­häus­chen Bien­na­le, 10.07.2020–14.08.2020

Zur Bien­na­le eine aktu­el­le Arbeit und ein Text, in kur­zer und in aus­führ­li­che­rer Form:

Gera­de arbei­te ich dar­an, aus einer 5 x 5 m Bild-Pla­ne (Stra­ßen Namen Zei­chen I, 2018) ein Buch zu machen. Beim Aus­brei­ten haben mich die Fal­ten­bil­dun­gen und die Ver­wand­lung des fla­chen Bil­des in ein neu­es, drei­di­men­sio­na­les Objekt fas­zi­niert. Es ent­stand eine Instal­la­ti­on und eine Foto­ar­beit, mög­li­che Aus­gangs­form für ein ande­res, zukünf­ti­ges Buch. Und zufäl­lig hat das digi­ta­le Bild eine Num­mer, in der bereits die Zahl des nächs­ten Jah­res auf­taucht, 2021, — und die so Bestand­teil des Titels gewor­den ist.

Cur­r­ent­ly, I am working on making a book out of a 5 x 5 m can­vas (Streets Names Signs I, 2018). While sprea­ding it out I was fasci­na­ted by the folds and the trans­for­ma­ti­on of the flat pic­tu­re into a new, three-dimen­sio­nal object. The result was an instal­la­ti­on and a pho­to­gra­phic work, pos­si­ble star­ting point for ano­t­her future book. And coin­ci­dent­al­ly, the digi­tal pic­tu­re has a num­ber in which next year, 2021, alrea­dy appears — and which has thus beco­me part of the tit­le.

Gera­de (Mai 2020) habe ich einen Plan wei­ter­ver­folgt: ein Bild, gedruckt auf einer 5 x 5 m PVC-Pla­ne, in ein Buch zu ver­wan­deln. Das Bild wür­de so zum Objekt, hand­hab­bar, begreif­bar, das Ein­zel­bild zur Sequenz. Das Aus­gangs­bild, ein Foto einer Gehör­lo­sen, die den Orts­na­men „Sta­chus“ in Gebär­den­spra­che dar­stellt, war 2018 als eines von zwei Moti­ven auf der Pla­kat­wand der Kunst-Insel am Len­bach­platz in Mün­chen zu sehen (Stra­ßen Namen Zei­chen I). Bis­her lag es zusam­men­ge­knüllt bei mir unter dem Tisch, ein unför­mi­ger Bal­len. Es tat gut, es jetzt her­vor­zu­ho­len und es zu akti­vie­ren, nach so vie­len Tagen des Still­stan­des, etwas damit zu machen, auch kör­per­lich, und sei es nur, zunächst die Befes­ti­gungs­schnur am Rand abzu­schnei­den. Dann soll­te es in klei­ne­re Stücke/Seiten zer­teilt wer­den.

Beim Aus­brei­ten haben mich die plas­ti­schen Fal­ten­bil­dun­gen und die Ver­wand­lung des fla­chen Bil­des in ein neu­es drei­di­men­sio­na­les Objekt fas­zi­niert. Haare/Kopf erschei­nen als schnee­be­deck­te Gip­fel (häu­fig haben Ber­ge ja auch Namen wie z.B. „Krot­tenkopf). Dar­aus ent­stan­den Instal­la­tio­nen im Licht eines Fens­ters auf dem Dach­bo­den; davon eine groß­for­ma­ti­ge Foto­ar­beit, wel­che die Pla­ne annä­hernd im Maß­stab 1:1 wie­der­gibt. Die Monu­men­ta­li­tät passt zum Motiv. Und erst ab einer gewis­sen Grö­ße sieht man, dass es unschar­fe Stel­len gibt, das Bild auf der Pla­ne pixe­lig, nied­rig auf­lö­send gedruckt ist (da für gro­ßen Betrach­ter­ab­stand kon­zi­piert). Ich stel­le mir vor, dass beim Betrach­ten Fra­gen auf­tau­chen: Gehört die Unschär­fe zum Bild oder zum Bild vom Bild? Wie groß ist es „in Wirk­lich­keit“? Was mich wei­ter dar­an inter­es­siert: Aus etwas Sprach­li­chem, einem Wort, wird ein Bild, dar­aus wird ein ganz ande­res. „Sta­chus“, das Wort-Bild für einen ver­kehrs­rei­chen Platz im Zen­trum der Stadt Mün­chen, wird zu einem Berg, einer Land­schaft.

Mir gefällt es, wei­ter­zu­den­ken: Aus dem Groß­fo­to lie­ße sich wie­der­um ein Buch machen, ein ande­res als das ursprüng­lich geplan­te … 2019 habe ich, als eige­ne Arbeit und klei­ne Publi­ka­ti­on, eine Lis­te erstellt, Books To Do, Bücher, die ich machen möch­te. Zum Teil sind sie bereits rea­li­siert, zum Teil nicht. Real exis­tie­ren­de und ima­gi­nier­te, nur als Idee vor­han­de­ne Bücher ver­mi­schen sich. Die­se Lis­te ist jetzt wie­der län­ger gewor­den.

Just now (May 2020) I have per­sued an idea: to turn a pic­tu­re prin­ted on a 5 x 5 m PVC can­vas into a book. The pic­tu­re would thus beco­me an object, mana­ge­ab­le, touch­a­ble, the sin­gle pic­tu­re a sequence. The ori­gi­nal image, a pho­to of a deaf per­son repre­sen­ting the place name “Sta­chus” in sign lan­guage, was one of two motifs on the bill­board of the art island at Len­bach­platz in Munich in 2018 (Stra­ßen Namen Zei­chen I). Up to now, it was cur­led up under the table, a shapeless bale. It did me good to get it out now and acti­va­te it, after so many days of standstill, to do some­thing with it, even phy­si­cal­ly, if only to cut off the fas­tening cord at the edge first. Then it should be cut into smal­ler pieces/pages.

While sprea­ding it out, I was fasci­na­ted by the plastic folds and the trans­for­ma­ti­on of the flat pic­tu­re into a new three-dimen­sio­nal object. Hair/head appe­ar as snow-cove­r­ed peaks (often moun­tains have names like “Krottenkopf”[eg. in the US: “Lions Head Moun­tain”]). This resul­ted in instal­la­ti­ons in the light of a win­dow in the attic; one of them is a lar­ge-for­mat pho­to­gra­phic work, which repro­du­ces the can­vas appro­xi­mate­ly on a sca­le of 1:1. The monu­men­ta­li­ty matches the motif. And only from a cer­tain size on you can see that the­re are blur­red are­as, the pic­tu­re on the can­vas is prin­ted pixela­ted, low-reso­lu­ti­on (becau­se it is desi­gned for a lar­ge viewing distance). I ima­gi­ne that ques­ti­ons ari­se while loo­king at it: Does the blur­ring belong to the pic­tu­re or to the pic­tu­re of the pic­tu­re? How big is it “in rea­li­ty”? What fur­ther inte­rests me about it: Some­thing lin­gu­is­tic, a word, beco­mes a pic­tu­re, that beco­mes some­thing else ent­i­re­ly again. “Sta­chus”, the word-image for a busy squa­re in the cent­re of the city of Munich, beco­mes a soli­ta­ry moun­tain, a land­s­cape.

I like to think fur­ther: the lar­ge pho­to could be tur­ned into a book again, a dif­fe­rent one than the one ori­gi­nal­ly plan­ned … In 2019, as a own work and as a small publi­ca­ti­on, I have made a list, Books To Do, books that I would like to make. Some of them have alrea­dy been rea­li­zed, others have not. Real exis­ting and ima­gi­ned books mix tog­e­ther. This list has got­ten lon­ger again.