cambio-change

Das Projekt bezieht sich auf die Nähe des Kunstraumes in München zu Viktualienmarkt, Marienplatz, Kaufingerstraße mit zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten. Gegenstand ist der Wechsel, die Veränderung, der spezielle, auf Waren bezogenen Vorgang: „Umtausch“.
Die meisten Waren können umgetauscht werden, was die Illusion grenzenloser Flexibilität erzeugt, ein angenehmes Gefühl des Sich-Nicht-Festlegens. Der Handel bietet diese Möglichkeit „aus Kulanz“, rechnet aber damit, daß sie nicht zu häufig in Anspruch genommen wird, denn jeder Umtausch ist mit Umständen verbunden.
Ziel des Projekts ist, die Möglichkeiten des Umtausches auszuloten, dabei die Versprechung vom ständig möglichen Wechsel zu hinterfragen und durch konsequente Umsetzung ad absurdum zu führen. Gleichzeitig wird das Wertverhältnis von Waren, deren identitätsstiftender Funktion und die Bedeutung der Besitzdauer für das Verhältnis zu den Dingen thematisiert.

Ein Set grundlegender Gegenstände wird erworben (Jacke, Hose, Schuhe, Regenschirm), die der Künstler bei der Eröffnung trägt (Wert 400 €).  Bei gleichbleibendem Ausgangsbetrag werden sie umgetauscht gegen Waren gleicher oder verwandter Produktklassen, aber günstigeren Preises und für eine wandfüllenden Installation verwendet. Am Ende steht wieder das universale Tauschmittel, zentral auch bei Operationen einer Bank, Geld.
Die Arbeit nimmt lose Bezug auf Arbeiten von Thomas Huber, die zeitweise parallel im Kunstraum gezeigt wurden, und in denen die Idee des Kreislaufs ebenfalls eine Rolle spielt.
Bestandteil der Dokumentation sind Fotografien sowie die erhaltenen Kassenzettel.  Einkaufstüten sowie Kleiderbügel, Kartons, Papiere bekommen als Relikte aus dem Einkauf eine eigene Wertigkeit und werden sortiert und archiviert.
Ein Ausschnitt des Ablaufes wird in den Kunstkontext gestellt: im UniCredit Kunstraum werden die Objekte gezeigt, der Begriff „Wechselausstellung“ bekommt so einen neuen Sinn.
Das Projekt greift einen Ansatz von biblioteca collettiva (2005) auf: es ging um den Prozeß der Ausleihe und die Verwendung des Ausgeliehenen in einem vom Leihgeber nicht vorgesehenen Kontext.

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