Super BOOKS 6, Haus der Kunst, 25.–26.10.2025
„Super BOOKS 6, 2025“ weiterlesenDie Gelben Seiten, Berlin
Experimente mit (Un-)Ordnung #25 @KHB_studios, Berlin
Albert Coers: ab hier, 2025
Albert Coers: ab hier
14,8 x 10,5 cm, 56 S., 55 Abbildungen, Ringösenheftung
icon Verlag Hubert Kretschmer
12 + 12 = 24 — Being with Others — Zusammensein, einBuch.haus, Berlin
New book: Who is / Chi è […] Wer ist […] Albert Coers?
Albert Coers: Who is / Chi è […] Wer ist […] Albert Coers?
2024, 60 S., 18 x 11,5 cm, Softcover, Salon Verlag, Köln
Miss Read, Art Book Fair & Festival, HKW, Berlin
Länderkennzeichen / Country Symbols, 3rd edition






Albert Coers stieß in einer Bibliothek auf ein 1985 in Ostberlin erschienenes Wörterbuch der Gebärdensprache Gehörloser. Die Präsenz der Darsteller und die Umsetzung von so komplexen Begriffen wie Nationen in piktogrammartige Zeichen übten einen starken Reiz aus. Aus diesem Buch wählte Albert Coers die Wörter für Länder aus und fügte sie unter Beibehaltung der alphabetischen Reihenfolge zu einem Künstlerbuch zusammen.
Begleitet wird es durch einen Text von Albert Coers zur Recherche und zu den Wörtern und deren möglichen Etymologien, auf Deutsch und Englisch.
2024 ist die 3. Auflage erschienen, erweitert auf 52 Seiten, ergänzt durch die Bildwörter der Kontinente, Afrika, Europa, Asien.
14,8 x 10,5 cm, 52 Seiten, Auflage 200,
Texte Englisch und Deutsch, Übersetzung: Oliver Walker; Drahtheftung
So-viele.de, Heft 44–3, icon Verlag Hubert Kretschmer
ISBN 978–3‑928804–52‑3
basiert auf: Lehr- und Übungsbuch der Gebärden Gehörloser, hrsg. von Gehörlosen- und Schwerhörigen-Verband der DDR, VEB Verlag Volk und Gesundheit, Berlin, 1985
1. Auflage 2016, 36 Seiten, Auflage 500
erschienen anläßlich von super urban village, 10 Kunstprojekte im öffentlichen Raum zum Thema Flucht und Identität, 3.–19. Juni 2016, im Rahmen des Kunstfestivals Ortstermin 2016, Kunstverein Tiergarten, Berlin, kuratiert von Christian Hamm
2. Auflage 2016, 48 Seiten, Auflage 200,
erschienen anlässlich der Ausstellung The Order Of Things
Albert Coers, Mia Goyette, Christine Lemke, 05.11.–17.12.2016, Galerie Soy Capitán, Berlin-Kreuzberg
Country Symbols
In a public library, Albert Coers found a manual for teaching sign language, published in 1985 in East Berlin. He was smitten by the presence of the persons that featured in the pictures and the translation of complex concepts like nations in pictogram-like words. From this book, he selected the words for countrys and nation, keeping the alphabetical order, and arranged them for an artist book.
The book is accompaigned by a text about the research, the words and their possible etmologies.
In 2024, the 3rd edition came out, enlarged by the image-words for continents, Africa, Europe, Asia.
14.8 x 10.5 cm, 52 pages, edition of 200, Texts in English and German, translation: Oliver Walker; wire binding
So-viele.de, issue 44–3, icon Verlag Hubert Kretschmer, Munich 2024
ISBN 978–3‑928804–52‑3
based on: Textbook and exercise book for the sign language of the deaf, published by the Association of the Deaf and Hard of Hearing of the GDR, VEB Verlag Volk und Gesundheit, Berlin, 1985
1st edition 2016, 36 pages, edition of 500 published on the occasion of super urban village, 10 art projects in public spaces on the topic of flight and identity, 3rd — 19th. June 2016, as part of the art festival Ortstermin 2016, Kunstverein Tiergarten, Berlin, curated by Christian Hamm
2nd edition 2016, 48 pages, edition of 200, published on the occasion of the exhibition The Order Of Things Albert Coers, Mia Goyette, Christine Lemke, 05.11.–17.12.2016, Galerie Soy Capitán, Berlin-Kreuzberg
Ex Libris BC
Installation, in memoriam B.C., 7.11.1931 – 15.3.2023.
„Ex Libris BC“ weiterlesenBooks to Do – Works to Do I — Annette Gilbert – Albert Coers
Mit der Literatur- und Medienwissenschaftlerin Annette Gilbert habe ich im April 2022 ein Gespräch über das Buch “Books to Do” geführt, wo es auch abgedruckt ist. Der erste Teil des Gesprächs ist hier nachzulesen:
In April 2022, I had an conversation with Annette Gilbert about my book “Books to do”. (English version here)
3. KHB Buchmesse | Artist Book Fair 2024
„SPRECHEN SIE RUSSISCH“, 1975/2001/2024
Beim Aufräumen fiel mir im Schlafzimmer ein Buch in die Hand: zerfleddert, auseinandergefallen, der Rücken hat sich gelöst: „SPRECHEN SIE RUSSISCH“ von S.A. Chawronina. Es war der Tag im Februar 2024, als ich vom Tod Alexander Nawalnys in einem russischen Gefängnis erfuhr. Ich erinnerte mich an die Versuche, Russisch zu lernen – und meine Beziehung zu dieser Sprache.
„„SPRECHEN SIE RUSSISCH“, 1975/2001/2024“ weiterlesenScaletta (Ewald)
Scaletta (Ewald), 2024, Installation, “Zwischen Licht und Materie — vom Erscheinen und Verschwinden”, Kunstverein Tiergarten, Berlin
„Scaletta (Ewald)“ weiterlesenIndice KVT, 2024
Indice, 2024, Installation, 220 x 190 cm, 25 Kartonstreifen, je 3 x 20 x 0,2 cm
“Zwischen Licht und Materie — vom Erscheinen und Verschwinden”, Kunstverein Tiergarten, Berlin
ARTISTS WHO DO BOOKS — IN THE RACK ROOM #29, Berlin
Books to Do, Booklaunch, einBuch.haus, Berlin
[Buchvorstellung und Gespräch] Albert Coers – Books to Do, Kunstraum München
Bücher 2022 — Berlin im Dezember

Rückblick auf einige Bücher, getauscht, gekauft, in Berlin im Dezember 2022:
„Bücher 2022 — Berlin im Dezember“ weiterlesenOut now: Books to Do
Books to Do
Hatje Cantz: Berlin 2022
Super BOOKS 3, Haus der Kunst München
bin, 2022
Installation, ca. 40 x 60 x 75 cm
29.10. – 10.12.2022
Vincenz Sala, Berlin
books, Vincenz Sala, Berlin
29.10. – 26.11.2022 (extended 10.12.22)
Vincenz Sala, Berlin
A Big Announcement, Bernd Kuchenbeiser zeigt Bücher und Schallplatten, Museum Villa Stuck, München
New Book: Albert Coers: Schöppinger Schläger, 2021
Kalender (A, B, CN, E, F, HR, I, IN, PL, RO, SK, SLO), 2021
2021, Buch- und Taschenkalender, div. Formate
COMING SOON, ep.contemporary, 2021
Out now: Salon (Magazin) No. 17, 2021

Gerhard Theewen (Hg.): Salon (Magazin) No. 17, Salon Verlag Köln 2021
Gerd Bonfert, Jörg Brodde, Albert Coers, Reinhard Doubrawa, Tobias Hantmann, Almut Hilf, Kristina Jurotschkin, Hartmut Neumann, Knut Sennekamp, Caro Suerkemper, Marcel van Eeden, Friedemann von Stockhausen
Kleine Bibliotheksgeschichte, 2021

Kleine Bibliotheksgeschichte, 2021, 18 x 15 x 7 cm
Yellow Press, ep.contemporary, Berlin, 2021
books, Galerie Vincenz Sala, Berlin, 2022
Yellow Press, ep.contemporary, Berlin

26.08. – 19.09.2021
ep.contemporary, Berlin
Allerlei am Weg ich fand (1971/2021)
Literatur ALBERT
Neue Sendungen sind bei mir eingetroffen: Ein Heft von Albert Hien, meinem ehemaligen Professor an der Kunstakademie München, dem ich ein Exemplar meines Künstlerhefts Englisch-Wörter gegeben hatte. Sein kleines schwarzes Heft (A6) passt erstaunlich gut, mit dem aufgeklebtem Titelschild mit der Aufschrift “Literatur”. Dieser Titel, das anspruchsvolle Wort, ist sichtlich im Bemühen um Sauberkeit und Lesbarkeit geschrieben, seine Buchstaben vorneinander abgesetzt, darunter in großen Blockbuchstaben “ALBERT”, eine deutliche Markierung des Verfassers. Die Schrift dabei etwas kindlich.
Der Gedanke liegt nahe, dass Albert Hien als Kind ein Heft zum Thema “Literatur” geführt hat — und diesen Titel später wiederverwendete. Was wohl der Inhalt gewesen sein mag? Jetzt, bei der aktuellen Veröffentlichung, findet sich innen eine Auwahl aus seinen Ideenskizzen und Zeichnungen, die um Wörter und Wortverbindungen kreisen, teils später in Neon-Schriftskulpturen umgesetzt.
Das Heft erschien 2016 zur Ausstellung “papalapap” in der Galerie Walter Storms.
BOOKS TO DO, A—Z, Berlin, 2021
BOOKS TO DO, A—Z, Berlin
21.1.21 — 17.2.21
Pellicola, 2019
Publikation: Faktor X — das Chromosom der Kunst
SIMS, 2015



SIMS, 2015
Installation mit Büchern aus der Sammlung des Kunstvereins Bamberg
Ausstellung Sagen und Zeigen — Schrift in der Kunst, Villa Dessauer, Bamberg, 2015
SIMS [ledge]
Installation with books from the collection of Kunstverein Bamberg
Exhibition Sagen und Zeigen — Schrift in der Kunst [Telling and Showing — Writing, Type, Characters in Art}, Villa Dessauer, Bamberg, 2015
Biglietti, 2013 — libro e segnalibri — Studio Gennai, Pisa

Biglietti, 2013, 6 x 7,5 cm
Libro e segnalibri, Studio Gennai, Pisa
animalibri, Kunstverein Tiergarten Berlin, 2012








animalibri
kuratiert von Ralf Hartmann
Einzelausstellung Solo Show
Kunstverein Tiergarten — Galerie Nord, Berlin
Turmstraße 75, 10551 Berlin
Eröffnung Opening: 15.3.2012
15.3. — 15.4. 2012
Begleitend erscheint die Publikation
In this occasion is published
Müde Bücher ( Salon Verlag Köln)
Für den Kunstverein Tiergarten entwickelt Albert Coers eine die Galerie umfassende Präsentation seiner jüngst entstandenen Arbeiten zu Bibliotheken und Buch, verbunden mit eigens für die Ausstellung enwickelten neuen Arbeiten, die auch die großflächige Öffnung der Galeriefenster zum Straßenraum mit einbeziehen.
Gezeigt werden Arbeiten aus den Jahren 2008 bis 2012, wie z. B. ENCYCLOPEDIALEXANDRINA, eine großformatige Rauminstallation und Wandcollage mit Material aus der Bibliothek von Alexandria, die wesentlich erweitert und durch skulpturale Elemente ergänzt wird. Die Reihe I TITOLI SOLI bestehend aus Frottagen von Bucheinbänden, wird zu assoziativ-erzählerischen Tableaus gruppiert; Müde Bücher, eine Serie von einzelnen Büchern aus einer privaten Bibliothek, wird die vorhergehende Verwendung von Büchern in einer Installation ablesbar machen.
In Zusammenarbeit mit lokalen Bibliotheken entsteht eine ortsspezifische Buchinstallation, die mit deren Beständen arbeitet und sie temporär in den Galerieraum verlagert.
Veranstaltungen
Events during the exhibition
Mittwoch, 28. 3., 19.30 h
Markus Krajewski (Bauhaus-Universität Weimar):
Bücherraumordnungsverfahren.
Vortrag und Gespräch mit Albert Coers
Dienstag, 3. 4., 17.30 h
Führung durch die Ausstellung mit Ralf F. Hartmann, Kurator
Freitag, 13. 4., 18 h
Ausstellungsrundgang exhibition tour, Albert Coers im Gespräch mit in conversation with Ralf F. Hartmann
Die Ausstellung wird gefördert von
With friendly support by
Golart Stiftung, Erwin und Gisela von Steiner Stiftung, Rischart, München.
animalibri
Animalibri: der Titel verschmilzt Worte, die häufig als Gegensätze gebraucht werden: Anima, Seele, Leben, und libri, Bücher. Gleichzeitig steckt in ihm auch Animal (Lebewesen, Tier), was zum Ort, der Galerie im Tiergarten passt. Bücher sind als etwas Lebendiges aufgefasst, siehe die Installationen, siehe auch die Arbeit Müde Bücher. Und Bücher passen zum Ort, zur Galerie Nord als ehemalige Bibliothek.
Im ersten Raum im Osten sind Bücher aus Privatbibliotheken in Fenstern installiert. (Biblioteca privata R.F.H., C.G.E.B., A.J.C., 2012). Die Bücher stammen je Fenster von einem Mitglied des Kunstvereins Tiergarten. Die Anordnung versucht die Interessen der Besitzer aufzugreifen: Im ersten Fenster eine rechtwinklige, architektonische Konstruktion (Ralf Hartmann, Architekturschwerpunkt, Schinkel etc.), daneben eine eher kompakte, „malerische“, wo Bücher über russischen Konstruktivismus und Suprematismus zu finden sind (Claudia Beelitz), dann eine geschichtete (Bücher von Albert Coers). Dennoch entsteht eine Gesamtform, die sich über die Fensterfront erstreckt.
Angesichts dieser raumgreifenden Installationist die Hängung im Raum eher sparsame, steht aber in Verbindung zum Thema der Bibliothek. An der Stirnseite zwei Bündel Leihscheine (jeweils Ausleih- und Rückgabequittungen), aus dem Projekt Biblioteca vitale (2011), für das aus der Bibliothek der Humboldt-Universität Berlin – Grimm-Zentrum hunderte Bücher zum Thema „Leben“ ausgeliehen wurden. Dies korrespondiert mit den grünen Stellvertreterkarten für ausgeliehene Bücher der Biblioteca Botanica, am anderen Ende der Galerie, an der Westwand.
An der Südwand: hängen 10 Stofftaschen aus dem Projekt Zettels Traum, 2011, gefüllt mit Büchern. Die Stofftaschen stammen von verschiedenen Berliner Filialen der Hugendubel-Kette. Dort kaufte Coers insgesamt 69 Exemplare von Wahrigs Wörterbuch, bis ihr Preis derselbe war wie von einem Exemplar von Arnold Schmidts Zettels Traum, fotografierte sie und tauschte sie um bzw. brachte sie zurück. Die Quittungen waren Bestandteil der Arbeit. Am anderen Ende der Galerie sind zwei dokumentarische Fotos der Arbeit zu sehen.
An der Süd- u. Westwand sind grafische Arbeiten zu sehen: I TITOLI SOLI (2009–2012) („nur die Titel“, ein Spiel mit Titeln der Installation I SOLITI TITOLI,2009, aus der sich Müde Bücher ableitete). Es sind Frottagen, Abriebe von geprägten Bucheinbänden, die neu zu assoziativ-erzählerischen Tableaus gruppiert wurden (zum Thema „Berge, Expeditionen, (Lebens)gefahr“, z.T. assoziativ zum Thema der Biblioteca vitale gegenüber, z.B. „wir werden leben“).Die Technik des Abriebs, die u.a. in der Archäologie verwendet wird, um Inschriften wiederzugeben, ist ein reproduzierendes Verfahren mit eigener graphischer Qualität, zwischen Originalzeichnung und Druckgraphik. Die Serie korrespondierte mit Bild-Text-Kombinationen der Installation mit Fotokopien im Mittelraum.
Mittelraum
In den Raum eingepasst steht Scaffale (Biblioteca Botanica), eine Art begehbarer Pavillon aus Holzregalen, war Bestandteil der Installation Biblioteca Botanica, Kunstmuseum Heidenheim, 2006. Dort war es Trägerelement für aus kommunalen Bibliotheken ausgeliehene Bücher zum Thema „Botanik“. Durch die Schrägstellung der Regalbretter wurden Assoziationen an Äste eines Baumes oder die Rippen eines Blattes geweckt. Im Kunstverein Tiergarten wird auf dessen eigene Bibliothek zurückgegriffen: Kataloge, sonst im Raum hinter dem Empfang in einem großen Regal, werden „ausgeliehen“ und neu nach Größe sortiert; und die Bretter entsprechend in Schrägstellung angepasst. Es entsteht eine neue Ordnung. Das Regal hinter dem Empfang der Galerie Nord ist dagegen leer.
Mit dem Thema der Bibliothek, mit dem der Abwesenheit und Neukreation in Verbindung steht ENCYCLOPEDIALEXANDRINA (2008–2012), eine Wandcollage mit Fotokopien aus den Bibliotheken von Alexandria – es gibt mehrere Städte dieses Namens, nicht nur in Ägypten, sondern auch in Virginia und in Italien. Sie bezieht sich auf die legendäre Bibliothek, die alles Wissen der Welt versammelte und deren Bestände auf rätselhafte Weise verschwunden sind. „Von der Rose bleibt nur der Name übrig“ – heißt es in Umberto Ecos Bibliotheksroman „Der Name der Rose“. Von hier lassen sich Verbindungen, zur Biblioteca Botanica herstellen, wie auch die Collage ein Spiel mit Bild- und Textkombinationen und der Vieldeutigkeit von Namen ist.
Müde Bücher (2009/2012) ist eine Serie von einzelnen Büchern aus der Bibliothek eines verstorbenen Architekten, an denen sich bei genauerem Hinsehen die vorhergehende Verwendung in einer Installation ablesen lässt, die zu ihrer Verformung geführt hat. Sie sind charakteristisch für eine bildungsbürgerliche Bibliothek der 1950er-70er Jahre, wie sie Coers aus Erfahrung seines Elternhauses kennt. Präsentiert werden sie als skulpturale Einzelobjekte in einem Karree von Sockeln. Die Objekte waren Bestandteil der Installation I SOLITI TITOLI — LITO, 2009, im Fenster der Lithographiewerkstatt im Künstlerhaus München.
Im Videoraum (im Raum, der hinter „Müde Bücher“ liegt) wurde der Film I SOLITI TITOLI (2009) gezeigt, der zwischen sachlicher Dokumentation und eigenständigem Blick auf eine Installation steht. Zu sehen sind Blicke durch die gleichnamige Installation aus Büchern, die vor einem Fenster aufgebaut sind, auf Passanten und kleine alltägliche Szenen, die, für sich banal, im Verein mit den Buchtiteln neue Zusammenhänge ergeben.
Raum West
Mit dem Regal, aber auch mit den andern Leihzetteln korrespondiert Rappresentanti (Biblioteca Botanica), 2006/2012, Stellvertreterkarten aus grünem Karton mit handschriftlich eingetragenen Titeln und Bibliothekssignaturen an der Querwand am Ende der Galerie. Sie markierten in den Regalen von kommunalen Bibliotheken Bücher, die assoziativ zum Thema „Botanik“ ausgeliehen wurden, verwiesen auf etwas, das abwesend, an einem anderen Ort war, und stellten dadurch eine neue Präsenz her. Die Karten sind nach dem ABC der Verfassernamen angeordnet, streng im Raster. Die unterschiedlichen Grüntöne der Karteikarten ergeben aber ein unregelmäßiges Muster.
Davor im Raum, zwei Boden, die mit Anklägen an Minimalismus spielen: I Classici dell’Arte – versione svizzera, 2012. Als minimalistische Installation am Boden: Bände der Reihe I Classici del Arte – Klassiker der Kunst, eine in der Schweiz produzierte Ausgabe der Bände über Kunst-Klassiker aus Privatbesitz (Bibliothek von Bernhard Coers, Vater von A.C.), ergänzt durch in Berliner Kommunalbibliotheken entliehene Exemplare (u.a. Bibliothek Steglitz, Hansabibliothek, Bruno-Lösche-Bibliothek, Moabit). Die Bände sind mit dem Rücken nach oben gezeigt, monochrom, erinnern an Steinplatten. Ihre Herkunft aus Bibliotheken ist aber an den Barcodes ablesbar.
Enciclopedia critica dell’arte contemporanea, 2012, Schuber von Kritisches Lexikons der Gegenwartskunst. Die leeren Schuber stammen aus dem Bestand des Kunstvereins Tiergarten, der Inhalt befindet sich auf dem Regal, als Quadrat die leeren Hüllen, die farblich mit dem Boden korrespondieren. Sie erinnern an Bodenskulpturen, etwa von Carl Andre.
Daneben sind weitere Installationen zu sehen, etwa der Katalog der Biblioteca Collettiva (2005). Hier sind in einem Karteikasten die Leihscheine aus der ersten Buchbeschaffung durch Ausleihe versammelt.
Fotografien von Installationen sind ebenfalls Zeugnisse, die über ihre dokumentarische Funktion hinaus Eigenwert entwickeln, so beispielsweise in einer Serie von Polaroids, bei denen beim Entwicklungsprozess Fehlstellen auftraten, die das Bildmotiv teils unkenntlich machen, dabei aber etwas Neues entstehen lassen. Die Polaroids sind mit Großbildkamera aufgenommenen Probeabzüge für endgültige Fotos, entstanden 2008 bei der Ausstellung Debutanten. Sie zeigen eine Buchinstallation, Bögen und Fenster.
Begleitet ist die Ausstellung nicht durch einen „normalen“ Ausstellungkatalog, sondern durch eine als Künstlerbuch gestaltete Publikation, Coers’ erstes Fotobuch: Müde Bücher, erschienen im Salon Verlag, Köln, mit dem Text „Ermüdet“ des Kunstwissenschaftlers Wolfgang Ullrich.
Das Buch wird in zwei Einbandvarianten gedruckt, eine davon mit neutral-monochromen Cover, das bei späteren Installationen und Buchskulpturen Verwendung findet (Biblioteca continuata, 2012, Scaletta, Ausstellung AVANZI, Artothek München, 2013.
Biblioteca Galleria, Galleria 44, 2005
Rauminstallation, zweiteilig, je 180 x 230 x 30 cm
14.04.–01.05.2005, Galleria Studio 44, Vico Colalanza 12r, 16123 Genua
Kuratiert von Michael Blume / Michele Fiore
Bücher aus aussortieren oder eingelagerten Beständen Genueser Bibliotheken (Goethe-Insitut, Deutsche Schule, Biblioteca Berio, Universitätsbibliothek) werden wieder zum Leben erweckt. In einer tunnelartigen Galerie sind zwei Wände eingezogen, der Durchgang erschwert bzw unmöglich gemacht. In die erste Wand ist ein Bogen (Höhe ca. 150 cm) eingefügt, der die Form des Gewölbes wieder aufnimmt und architektonisches Zitat ist. Die zweite Wand schließt den Gang, so daß seine wahre Länge unbestimmt bleibt und ein kapellenartiger Zwischenraum entsteht.
Mit Unterstützung des Goethe-Instituts Genua.
















