Jour­nal 11.1.–14.1.2026; Aus­räu­men: Stroh, Kunst­ver­ein Tiergarten

11.1., Sonn­tag

Abho­lung des Pflas­ter­steins vom Sal­va­tor­platz, den ich als Mul­ti­ple in einer Aus­stel­lung gezeigt hat­te, in der Gale­rie der Künst­ler. Gegen Mit­tag nach Frei­sing, Woh­nungs­auf­lö­sung von Wil­fried Stroh, mei­nem ehe­ma­li­gen Latein­pro­fes­sor.
Zunächst den Dom­berg hin­auf; beim Blick auf das Pflas­ter muss ich an die bemän­gel­te Pflas­te­rung am Sal­va­tor­platz den­ken, das Denk­mal lässt mich noch nicht los.
Der Dom. Die fan­tas­ti­sche Kon­struk­ti­on mit dem tie­fer­lie­gen­den Mit­tel­raum, in den man nach der Ein­gangs­hal­le hin­un­ter­steigt. Drü­ben, am ande­ren Ende, wie­der eine Trep­pe, die hin­auf in den Chor führt. Dar­un­ter wie­der eine Trep­pe, hin­un­ter in die Kryp­ta. Im Kreuz­gang. Die Käl­te kriecht von allen Sei­ten her­an. Bes­ser nicht zu lan­ge ste­hen­blei­ben. Eini­ge Frot­ta­gen, von Buch­sta­ben „A“. 

Zur Woh­nung von Stroh, wo ich vor ca. 30 Jah­ren gehol­fen habe, Rega­le auf­zu­bau­en und Bücher ein­zu­räu­men, als ich Hilfs­kraft bei ihm war. Jetzt wird aus­ge­räumt; ein Besen ist in unten in die Tür geklemmt, um Inter­es­sen­ten den Zugang zu ermög­li­chen. Es sind doch vie­le da, die Bücher durch­fors­ten, mit­neh­men, in Taschen, Kar­tons, Roll­kof­fern, Ruck­sä­cken. Inso­fern eine schö­ne Art der Anteil­nah­me und des Inter­es­ses. Eini­ge ken­ne ich auch noch, „von frü­her.“ Aber gleich­zei­tig weiß ich, dass die­se Pha­se doch schon lang vor­bei ist; ein Flash­back in ein ver­gan­ge­nes Leben.

Im ehe­ma­li­gen Wohn­zim­mer ein Berg von lee­ren Akten­ord­nern; sein Nach­lass ist an das Staats­ar­chiv gegan­gen. Ins­ge­samt etwas trau­ri­ge Ver­an­stal­tung – aber wie­der die Erkennt­nis: eine Biblio­thek hat ihren Sinn zu Leb­zei­ten des Samm­lers. Er hin­ter­lässt aber Spu­ren, die für die Nach­welt span­nend sein kön­nen: Namens­ein­trä­ge, Unter­strei­chun­gen, Zeitungsartikel …

Die Bücher sind zum Teil diessel­ben, die mein Vater auch hat(te): Viel zu Musik; Lite­ra­tur­wis­sen­schaft ist hier mit brei­ten Inter­es­sen ver­bun­den, mit Phi­lo­so­phie, Psychologie.

Neh­me eini­ges mit: Kar­tei­kar­ten mit Voka­beln, eine rororo-Mono­gra­phie zu Les­sing, Fer­di­nand de Sauss­u­res „Grund­la­gen der All­ge­mei­nen Sprach­wis­sen­schaft“, Tex­te auf Fran­zö­sisch (Flau­bert, „La Ten­ta­ti­on de saint Antoine“, Huys­mans, „La-bas“, André Gide, Les Caves du Vati­can…), Strohs Geschich­te der Rhe­to­rik. Klin­gers „Römi­sche Geis­tes­welt“. Dar­in mate­ri­ell inter­es­sant ein offen­sicht­lich als Ein­mer­ker ein­ge­leg­tes zer­knüll­tes Tem­po-Taschen­tuch. Ein Voka­bel­heft, das mich an mein Eng­lisch-Wör­ter­heft erin­nert, das ich abfo­to­gra­fiert und als Künst­ler­heft ver­öf­fent­licht hatte.

Schwer bela­den zie­hen wir von dannen.

12.1., Mon­tag

Sehe wie­der den schö­nen Druck des Fotos von Lau­ra Pilar Del­ga­do, mit den zwei Blü­ten, die zusam­men­hän­gen und sia­me­si­schen Zwil­lin­gen ähneln. Ich hat­te sie beim ein​Buch​.haus gekauft, im Rah­men der Akti­on, bei der Künst­ler Dru­cke zum Ver­kauf ein­rei­chen, um dem ein​Buch​.haus zu hel­fen, das von einem Was­ser­scha­den betrof­fen ist. Pos­te sie. 

Fahrt nach Ber­lin. Unter­wegs in Aus­ters 4321. Ent­de­cke jetzt, dass bei man­chen Kapi­teln (z.B. 4.2., 5.2.,) nur die Num­mern ste­hen, als sys­te­ma­ti­sche Kate­go­rie. Doch ist die Sei­te sonst leer: Der Prot­ago­nist ist in die­ser Vari­an­te bereits tot, in 2.2. von einem her­ab­stür­zen­den Ast erschla­gen. Freue mich über die­se (spä­te) Ent­de­ckung. Hat­te es bis­her ein­fach über­blät­tert. Ein­drück­lich auch der Paris­auf­ent­halt, mit den homo­se­xu­el­len Avan­cen. Erin­nert mich an die Fahrt nach Grie­chen­land oder bes­ser, die Rück­fahrt von Grie­chen­land, als ich tram­pend von einem Her­ren (König hieß er, glau­be ich) mit­ge­nom­men und dann ins Hotel ein­ge­la­den wurde.

Kom­me gegen Mit­ter­nacht an. Matteo noch auf, er liest Gedich­te von Kava­fis, grie­chisch-ita­lie­nisch, tes­to a fron­te. Eine Hin­ter­las­sen­schaft des Vor­mie­ters, Mar­co. Hin­ter den Leu­ten steckt doch mehr, als man ver­mu­tet. Ihre Sachen, ihre Bücher spre­chen eine eige­ne Spra­che. Neh­me die deut­sche Fas­sung von 4321 aus dem Regal und erzäh­le, dass ich das Buch gera­de lese.

13.1., Diens­tag

Wache gegen 7 Uhr auf; Undeut­li­ches Bild einer Maschi­ne vor Augen, eines Bau­teils aus Metall mit senk­rech­ten Stre­ben, wie eine Hei­zung, mit glat­ter mes­sing­ar­ti­ger Ver­klei­dung. Es steht an einer Trep­pe; hat eini­ge Kratz­spu­ren, ist schon etwas älter. Auf ein­mal sagt eine Stim­me, das sei ich — was mich erschreckt, ich wache auf. Viel­leicht von den Aus­ter-Geschich­ten beeinflusst?

Sit­ze in der Bru­no-Lösche-Biblio­thek. Abei­lung Roma­ne-Fan­ta­sy/­Co­mics. Das Mann-Denk­mal holt mich aber ein: Habe mir die Publi­ka­ti­on zu einer Aus­stel­lung in der U‑Bahn-Gale­rie Mün­chen mit­ge­nom­men, die Klaus Bäum­ler vom Bezirks­aus­schuss Mün­chen Max­vor­stadt geschickt hat. Setz­te Ant­wort an ihn auf. Die Kor­rek­tu­ren der Lek­to­rin vom Ker­ber-Ver­lag sind zurück.

14.1., Mitt­woch

Schwar­zer Tag heute.

Gleich zwei Zei­tun­gen ver­öf­fent­li­chen Arti­kel, in denen das Feh­len von Hein­rich Mann beim Denk­mal bemän­gelt wird, die Abend­zei­tung und die FAZ. Soll­te mich nicht ärgern, tut es aber doch.

Dane­ben ist das Aus­räu­men der Gale­rie Nord ziem­lich unan­ge­nehm. Wie­der so eine Haus­halts­auf­lö­sung, ein Umzug. Erin­nert mich sehr an die Situa­ti­on let­zen Sonn­tag, in Frei­sing bei Wil­fried Stroh. Sor­tie­re über­zäh­li­ge Exem­pla­re von Büchern, schaue, was noch Brauch­ba­res da ist, was ich viel­leicht selbst mit­neh­men will und kann.

Mache eine schnel­le Instal­la­ti­on mit RE:VISION, den Kata­lo­gen zum 20-jäh­ri­gen Jubi­lä­um, die sich in Schach­teln tür­men. Es han­delt sich um benut­ze Exem­pla­re, die ent­sorgt wer­den sol­len, etwa 50 Stück. Lege sie in einem Recht­eck am Boden aus. Stap­le die lee­ren Schach­teln über­ein­an­der. Ver­su­che ver­schie­de­ne Kon­stel­la­tio­nen. Gewis­se Hilf­lo­sig­keit. Es muss alles recht schnell gehen, und es ist kei­ne Ate­lier- oder Ausstellungssituation

Hel­fe dann mit, die Exem­pla­re in den Papier­con­tai­ner zu tra­gen. Spä­ter wer­de ich noch­mal vor­bei­kom­men, wie­der wel­che her­aus­fi­schen. Ich ertra­ge das ein­fach nicht.

Jour­nal 1.1.–8.1.2026; Bücher, Biblio­the­ken, Paul Auster

1.1.2026, Don­ners­tag

Son­nig, ers­te Fotos des Jah­res aus dem Schlaf­zim­mer­fens­ter, Blick auf die Baum­schat­ten drü­ben auf dem Dach und der Haus­wand, und der Baum, der den Schat­ten wirft. Er steht mit­ten im Hof, von Häu­sern ein­ge­schlos­sen, brei­tet sei­ne Äste nach allen Rich­tun­gen aus, wird von der Mor­gen­son­ne plas­tisch beleuchtet.

Nach­mit­tags in der Vil­la Stuck. Die Male­rei von Loui­se Gio­va­nel­li (Vor­hän­ge, Sze­nen der Par­ty­kul­tur, Küs­se, Kon­sum­kul­tur ….) ganz fan­tas­tisch. Inter­es­sant, in den Räu­men nur Male­rei zu sehen, kei­ne medi­al diver­se Kunst. Bringt Ruhe hin­ein. Ruhe, die dem The­ma zu wider­spre­chen scheint.

Dann hin­auf ins Ober­ge­schoss, wo die Aus­stel­lung über Bücher und Biblio­the­ken ist, an der ich mit einem Zitat an der Wand und der Begleit­pu­bli­ka­ti­on betei­ligt bin.

Zie­he meh­re­re Bücher aus den Kar­tons, u.a. einen Kata­log von Albert Weis. Es gibt auch meh­re­re noch ein­ge­schweiß­te, u.a. einen von Heinz Butz, des­sen Namen mir bekannt ist, dann von Rachel White­read … Packe sie aus, sehe hinein.

Irgend­wie scheint mir aber das Kon­zept der Aus­stel­lung nicht ganz auf­zu­ge­hen. Besu­cher kön­nen in die Schach­teln hin­ein­schau­en, ja, und Bücher her­aus­neh­men, sie able­gen, wenn sie wol­len ord­nen. Aber zu erwar­ten, dass dar­aus eine neue Ord­nung, eine Biblio­thek ent­ste­hen wür­de? Eine Biblio­thek ist eine kom­ple­xe, orga­nisch gewach­se­ne Ord­nung, nach Prin­zi­pi­en, die sich eine Per­son aus­ge­dacht hat oder auf die man sich als Grup­pe einigt und halb­wegs kon­se­quent umsetzt.

Die­se Ord­nung ist in dem Fall unklar. Oder, wo sie vor­ge­ge­ben ist (Beschrif­tung der Schach­teln nach Orten/Institutionen) traut man sich nicht, sie zu ändern. Posi­tiv gespro­chen: die Aus­stel­lung weist genau auf die­se Pro­ble­me hin.

Tee im Café der Archäo­lo­gi­schen Staats­samm­lung. In die Schack-Gale­rie in der Prinz­re­gen­ten­str. Bil­der von Schwind, Feu­er­bach. Wie­der ziem­lich unglaub­lich, die­se mär­chen­haft-ver­spiel­ten Bil­der, auch das Pathos. Dann aber auch wirk­lich gute Male­rei, von Rott­mann etwa, sei­ne süd­li­chen Land­schaf­ten, oder von Feu­er­bach, ein Blumenstilleben. 

Idee für Pro­jekt mit Foli­en der noch unaus­ge­pack­ten Bücher. Fan­ge eine Mail an Sabi­ne Schmid von der Vil­la Stuck an, als Vor­schlag, schi­cke sie aller­dings noch nicht ab. Es sind noch Fei­er­ta­ge, bin noch nicht so recht in Arbeitsstimmung.

2.1., Frei­tag.

Schnee­fall, win­dig. Lau­fen mit E., die wie­der­um die Initia­ti­ve ergreift. Über­win­dung, nach drau­ßen zu gehen, sich zu bewe­gen. Im Nach­hin­ein immer richtig.

Begin­ne bzw. lese wei­ter in Paul Aus­ters 4321. Hat­te das (vor)letztes Jahr ange­fan­gen; es waren mir aber zu vie­le Namen, die Genea­lo­gie der Fer­gu­sons zu kom­pli­ziert. Jetzt freue ich mich noch ein­mal an der Gene­se des Namens, vom ost­eu­ro­pä­isch-jid­di­schen über das vor­ge­schla­ge­ne ame­ri­ka­ni­sche Rocke­fel­ler, der aber ver­ges­sen wird, gera­de aber so, im Ver­ges­sen, zum neu­en Namen wird, vom jid­di­schen „ich hob far­gossn zu „Ferguson“.Hoffe, dass ich mich dies­mal wie­der bes­ser kon­zen­trie­ren kann.

Etwas am Mann-Buch. Wer­de die Blog­ein­trä­ge bis zur Eröff­nung aktua­li­sie­ren müs­sen. Wie mit den Bil­dern umge­hen? Viel­leicht län­ge­re Bil­der­stre­cken vor­ne, in der Mit­te, hinten?

4.1. 2026, Sonntag

Mache eine Lis­te der Bücher, die sich neben mei­nem Bett tür­men, die ich teil­wei­se gele­sen habe oder es noch vor­ha­be, sta­pel­wei­se von oben nach unten:

Paul Aus­ter: 4321
Rai­ner Maria Ril­ke: Gesam­mel­te Gedich­te
Michel Hou­el­le­becq: Res­ter vivant
John Ber­ger: Steps Towards a Small Theo­ry of the Visi­ble
Anna Seg­hers: Aus­ge­wähl­te Erzäh­lun­gen
Four Gothic Novels (u.a. Mary Shel­ley: Fran­ken­stein)
Jules Ver­ne: La Jan­ga­da (aus Tour­nus)
Franz von Bay­ern: Zuschau­er in der ers­ten Rei­he
Maxim Bil­ler: Mama Odes­sa (bei Duss­mann gekauft)
Alex­and­re Dumas: Le Comte du Mon­te-Chris­to I
Paul Bour­get: Sen­sa­ti­ons d’I­ta­lie (Buch­la­den Beau­ne)
Karl Schlögl: Das sowje­ti­sche Impe­ri­um
Alber­to Man­guel: Die Biblio­thek bei Nacht
Her­man Mel­ville: Bil­ly Budd and Other Sto­ries
Paul Aus­ter: Tim­buk­tu
Karl Schlögl: Ame­ri­can Matrix

Die Gegen­wart: Deutsch­spra­chi­ge Erzäh­ler der Jahr­gän­ge 1900–1960
Oswald Wie­ner: die Ver­bes­se­rung von Mit­tel­eu­ro­pa
Ella Al-Shamahi: Der Hand­schlag

Juli Zeh: Unter Leu­ten
Albert von Schirn­ding: War ich das? Von Ankünf­ten und Abschie­den
Gaea Schroe­ters: Tro­phäe
Geor­ges Sime­on: Mai­gret et le clo­chard (Buch­la­den Beau­ne)
Jona­than Fran­zen: Puri­ty
David Fos­ter Wal­lace: A sup­po­sedly fun thing I’ll never do again
Sasa Sta­ni­sic: Wie der Sol­dat das Gra­mo­fon repa­riert
Dani­el Defoe: Robin­son Cru­soe
Jona­than Fran­zen: How to be Alo­ne
Paul Aus­ter: 4321
Chris­ti­an Kracht: 1979
Jor­ge Lou­is Bor­ges: El Aleph
August Strind­berg: Am offe­nen Meer
Stein­bachs Natur­füh­rer Mineralien

Rudyard Kipling: The com­ple­te Stal­ky Sto­ries
Mil­lio­när na pod­wale. Rus­si­scher Lern­kri­mi
Wolf­gang Ull­rich: Iden­ti­fi­ka­ti­on und Empower­ment
Dirk Siep­mann: Le Fran­cais dans tous ses états
Gabri­el Yoran: Die Ver­krem­pe­lung der Welt
Erich Mei­er: Log­buch
Modern Eng­lish Short Sto­ries II
Rudyard Kipling: The Man Who Would Be King
Joseph Con­rad: Youth. Heart of Dark­ness. The End of the Tether
The David Fos­ter Wal­lace Rea­der
Tour­nier: Le gout­te d’or
Bru­no Blas­sel­le: His­toire du liv­re
Pin­dar: Oden
Cars­ten Lis­e­cki: Der Arbeits­auf­ent­halt als Bei­trag zur Erho­lungs­for­schung
Peter Ade: Picas­so, Kokosch­ka und all die ande­ren
Wolf­gang Haas: Wackel­kon­takt
Por­trait du voca­bu­lai­re fran­cais (Larous­se)
Jona­than Fran­zen: The Kraus Pro­ject
Lan­gen­scheids prak­ti­sches Lehr­buch Rus­sisch
Hans Magnus Enzens­ber­ger: Arch, Euro­pa!
Joseph Roth: Erzählungen.

Rein­hold Mess­ner: Gehe ich nicht, gehe ich kaputt
Dos­to­jew­ski: Der Spie­ler
Dos­to­jew­ski: Igrok (Reclam, Russisch)

Mo, 5.1.

Ver­zwei­fel­te Ver­su­che, den Regal­raum für die Auf­stel­lung von mehr Büchern zu opti­mie­ren. Aus­räu­men der Glä­ser, eini­ge kom­men gegen­über auf das Brett über der Küchen­zei­le, wo auch schon ande­re ste­hen. Dann ver­schie­ben der Bret­ter um eini­ge Zen­ti­me­ter, um Platz für ein wei­te­res Brett zu schaf­fen. Gele­gen­heit zum Blät­tern und Stö­bern. Idee, einen Film mit Signa­tu­ren in Büchern zu machen.

6.1. Diens­tag,

Am frü­hen Mor­gen Auf­wa­chen, kann nicht mehr ein­schla­fen. In Aus­ters 4321 wei­ter. Ver­blüf­fen­der Zufall: Der Prot­ago­nist Fer­gu­son ver­öf­fent­licht in einer selbst her­aus­ge­ge­be­nen Schü­ler­zei­tung einen Arti­kel zum Angriff auf Prä­si­dent Nixon in Cara­cas, Vene­zue­la 1958 (Head­line Fra­cas in Cara­cas). Und das genau zum Zeit­punkt des ame­ri­ka­ni­schen Ein­grei­fens in Vene­zue­la 2026! Tau­che jetzt doch stark in den Roman ein. Bis zum Abend kom­me ich schon auf über 300 gele­se­ne Seiten!

Als Neben­ef­fekt eine Rei­he von Anre­gun­gen, u.a. Fil­me wie „Les Enfants du Paradise“.

Dafür blen­de ich die zu tuen­den Din­ge des alten und neu­en Jah­res aus, die sich schon wie­der abzeich­nen, die Ter­min­ein­trä­ge im Kalen­der, die E‑mails, in die ich heu­te gar nicht schaue. Soviel Zeit muss sein.

Der Zwei­fel des Jugend­li­chen Fer­gu­son an der Exis­tenz Got­tes, der so viel Schlech­tes in der Welt zulässt, und der Ver­such, Gott auf die Pro­be zu stel­len, durch bewusst schlech­te Leis­tun­gen in der Schu­le, ein Zei­chen von ihm zu bekom­men, eine Art von Bestra­fung. „Onto­lo­gic chi­cken“ hier­für die schö­ne Bezeich­nung. Das kann ich nach­voll­zie­hen. Ähn­li­che Pro­ble­me und Fra­gen hat­te ich als Jugend­li­cher, als 12-jäh­ri­ger auch.

All­mäh­lich kom­me ich hin­ter die erzäh­le­ri­sche Struk­tur und Poin­te: eine (Lebens)geschichte immer wie­der neu zu erzäh­len, mit leich­ten Vari­an­ten. Es hät­te auch anders kom­men kön­nen. Wenn die­ses oder jenes Ereig­nis nicht gewe­sen wäre ….

Die ein­ge­web­te Geschich­te von den Two Pair of Shows. Könn­te Aus­ter tat­säch­lich als Jugend­li­cher geschrie­ben haben. Aber ob der Ent­schluss, Schrift­stel­ler zu wer­den, wirk­lich schon mit 14 Jah­ren fest­stand? In einer ande­ren Ver­si­on durch die Lek­tü­re von „Crime and Punish­ment“ (Schuld und Süh­ne) beeinflusst.

13.–14.9.25 — Jour­nal- Open Stu­di­os — Uferhallen

Für den Neu­en Ber­li­ner Kunst­ver­ein habe ich Füh­run­gen durch die Ate­liers der Ufer­hal­len Ber­lin gemacht. Ohne selbst ein Ate­lier dort zu haben, bin ich mit meh­re­ren Künst­lern befreun­det und Mit­glied im Ufer­hal­len e.V. , dem Ver­ein, der sich als Inter­es­sen­ver­tre­tung nach dem Ver­kauf des Gelän­des grün­de­te. Die Tage der Offe­nen Ate­liers die­nen auch dazu, die Sicht­bar­keit der Ate­liers und der Men­schen, die dort arbei­ten, zu verstärken.

„13.–14.9.25 — Jour­nal- Open Stu­di­os — Ufer­hal­len“ wei­ter­le­sen

5.8.25, Jour­nal — Souvenirs-Hysmans-Reisen

Brei­te die Sou­ve­nirs der Rei­se nach Frank­reich aus, mar­me­la­de­ge­füll­tes Gebäck, Senf aus Dijon, Tees, Sei­fen und Gels aus den Hotels, die rote Peu­geot-Salz­müh­le aus Dijon, vie­le Pro­spek­te und Stadt­plä­ne, nicht zuletzt Bücher, dar­un­ter ein Bänd­chen über den „Issen­hei­mer Altar“ von Huys­mans, aus dem Muse­um Unter­lin­den in Col­mar. Neh­me dar­auf­hin Huys­mans „À rebours“ aus dem Regal. Hat­te es 2015 ange­fan­gen, wie der Ein­trag vor­ne zeigt, vor 10 Jah­ren – und war bis Sei­te 100 gekom­men, immer­hin. Lese es weiter, …

„5.8.25, Jour­nal — Sou­ve­nirs-Hys­mans-Rei­sen“ wei­ter­le­sen

3.1.2025 Jour­nal — Bibliothekarisches

Ste­he etwas frü­her auf, gegen 8. Heu­te viel Auf­räu­men und Biblio­the­ka­ri­sches. Fin­de die Lis­te zu Super BOOKS 5, auf der ich die Verkäufe/Kontakte notiert hat­te, ver­su­che, die Namen der Inter­es­sen­ten zu rekon­stru­ie­ren; erin­ne­re mich, dass ich mich Anfang Janu­ar bei Lili­an Lan­des von der Bay. Staats­bi­blio­thek mel­den soll­te wegen des Ankaufs von zwei Publi­ka­tio­nen, u.a. das neue „Who is / Chi è…“. Die ande­re ist dort schon vor­han­den, aber vier wei­te­re nicht, wie ich im Kata­log recher­chie­re. Schrei­be ein klei­nes Ange­bot – das abends dann auch schon ange­nom­men wird, was mich sehr freut — Lili­an Lan­des ant­wor­tet also schon in den Tagen nach Neu­jahr!
Dabei sehe ich auch nach andern Büchern und Hef­ten – und fin­de eini­ges nicht gelun­gen; so ist die Rei­he der so-vie­le-Hef­te nur mit Jahr und Num­mer zu fin­den, aber weder Autor noch Titel noch irgend­et­was zum Inhalt ist angegeben.

Da ist es bes­ser, man schreibt sei­nen eige­nen Kata­log: auf der Web­sei­te und auf edcat​.net, der Initia­ti­ve zur Sicht­bar­ma­chung von Künst­ler­bü­chern und ‑edi­tio­nen. Gebe dort drei Bücher ein, TT, Arbeit an der Pau­se und das neue „situa­tions“ von Anne Wodtcke, wofür ich einen Text­bei­trag geschrie­ben habe.

Und auf Wiki­pe­dia unter­wegs, füge eini­ges zum Ein­trag von geor­gia Kra­wi­ec hin­zu. Aber das muss erst noch gesich­tet und frei­ge­ge­ben wer­den. Zeit kos­tet die­ses Biblio­the­ka­risch-Redak­tio­nel­le schon … Zum Glück heu­te auch mit einem klei­nen Erfolg.

1.1. 2025 — Journal

1.1. 2025

Träu­me, undeut­lich, ein gro­ßes Gebäu­de aus Beton, mit höh­len­ar­ti­gen Öff­nun­gen und wei­chen For­men, wie von Hun­dert­was­ser entworfen…

Son­ni­ger Tag. Joga im Licht im Zim­mer, das nach Süden geht, nach dem sym­pa­thisch-sku­r­il­len Buch „Yoga auch im Lehn­stuhl!, von Franz Kra­bich­ler, mit dem 70er/80er-Jah­re-Ein­band; ich hat­te es aus dem Anti­qua­ri­at Kit­zin­ger mit­ge­nom­men, als die Bücher dort alle ver­schenkt wurden.

Abends stel­le ich fest: Der Tag war irgend­wie unbe­frie­di­gend: Vie­le Plä­ne (Tage­buch­schrei­ben, Lesen, in Büchern, in der ZEIT, Kla­vier­spie­len), aber kei­ner davon so rich­tig umge­setzt. Statt des­sen lan­ge Recher­chen nach Abspiel­ge­rä­te­n/CD-Play­ern, nach­dem die neu­en von Igor Levit nicht mehr gele­sen wer­den  (On DSCH, 24 Prä­lu­di­en u. Fugen, als Hom­mage an Bach Ende der 1950er Jah­re kom­po­niert). Tes­te ver­schie­de­ne Play­er, auf dem etwas neue­ren geht es, doch der lässt sich nicht mit den Boxen ver­bin­den etc. Aber typisch: vor lau­ter Beschäf­ti­gung mit der Tech­nik kommt man nicht zu den Inhal­ten. Aber wenigs­tens ein klei­nes Resü­mee soll­te drin sein.

Neu­jahrs­grü­ße tref­fen noch ein. Erin­ne­re mich an Bet­ti­na H., die ich bei Karen I. getrof­fen habe; und die Atlan­tis-Recher­che; suche den Comic in der Mor­ti­mer & Bla­ke-Rei­he und schi­cke ihr einen link.
Das Buch selbst fin­de ich lei­der nicht mehr — und bestel­le es gleich bei Medim­ops — die ers­te Bestel­lung des Jah­res. Der Atlan­tis-Comic (ich hat­te ihn schon ein­mal bestellt, viel­leicht ist er damals nach Dil­lin­gen gelie­fert wor­den, vor der Tür gestan­den, nass gewor­den? Das ist mit dem Katz & Goldt-Buch vor einem Jahr pas­siert…), eine CD mit Schu­mann (Kreis­le­ria­na, Gesän­ge der Frü­he, in die ich auf You­tube kurz hin­ein­höh­re); ein Band mit Erzäh­lun­gen von Cle­mens Setz („Der Trost run­der Din­ge“). Glau­be, ich habe ein­mal hin­ein­ge­le­sen, fand eini­ge Sachen eher absto­ßend, aber jetzt, nach­dem ich „Indi­go“ und sei­nen Roman über die Kuge­lin­nen­wel­ten gele­sen habe – das ist ein­fach ein guter Autor! Und sei­ne Instagram-Posts!

Am Buch zum Mann-Pro­jekt, eng­li­sche Über­set­zung des Tex­tes von Kers­tin Klein. Durch die auto­ma­ti­sche Über­set­zung haben sich vie­le For­ma­tie­run­gen verschoben/verändert. Und dann wür­de es sich loh­nen, exis­tie­ren­de Über­set­zun­gen zu Rate zu zie­hen. Suche nach Büchern mit den Brie­fen Manns. Die Staats­bi­blio­thek hat wenig. Eine Recher­che in der Mona­cen­sia im Hil­de­brand­haus wäre gut. Das aber ein grö­ße­rer Auf­wand, dort­hin zu fah­ren und die gan­zen Stel­len nach­zu­se­hen. Das wird so oder so noch viel Arbeit.

Eini­ge Recher­chen wegen des Hau­ses in Dil­lin­gen — soll man die Hei­zung kom­plett aus­schal­te — oder wie dem Frost bei Abwe­sen­heit begeg­nen? Inge­samt doch auch eine Belas­tung, auch wenn die Tage dort (die ver­gan­ge­ne Woche) sehr schön waren. 

Es ist schon zwan­zig nach zehn. Aber doch noch wenigs­tens eini­ge Noti­zen gemacht!

Jour­nal — Aus­ter — Don Qui­jo­te — Appropriation

24.5.24, Frei­tag

End­lich den klei­nen Blog­ein­trag zu Paul Aus­ter. Inter­es­sant, wie ein Autor den ande­ren gibt: Über Aus­ters „City of Glass“ kom­me ich zu Cer­van­tes „Don Qui­chot­te“ (oder Qui­jo­te oder Qui­xo­te); Aus­ter erwähnt ihn im Gespräch Quinn-Aus­ter im Bezug auf Fra­gen der Autor­schaft,  Manu­skript­fik­ti­on etc. Suche nach die­sen Stel­len, neh­me die rote Reclam-Fremd­spra­chen­aus­ga­be aus dem Regal, dann das Gold­mann-Taschen­buch aus den 1960ern. 

Ehr­geiz, wie­der Spa­nisch zu lesen, mit Hil­fe der Wort­er­klä­run­gen und des deut­schen Tex­tes geht es eini­ger­ma­ßen; Ita­lie­nisch, Fran­zö­sisch hel­fen natür­lich, es feh­len aber die ca. 30 % an Wör­tern und For­men, die ich mir nicht erschlie­ßen kann. Trotz­dem, es macht Spaß, und die Geschich­ten sind amü­sant, etwa die Befrei­ung von Sträf­lin­gen, die sich dann gegen den „Wohl­tä­ter“ selbst kehrt.

Mer­ke, dass der Blei­stift, mit dem ich Anstrei­chun­gen und Noti­zen mache, mit den Far­ben rot-gelb gut zur spa­ni­schen Lek­tü­re passt. Und eine Par­al­le­le zur Lan­ze auf den Covern bildet. 

Und irgend­wie passt der Don Qui­chot­te auch als Iden­ti­fi­ka­ti­ons­fi­gur: Kampf gegen Fah­nen­mas­ten beim Denk­mal für die Fami­lie Mann am Sal­va­tor­platz; Aus­ein­an­der­set­zung mit Ver­wal­tung, die Illu­si­on, man sei in einer ganz pri­vi­le­gier­ten Lage; durch gut­ge­mein­te Ver­su­che macht man eine Sache nur noch schlimmer.

Wei­ter­le­sen in Don Qui­jo­te; drin­ge lang­sam in den Bereich vor, wo es erzähl­tech­nisch inter­es­sant wird, nach dem berühm­ten Kampf gegen die Wind­müh­len (moli­nas), schö­ne Umkeh­rung: Ein Zau­be­rer habe die Gigan­ten in Wind­müh­len ver­wan­delt, behaup­tet Don Q. Die nächs­te Geschich­te, Kap. 9, bringt einen span­nen­den Zwei­kampf, der mit­ten drin abge­bro­chen wird – vom Erzäh­ler, der her­vor­tritt und das Ende des ihm vor­lie­gen­den Manu­skripts ver­kün­det – dann im nächs­ten Kapi­tel den Rest sucht und findet.

Das ist die Stel­le, die ich so lan­ge gesucht hat­te, und auf die Aus­ter in „City of Glass“ ver­wie­sen hat­te. In der Gold­mann-Taschen­buch­aus­ga­be fehlt übri­gens die gan­ze Manu­skript-Geschich­te, der Zwei­kampf geht naht­los wei­ter. Offen­bar wur­de das als für den Leser zu kom­pli­ziert empfunden.

29.5.24, Mitt­woch

[…] Auf­wa­chen gegen 5, kann nicht mehr schla­fen, lese wei­ter in Aus­ters zwei­tem Band der NY-Tri­lo­gie, „Ghosts“. Eigent­lich ein­fa­che Struk­tur: Zwei Män­ner beob­ach­ten sich gegen­sei­tig, sind als Detek­ti­ve auf­ein­an­der ange­setzt, schrei­ben ihre Beob­ach­tun­gen auf. Sym­me­trie. Wie­der ist der Schreib­akt ganz wich­tig – und der Aspekt der Ein­sam­keit, Iso­la­ti­on als Fol­ge und Vor­aus­set­zung des Schreib­ak­tes zugleich. Damit tue ich mich etwas schwer; stel­le mir Aus­ter schon als sozia­len, gesell­schaft­lich akti­ven Typ vor. Viel­leicht ist es auch ein gewis­ser Neid auf so eine ein­sam-kon­zen­trier­te Situa­ti­on – wäh­rend ich den gan­zen Tag mit Ver­wal­tungs­ar­beit und Kom­mu­ni­ka­ti­on beschä­figt bin, manch­mal gar nicht zum Kunst­ma­chen kom­me – oder zum Schreiben.

Dann begin­ne ich mit dem 2. Teil des Don Qui­jo­te — wo es von den inter­tex­tu­el­len Bezü­gen noch inter­es­san­ter wird – und der ja 10 Jah­re nach dem 1. her­aus­kam: Das Buch selbst taucht aber­mals auf, dies­mal aber in fer­ti­ger Form, als Über­set­zung des Tex­tes eines einem arba­bi­schen Autors, Cid Ben­ga­li. wird dem Don Q. als bereits erschie­nen prä­sen­tiert, wird dis­ku­tiert, kri­ti­siert. Es taucht die Fra­ge auf, inwie­fern der Autor ver­trau­n­es­wür­dig sei, ob die Geschich­te der Wahr­heit ent­spre­che, tat­säch­lich sich so wie beschrie­ben zuge­tra­gen habe…

Mir fällt Bor­ges ein, mit der Kurz­ge­schich­te “Pierre Menard — autor del Don Qui­jo­te”, der den Roman im 20. Jahr­hun­dert noch ein­mal geschrie­ben hat — aber genau iden­tisch. Damit ver­bun­den die Fra­ge, ob er als Autor des Don Qui­jo­te gel­ten darf — was im Titel schon beant­wor­tet ist. Annet­te Gil­bert hat­te das damals, 2011, als Ein­stieg in ein Sym­po­si­um zum The­ma “Appro­pria­ti­on” ver­wen­det, “Wie­der­auf­ge­legt. Zur Appro­pria­ti­on von Tex­ten und Büchern in Büchern”. Dazu erschien ein schö­ner Band bei tran­skript. Ich hat­te einen Bei­trag zur Rei­he “Ex-Libris” des Salon Ver­lags gemacht.
Eigent­lich war das, im Zusam­men­hang mit der Dis­ser­ta­ti­on, mein Ein­stieg in die Welt der Kon­zept-Bücher, all­ge­mein der Künst­ler­bü­cher, damals hat­te ich auch Mich­a­lis Pich­ler ken­nen­ge­lernt, der über sei­ne künst­le­ri­sche Arbeit berich­tet hat­te und seit 2009 die Miss Read veranstaltet. 

Ich wer­de Annet­te dem­nächst, am 8.6. bei der Vor­stel­lung von “Books to Do” im Miss Read Space in Ber­lin treffen. 

Jour­nal — Paul Auster

Es ist schon ein paar Wochen her, aber es beschäf­tigt mich immer noch: Paul Aus­ter ist am 30.4. 24 gestor­ben.
Aus­ter hat mich lan­ge beglei­tet, zeit­wei­se war ich süch­tig nach sei­nen Texten.

Grei­fe ins Regal, wo eine gan­ze Rei­he sei­ner Bücher ste­hen, lese noch ein­mal Tex­te von ihm, ent­de­cke Aktu­el­les: in „Tal­king to Stran­gers“ hat­te er über Sal­man Rush­die geschrie­ben – und die täg­li­che Hoff­nung, er möch­te die nächs­ten 24 Stun­den über­le­ben. Der Text ist von 1993 und an den Rand notiert hat­te ich „2023“ – als Rush­die drei Jahr­zehn­te spä­ter tat­säch­lich Opfer eines Angriffs wur­de; sein Buch „Kni­ves“ über das Atten­tat liegt gera­de im Schlaf­zim­mer.

In “The Brook­lyn Fol­lies” ent­de­cke ich eine Wid­mung mei­nes inzwi­schen eben­falls ver­stor­be­nen Vaters von 2005 — ich hat­te das Buch mir aus­drück­lich gewünscht. 

Begon­nen hat­te die Aus­ter-Begeis­te­rung für mich, wie für vie­le, mit der „New York Tri­lo­gy“, mit „City of Glass“, vor fast 20 Jah­ren. Ich weiß nicht mehr genau, wie ich auf ihn kam, ver­mut­lich nach mei­nem Auf­ent­halt in New York 2004; das rote Reclam­bänd­chen aus der Rei­he der Fremd­spra­chen­tex­te ist von 2005, eben­so der Rest der New York Tri­lo­gy in einem Pen­gu­in-Band (ich glau­be, von der Munich Rea­dery, Augustenstr./Ecke Schel­ling), vom Novem­ber, dann „Moon Palace“ vom Dezem­ber. Inter­es­sant, wie­viel eng­li­sche Wör­ter ich damals noch nicht wuss­te und unter­rin­gel­te — die für mich jetzt selbst­ver­ständ­lich sind. 

Was mich an Aus­ter fas­zi­nier­te (und dies wei­ter­hin tut): Er erzählt Geschich­ten, die sich zur Iden­ti­fi­ka­ti­on anbo­ten, in denen ich mich wie­der­fin­den konn­te.
Der jun­ge Mann etwa, der sich immer wei­ter ein­schränkt, auf Tele­fon, Hei­zung, am Ende auch Woh­nung ver­zich­tet, Näch­te im Cen­tral Park zubringt.
Es sind immer wie­der Sät­ze, die zu mei­ner Situa­ti­on pass­ten, z.B. „I lived in that apart­ment with over a thousand books“, die­sen Satz hat­te ich mir in „Moon Palace“ gleich auf Sei­te eins unter­stri­chen.
Häu­fig beschreibt er Sze­nen, die aus Arbei­ten der Kon­zept­kunst, aus Kunst­in­stal­la­tio­nen stam­men könn­ten; etwa die Zweck­ent­frem­dung von gefüll­ten Bücher­kis­ten als „ima­gi­na­ry fur­ni­tu­re“, als Möbel, als Bett­statt, Tisch, Stuhl etc. Das war schon nahe dran an den Buch­in­stal­la­tio­nen, die ich in den Jah­ren ab 2004 ent­wi­ckel­te. Und dann die Ver­bin­dung Bücher und Per­son, als der Erzäh­ler Stück für Stück sei­ne Bücher ver­kauft, sei­ne Woh­nung sich leert: „Pie­ce by pie­ce, I could watch mys­elf disappear“.

Die ima­gi­nä­ren Archi­ve, etwa die unter­ir­di­sche Samm­lung von Tele­phon­bü­chern von Städ­ten welt­weit in „Ora­cle Night“ – die dann ähn­lich, aber his­to­risch-kon­kret bei Karl Schlö­gel „Im Rau­me lesen wir die Zeit“ auftauchen.

Oder den Stadt­wan­de­rer, der in „City of Glass“ vir­tu­el­le Spu­ren durch Ablau­fen von Stra­ßen­zü­gen hin­ter­lässt, die sich dann, bei Blick von oben auf einen Stadt­plan, als Buch­sta­ben, als per­for­ma­tiv erzeug­te Mit­tei­lun­gen lesen las­sen – das könn­te man sich gut als tat­säch­li­ches Kon­zept einer Per­for­mance vorstellen. 

Das fas­zi­nie­ren­de The­ma Selbst­re­fe­renz: Sich selbst beim Schrei­ben zuzu­se­hen. Die Ebe­nen ver­schach­teln. Mit der eige­nen Iden­ti­tät und der Fik­ti­on  spie­len: „My name is Paul Aus­ter. This is not my real name” (City of Glass). Der Ver­fas­ser von Detek­tiv­ro­ma­nen, der selbst in eine Detek­tiv­ge­schich­te ver­wi­ckelt und mit dem Namen des Autors ange­spro­chen wird – wobei die Fra­ge im Hin­ter­grund steht: Wer ist der Autor? Als Höhe­punkt der Besuch des Erzäh­lers beim Autor Paul Aus­ter zu Hau­se. Erin­nert an Italo Cal­vi­no „Wenn ein Rei­sen­der in einer Winternacht“.

Das gefiel mir damals, das gefällt mir immer noch, auch wenn die Ver­fah­ren inzwi­schen bekannt sind. Die­ses Spiel mit Namen, die­se Selbst­re­fe­renz, das taucht ja auch in der Reche­re­che und den Instal­la­tio­nen „Wer ist Albert?“ auf.

Begin­ne “Moon Palace” noch ein­mal zu lesen, dann “City of Glass” …

Nach­le­se: Leip­zig „it’s a book“

23.3. 24
Von Dres­den nach Leip­zig – da noch Zeit bis zur Abfahrt des Zuges ist, zum Albert-Platz. Foto des Stra­ßen­schil­des vor dem Käst­ner-Haus, Fort­set­zung der Serie der Stra­ßen mit mei­nem Vornamen.

In Leip­zig zur Hoch­schu­le für Gestal­tung, wo die Mes­se “it’s a book” statt­fin­det — par­al­lel zur “gro­ßen” Buch­mes­se, Bin zum ers­ten Mal hier. Habe schon öfter von der Mes­se gehört, aber es hat sich bis­lang nicht ergeben. 

Im Licht­hof, sehr schö­ner Raum. Die Tische im Erd­ge­schoss und auf den fol­gen­den Eta­gen des Trep­pen­hau­ses. Tref­fe gleich Mich­a­lis Pich­ler, kau­fe ihm für klei­nes Geld eine Zei­tung ab, ein Reprint von Zei­tun­gen des 11. Sep­tem­ber 2001, wo alle ame­ri­ka­ni­schen Flag­gen durch frei­ge­stellt und auf­ge­klebt repro­du­ziert sind – ein­schließ­lich der Rück­sei­te der Cutouts.

Gegen­über Arg­o­books mit Vanes­sa Adler. Tau­sche gegen ein Exem­plar von „Län­der­kenn­zei­chen“ ein klei­nes Buch von Ann Noël: „Spi­ra­le“, wo sie Lis­ten nach dem ABC geord­ne­ter Begrif­fe bringt, z.B. Abkür­zun­gen, Namen, Künst­ler etc., die sie zum Ein­schla­fen sich mit ihrem Part­ner hin- und her­ge­spielt und schließ­lich auf­ge­schrie­ben hat.

Ich tref­fe Aslak Gur­holt, Grafiker/Künstler aus Nor­we­gen. Wir unter­hal­ten uns über die Ähn­lich­kei­ten von Kon­zep­ten und Hand­lun­gen – er sam­melt Spiel­kar­ten im öffent­li­chen Raum und hat schon eini­ge Leu­te ken­nen­ge­lernt, die das­sel­be tun. Und glei­che Namen: er recher­chiert nach Paul Rand, und es kom­men ihm vie­le Ver­tre­ter des­sel­ben Namens unter. Mir fällt Alan Ber­li­ner ein, mit sei­nem Film „The swee­test sound“, wo es um Namen und v.a. sei­nen eige­nen geht — ich hat­te den ich ein­mal auf der Ber­li­na­le gesehen.

Er schenkt mir ein Heft, das sich mit Löchern beschäf­tigt: Die bekann­ten zwei Lochun­gen zum Abhef­ten sind ergänzt durch wei­te­re, die im Zusam­men­spiel mit dem grü­nen Papier und der Illus­tra­ti­on von Fah­nen zu Golf-Löchern wer­den. Eine ein­fa­che, sehr schö­ne Idee. Neben dem Stand des Ver­lags aus Nor­we­gen ist Fel­der­books, von Win­nes, der mir eben­falls im Tausch ein Heft gibt, „Can I Bor­row Your Logo?“, abfrot­tier­te Mar­ken­si­gnets von Autos.

Wei­ter oben tref­fe ich den Stand von ein​Buch​.haus, kau­fe „How to book Ber­lin“. Zwar ist mir vie­les bekannt, aber die State­ments der Leu­te dar­in, von denen ich vie­le ken­ne, sind inter­es­sant. Viel­leicht lie­ße sich etwas Ähn­li­ches für Mün­chen ent­wi­ckeln, mit Hubert Kret­schmer zusam­men. Dane­ben ist Robin Waart. Wir tau­schen ein Heft gegen einen Dop­pel­ka­ta­log mit Post­kar­ten, von zwei ver­schie­de­nen Pro­jek­ten, raf­fi­niert oben und unten.

Moritz Grün­ke von Glo­ria Glit­zer schenkt mir ein Meta-Heft, Gedan­ken über die Zukunft von Buch­mes­sen – die er lie­ber als „Fes­ti­vals“ bezeich­net wis­sen möch­te, wegen der Asso­zia­ti­on mit Han­del, Kom­merz, finan­zi­el­ler Gewinn, der bei „Buch­mes­se“ oder „Fair“ mit­schwingt – und was bei den aller­meis­ten Teil­neh­mern gar nicht der Fall ist, dar­über hin­aus den Erhalt von För­de­run­gen erschwert (The Future of Art Book Fes­ti­vals (form­er­ly known as fairs). Es geht immer wie­der um wirt­schaft­li­che Aspek­te: wer pro­du­ziert mit wel­chen Mit­teln, wer kauft Künst­ler­bü­cher? Für mich ist es ja finan­zi­ell auch eine Side­line, ein Zuschuss­ge­schäft, ohne För­de­rung nicht zu machen. Trotz­dem bin ich stolz, wenn ich beim Besuch von Mes­sen etwas ver­kau­fe und die Kos­ten der Mes­se (Gebühr, Anfahrt…) wie­der ein­spie­le, ja sogar dar­über hin­aus­kom­me. Und eigent­lich möch­te ich lie­ber an einer „Mes­se“ teil­neh­men als an einem „Fes­ti­val“, weil ers­te­res sich ernst­haf­ter, seriö­ser anhört. Das sind so die Wider­sprü­che, auf die Moritz hinweist.

Beim Tex­tem-Ver­lag kau­fe ich fast immer ein Büch­lein aus der Rei­he „Klei­ner Stim­mungs­at­las in Ein­zel­bän­den“. Die sind hand­lich und eigent­lich immer gut geschrie­ben. Und einen Band „Dilet­tan­tis­mus“ bei­zu­steu­ern habe ich ja vor – aber als Ein­übung scha­det es sicher nicht, eini­ge ande­re Bän­de zu lesen – so recht­fer­ti­ge ich wei­te­re Käu­fe. Dies­mal fällt mein Auge auf „Welt­raum“ von Sebas­ti­an Bur­dach. Für das The­ma inter­es­sie­re ich mich sowie­so, und  Nora Sdun erzählt mir so enga­giert aus dem Inhalt, von der Welt­raum-Wer­bungs­kon­kur­renz zwi­schen Cola und Pep­si, dass ich zugreife.

Unten tref­fe ich Elfi Sei­del, die ich u.a. von der Aus­stel­lung bei Vin­zenz Sala her ken­ne. Wir und ihr Part­ner unter­hal­ten uns im „Gar­ten“ u.a. über das Denkmal-Projekt.

Ich kau­fe bei Roma Publi­ca­ti­ons ein Buch, das mir gleich am Anfang ins Auge gesto­chen ist: „Exosphe­re“ von Batia Suter; Fotos von den Ver­pa­ckun­gen von Objek­ten aus Sty­ro­por und Kar­ton, asso­zia­tiv kombiniert.

Eini­ge Stun­den bin ich hier, habe vie­le getrof­fen, eini­ges getauscht und auch gekauft, jetzt gar kein Bar­geld mehr; jetzt das Gefühl, es reicht lang­sam. Ich mache mich auf den Weg zum Bahnhof.

In der Buch­hand­lung dort noch ein letz­tes Buch: „Das dop­pel­te Deutsch­land“ von Ursu­la Wei­den­feld. Das The­ma fin­de ich inter­es­sant, gera­de aus Dres­den und Leip­zig kom­mend. Dar­über­hin­aus reizt mich, dass es sich um ein von der Autorin signier­tes Exem­plar han­delt – mit Feh­lern im Druck: man­che Zei­len sind gewun­den, geschwun­gen; was ihnen eine gewis­se Plas­ti­zi­tät verleiht.

Jour­nal 15.3.24 — Vater, Bil­der, ABC. “What is life?“

Heu­te ist es ein Jahr her, seit mein Vater gestor­ben ist. Es fühlt sich nicht solan­ge an. „Schon ein Jahr“ möch­te man sagen, und ist überrascht.

Sehe mir Fotos vom März letz­ten Jah­res auf dem Smart­phone an. Schon eine distan­zie­ren­de Ober­flä­che. Und selt­sam ernüch­ternd, was mit den Bil­dern des Toten und von der Beer­di­gung pas­siert, wenn sie im Mini-For­mat, neben allen mög­li­chen ande­ren Fotos auftauchen.

Ver­su­che, Fotos zu ord­nen. Beim Ver­bin­den des Smart­phones mit dem Lap­top, beim Mar­kie­ren von Fotos, um sie sie chro­no­lo­gisch in Ord­ner auf die Fest­plat­te zu ver­schie­ben, setzt sich der Vor­gang fort und lässt sich nicht mehr stop­pen – Kolon­nen von Bil­dern wan­dern auf dem Bild­schirm ruckelnd nach unten, bekom­men einen blau-trans­pa­ren­ten Schat­ten, der Zei­le für Zei­le vor­rückt. Der Rech­ner hängt sich auf, die Daten­men­gen waren wohl zu groß. 

Kli­cke mich teils durch die Ord­ner – es müs­sen über 70 sein – die mit „West­end­str.“ beschrif­tet sind. Es sind tau­sen­de von Fotos, die ich gemacht habe, vom Haus, von Objek­ten, von Schrift­stü­cken – und von Instal­la­tio­nen. Ich wer­de nur einen Bruch­teil davon je ver­öf­fent­li­chen können.

Suche nach einem, das zum heu­ti­gen Tag pas­sen könn­te, um es auf Insta­gram zu pos­ten. Da ist die Instal­la­ti­on mit alten Kof­fern, die ich vom Dach­bo­den aus abseil­te. Der Vater ist verreist …?

Da sind die Fotos aus dem Kel­ler­gang, wo er Kunst­dru­cke in einem Regal lager­te, und die Anfangs­buch­sta­ben der Künst­ler an die Wand schrieb, mit oran­ge­far­be­ner Krei­de. Jetzt, nach­dem das Regal leer­ge­räumt und abge­baut ist, tau­chen die Buch­sta­ben wie­der auf. Sys­te­ma­ti­sie­rungs­ver­su­che, die durch das Sam­meln und das Mate­ri­al selbst ver­deckt wurden.

Wei­ter kom­me ich, im Ord­ner „Diver­se“, wo ich alle abge­spei­chert habe, die zu sor­tie­ren ich noch kei­ne Zeit hat­te, auf die vie­len Fotos von den Ver­su­chen, noch wäh­rend des Aus­sor­tie­rens Bücher zu doku­men­tie­ren, u.a. die mit sei­nem Namen im Vorsatz/Titel. Das erscheint mir jetzt am bes­ten. Ich wer­de das mor­gen machen. 

Abends auf der Eröffnung/Einweihung von Albert Hiens Kunst-am-Bau-Arbeit “CAR­PE DIEM” im Oskar-von-Mil­ler-Gym­na­si­um in Mün­chen. Im gro­ßen Trep­pen­haus eines Uhren­turms am ver­klei­de­ten Gelän­der: Buch­sta­ben, Wör­ter lau­fen von oben nach unten, über­la­gern und wie­der­ho­len sich, Latei­ni­sche Sprü­che, die mit Zeit zu tun haben (TEM­PUS FUGIT, VITA BRE­VIS, ARS LON­GA, CAR­PE DIEM, wie es als Mosa­ik unten am Ein­gang auf­taucht …). Die­ses eph­eme­re Auf­leuch­ten passt schon sehr gut zum The­ma Zeit und zum Raum. Und Licht­in­stal­la­tio­nen sind unglaub­lich foto­gen. Viel­leicht, weil Foto­gra­fie ja selbst auf Licht­ein­fall reagiert.

Anschlie­ßend zur Finis­sa­ge der Aus­stel­lung “What is life” von Sebas­ti­an Pöll­mann in der Arto­thek. Sebas­ti­an ken­ne ich schon über 20 Jah­re, in den let­zen Jah­ren haben wir uns etwas aus den Augen ver­lo­ren, zwi­schen Ber­lin und Mün­chen, und dar­um freut es mich, noch sei­ne Arbei­ten zu sehen. Zeich­nun­gen, schnell, spon­tan, wit­zig. Dann digi­ta­li­siert und als Laser­cuts aus­ge­schnit­ten, auf­ge­hängt, als sich dre­hen­de Schat­ten­spie­le an die Wand pro­ji­ziert, was Über­la­ge­run­gen, Ver­zer­run­gen, neue Bil­der ergibt. All­tags­si­tua­tio­nen, War­ten, Rad­fah­ren, sich lie­ben. Lust­be­tont. “What is life“ als Titel. Ja, das fra­ge ich mich auch oft.

Akti­vie­rung Sal­va­tor­platz — Denk­mal für die Fami­lie Mann

Der Sal­va­tor­platz Mün­chen, wo das Denk­mal für die Fami­lie Mann auf­ge­stellt wer­den soll, wird schon mal “vor­ge­wärmt” und akti­viert: Schü­ler des Tho­mas-Mann-Gym­na­si­ums erkun­de­ten am 6.3.24 phy­sisch den Platz, sie bil­de­ten dort u.a. eine leben­di­ge Ket­te um die Flä­che, auf der Stra­ßen­schil­der und Leuch­ten in Erin­ne­rung an die Mit­glie­der der Fami­lie Mann ste­hen wer­den. Und das bei Regen! Die Akti­on ist Teil eines Pro­gramms zur Kunst­ver­mitt­lung von Kunst im öffent­li­chen Raum an Schu­len, gelei­tet von Bar­ba­ra Daba­noğ­lu.
Foto: Jadran­ka Kosorcic

„SPRE­CHEN SIE RUS­SISCH“, 1975/2001/2024

Beim Auf­räu­men fiel mir im Schlaf­zim­mer ein Buch in die Hand: zer­fled­dert, aus­ein­an­der­ge­fal­len, der Rücken hat sich gelöst: „SPRE­CHEN SIE RUS­SISCH“ von S.A. Chaw­ro­ni­na. Es war der Tag im Febru­ar 2024, als ich vom Tod Alex­an­der Nawal­nys in einem rus­si­schen Gefäng­nis erfuhr. Ich erin­ner­te mich an die Ver­su­che, Rus­sisch zu ler­nen – und mei­ne Bezie­hung zu die­ser Sprache.

„„SPRE­CHEN SIE RUS­SISCH“, 1975/2001/2024“ wei­ter­le­sen

Kunst – Ver­ein? Oder: „I’d never join a club that would allow a per­son like me to beco­me a member.“

Hier ein Text zu mei­nem Ver­hält­nis zu Kunst- bzw. Künst­ler­ver­ei­nen, den ich anläß­lich der Aus­stel­lung “200 Jah­re Sehn­sucht — 200 Jah­re Kunst­ver­ein Bam­berg ” und der dazu­ge­hö­ri­gen Publi­ka­ti­on geschrie­ben habe.

„Kunst – Ver­ein? Oder: „I’d never join a club that would allow a per­son like me to beco­me a mem­ber.““ wei­ter­le­sen

Das Buch des Künst­lers als Künstlerbuch

Zum 60-jäh­ri­gen Bestehen des von Ger­hard Thee­wen gegrün­de­ten Salon Ver­lags erschien ein Band, zu dem ich einen Bei­trag geschrie­ben habe (Eric Otto Frihd (Hg.): Produktion/Reproduktion. Ein Buch für Ger­hard Thee­wen zum 60. und zum 20-jäh­ri­gen Bestehen sei­nes Salon Ver­lags, Köln: Walt­her König 2015, S. 197–205).

Dar­in geht es vor allem um die Buch­rei­he der Edi­ti­on Ex Libris, damit ver­bun­den sind die The­men Besitz und Aneig­nung, Autor­schaft, die Tätig­keit des Künst­lers als Ver­le­ger und die Fra­ge, was ein Künst­ler­buch aus­macht. Dass die Bücher und Edi­tio­nen des Salon Ver­lags, dar­un­ter auch die Ex Libris-Rei­he, seit Som­mer 2023 auch über die Zweig­stel­le Ber­lin erhält­lich sind, war ein Anlass, den Text jetzt hier online zugäng­lich zu machen. 

„Das Buch des Künst­lers als Künst­ler­buch“ wei­ter­le­sen

Lite­ra­tur ALBERT

Neue Sen­dun­gen sind bei mir ein­ge­trof­fen: Ein Heft von Albert Hien, mei­nem ehe­ma­li­gen Pro­fes­sor an der Kunst­aka­de­mie Mün­chen, dem ich ein Exem­plar mei­nes Künst­ler­hefts Eng­lisch-Wör­ter gege­ben hat­te. Sein klei­nes schwar­zes Heft (A6) passt erstaun­lich gut, mit dem auf­ge­kleb­tem Titel­schild mit der Auf­schrift “Lite­ra­tur”. Die­ser Titel, das anspruchs­vol­le Wort, ist sicht­lich im Bemü­hen um Sau­ber­keit und Les­bar­keit geschrie­ben, sei­ne Buch­sta­ben vorn­ein­an­der abge­setzt, dar­un­ter in gro­ßen Block­buch­sta­ben “ALBERT”, eine deut­li­che Mar­kie­rung des Ver­fas­sers. Die Schrift dabei etwas kindlich.

Der Gedan­ke liegt nahe, dass Albert Hien als Kind ein Heft zum The­ma “Lite­ra­tur” geführt hat — und die­sen Titel spä­ter wie­der­ver­wen­de­te. Was wohl der Inhalt gewe­sen sein mag? Jetzt, bei der aktu­el­len Ver­öf­fent­li­chung, fin­det sich innen eine Auwahl aus sei­nen Ideen­skiz­zen und Zeich­nun­gen, die um Wör­ter und Wort­ver­bin­dun­gen krei­sen, teils spä­ter in Neon-Schrift­skulp­tu­ren umge­setzt.
Das Heft erschien 2016 zur Aus­stel­lung “papa­la­pap” in der Gale­rie Wal­ter Storms. 

Eng­lisch-Wör­ter

Recent­ly, I redis­co­ver­ed a 30-year-old litt­le note­book from Eng­lish les­sons. Some of the words are sur­pri­sin­gly rele­vant in 2020, on Elec­tion Day, when Ame­ri­cans go to the polls: on the first page the word “pre­si­dent”, on the last page “civil rights”, and “tri­al”.

It’s asto­nis­hing what Eng­lish words I did­n’t know at that time, so that I had to wri­te down their Ger­man equi­va­lent, for exam­p­le “oce­an” and “fol­low”.

I’ll make an artist­book from it, one more on the list of Books To Do.

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