Albert Coers ist der Gewinner eines Wettbewerbs für die Anfertigung eines Multiples: Für Mitglieder des Kunstvereins Galleria 44, Genua fertigte er Graphiken an, Frottagen (Abriebe) mit einer Auflage 50 Stück im Format 16 x 24 cm. Jedes Blatt variiert leicht und hat somit den Charakter einer Originalgraphik. Das Motiv ist von einem Bergsteigerbuch abgeleitet und läßt sich auf die Herausforderung beziehen, vor die ein Verein zur Förderung zeitgenössischer Kunst gestellt ist, ähnlich wie eine Gruppe in den Bergen.
Albert Coers is the winner of a competition for a multiple: for members of the association of friends of Galleria 44, Genoa, he produced graphics, rubbings in an edition of 50, 16 x 24 cm. Each sheet is different and therefore an original graphic. The motive is taken from a book of mountaineering and refers to the challenges and efforts of an association, similar to a group of climbers in the mountains.
Liednummern, gebrauchte Gesangbücher ca. 350 x 300 x 300 cm Kunsthalle Göppingen, C 1
2014 erscheint eine neue Auflage des katholischen Gesangbuchs „Gotteslob“. Die bisherige Auflage wird dadurch funktions- und wertlos, ähnlich wie bei der Einführung einer neuen Währung. Die bis dato benutzte Auflage erschien 1975, zufällig dem Geburtsjahr von Albert Coers. Er ist also buchstäblich damit aufgewachsen. Der Titel 669 (Aus meines Herzens Grunde) bezieht sich auf Nummer und Anfang eines Morgenliedes aus dem Buch. Er spielt mit der emotionalen Verbundenheit mit dem Medium, aber auch mit dem Prozess des Umkehren/Umdrehens von Zahlen und Funktionen. Die Bücher werden in der Region gesammelt, in der Coers aufgewachsen ist, Ulm, Dillingen, Höchstädt und Günzburg, Augsburg, ergänzt um Exemplare aus dem Raum Göppingen, in der sich die Kunsthalle befindet.
Sie werden in einen Kunstraum transferiert, und entfalten dort, losgelöst von ihrem Nutzungszusammenhang und konzentriert auf ihre Materialität, in einem nicht religiös konnotierten Umfeld Selbständigkeit. Freigestellt von ihrer ursprünglichen Funktion werden sie Material einer temporären Skulptur, die in ihrer Struktur, Modularität und Farbe an Architekturen der 1970er Jahre erinnert. In der zusammengesetzten Struktur aus einzelnen Bausteinen manifestiert sich ein kollektives Gedächtnis, das dennoch auf einzelne Nutzer und ihren Anteil zurückgeht. Die verschiedenartigen Einbandfarben- und arten, auch die Gebrauchspuren, die sich in der Verfärbungen der Einbände und Seiten, in abgestoßenen Kanten, in verschobenen Blättern zeigen, führen das individuelle Moment jedes Exemplars trotz der Präsentation im Verbund vor Augen.
“In der hinteren Ecke von C 1 türmt sich eine Skulptur in die Höhe. Durch Drehen und Wenden bildet sich eine konstruktive Struktur. Buch auf Buch, im 90° Winkel zueinander gefügt, stapeln sich zu einem Gebilde. Hier wird der Eindruck eines Gebäudes suggeriert. Zwischenräume sind sichtbar, das Ganze hat eine Transparenz in der Tiefe, dadurch, dass man hinter die Bücher und unter die Bücher schauen kann. Dieser Blick in die Tiefe, in die Zwischenräume, die da entstanden sind, verleiht der Buch-Skulptur eine starke räumliche Wirkung. Man ist an eine Stadt erinnert, an eine alte Stadt, die aus einer Mitte heraus gewachsen ist, Schicht auf Schicht. Das Drehen und Wenden nimmt insgeheim Bezug auf die Ziffer 669. Denn die 6 und die 9 unterscheiden sich nur in der jeweiligen Drehung, was Oben ist und was Unten sein soll. 669 ist auch 699.” (Silke Schuck, 2014)
Die Bücher werden weitertransportiert nach Berlin und dort im Projektraum Kurt-Kurt installiert. Der Titel der dortigen Arbeit 696 (Bevor des Tages Licht vergeht) bezieht sich auf Nummer und Anfang eines Abendliedes aus dem Buch, variiert/permutiert so den Titel der Ausstellung in der Kunsthalle Göppingen.
Albert Coers 669 (aus meines Herzens Grunde) Kunsthalle Göppingen C 1, Marstallstraße 55, 73033 Göppingen Eröffnung: Sonntag, 6. April 2014, 18 Uhr Dauer der Ausstellung: 06.04. – 25.05.2014 Di — Fr 13–19 Uhr, Sa, So und Feiertag 11–19 Uhr
Gastvortrag von Albert Coers am Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin
Guest Lecture by Albert Coers at Peter Szondi-Institute of Comparative Literature at FU Berlin
Donnerstag, 13.2.2014, 12 h c.t., Raum L 116, Seminarzentrum/Silberlaube, Habelschwerdter Allee 45
Finissage der Ausstellung “Domestic Space 2″ und Artist Talk mit Albert Coers.
Samstag, 2. November um 14:00, Zweigstelle Berlin, Lehrter Str. 37, 10557 Berlin
Inside the Box will einen im Kunstareal weit verbreiteten, aber wenig beachteten Raumtypus untersuchen und künstlerisch nutzen: das Schließfach. Schließfächer nehmen eine interessante Stellung zwischen öffentlichem und nichtöffentlichem Raum ein, sind zugänglich, gleichzeitig aber kontrolliert, häufig an Nicht-Orten aufgestellt, im Souterrain, in Eingangs- und Durchgangssituationen, im Zwischenbereich von Innen und Außen nicht ganz klar definierter Zugehörigkeit. Der Benutzer belegt eine räumlich und zeitlich begrenzte Leerstelle, einen neutralen Container und schafft sich einen eigenen Raum im öffentlichen. Wo starke Nachfrage herrscht, wird die Besetzung zu einer Herausforderung. Die aufbewahrten Gegenstände lassen Rückschlüsse auf den Benutzer zu, werden zu Stellvertretern. 18 Künstler entwickeln, als Variante einer Gruppenausstellung, an den verschiedenen Orten je eine Arbeit. Neben biographischen Berührungspunkten – fast alle haben in München studiert und/oder arbeiten dort – ist das Verbindende der Positionen ein raumbezogener Ansatz, der sich verschiedener Medien bedient, Skulptur, Installation, Fotografie. Dabei haben sie das räumlich begrenzte Format der Box, seine Serialität, den Aspekt der temporären Nutzung und den Kontext der jeweiligen Institution im Auge, nehmen teils Bezug auf deren Architektur und Sammlung. Die Einzelprojekte reichen von der Nutzung der Box als Zwischenlager für Bücher, die so eine temporäre Bibliothek bilden, hin zur „parasitären“ Besetzung durch Pflanzen, die mit der Normierung und Begrenzung der Verweildauer im Fach kontrastieren. Der Rastercharakter wird für Arbeiten in benachbarten Fächern genutzt, die so zu einer fiktiven Einheit zusammengefasst werden. Kokonähnliche Einlagerungen erscheinen als Relikte einer längeren persönlichen Anwesenheit, ebenso wie Sammlungen von Souvenirs an Museumsbesuche, tagebuchähnliche Archive, Aufzeichnungen von Gesprächen. Geruch und Geräusch kommen zu Objekten hinzu. Andere Arbeiten spielen mit der Funktion der Schließfächer selbst: So finden sich skulptural transformierte Sportbekleidung und Gepäckstücke, die sonst in den Fächern aufbewahrt werden. Der enge Raum, seine Erweiterung, der Blick in ihn wird in wahrnehmungsorientierten Arbeiten zum Thema. Inside the Box lenkt die Aufmerksamkeit auf die sonst routiniert behandelten Ausschnitte aus dem öffentlichen Raum, indem es sie temporär künstlerisch nutzt, privatisiert. Die Schließfächer dienen als alternative Orte zur Ausstellung und Wahrnehmung von Kunst in den Ausstellungshäusern, an deren Peripherie. Die Institutionen im Kunstareal werden durch das gemeinsame Ausstellungsformat miteinander verknüpft.
Mittwoch, 28.3.2012, 19.30 h Markus Krajewski (Bauhaus-Universität Weimar): Bücherraumordnungsverfahren
Vortrag und Gespräch mit Albert Coers
Der Kulturwissenschaftler und Medienhistoriker Markus Krajewkski, Autor unter anderem einer Geschichte des Zettelkastens (Zettelwirtschaft. Die Geburt der Kartei aus dem Geiste der Bibliothek) und einer Mediengeschichte des Dieners, kam zur Ausstellung animalibri in den Kunstverein Tiergarten. Er sprach über die Idee der Universalbibliothek und deren räumliche Struktur, unter anderem bei Leibnitz, Eco und Borges, und unterhielt sich vor diesem Hintergrund mit Albert Coers über dessen künstlerischen Umgang mit Zetteln, Büchern und Bibliotheken.
Begleitend erscheint die Publikation In this occasion is published Müde Bücher (Salon Verlag Köln)
Für den Kunstverein Tiergarten entwickelt Albert Coers eine die Galerie umfassende Präsentation seiner jüngst entstandenen Arbeiten zu Bibliotheken und Buch, verbunden mit eigens für die Ausstellung enwickelten neuen Arbeiten, die auch die großflächige Öffnung der Galeriefenster zum Straßenraum mit einbeziehen.
Gezeigt werden Arbeiten aus den Jahren 2008 bis 2012, wie z. B. ENCYCLOPEDIALEXANDRINA, eine großformatige Rauminstallation und Wandcollage mit Material aus der Bibliothek von Alexandria, die wesentlich erweitert und durch skulpturale Elemente ergänzt wird. Die Reihe I TITOLI SOLI bestehend aus Frottagen von Bucheinbänden, wird zu assoziativ-erzählerischen Tableaus gruppiert; Müde Bücher, eine Serie von einzelnen Büchern aus einer privaten Bibliothek, wird die vorhergehende Verwendung von Büchern in einer Installation ablesbar machen. In Zusammenarbeit mit lokalen Bibliotheken entsteht eine ortsspezifische Buchinstallation, die mit deren Beständen arbeitet und sie temporär in den Galerieraum verlagert.
Veranstaltungen Events during the exhibition
Mittwoch, 28. 3., 19.30 h Markus Krajewski (Bauhaus-Universität Weimar): Bücherraumordnungsverfahren. Vortrag und Gespräch mit Albert Coers
Dienstag, 3. 4., 17.30 h Führung durch die Ausstellung mit Ralf F. Hartmann, Kurator
Freitag, 13. 4., 18 h Ausstellungsrundgang exhibition tour, Albert Coers im Gespräch mit in conversation with Ralf F. Hartmann
Die Ausstellung wird gefördert von With friendly support by
Golart Stiftung, Erwin und Gisela von Steiner Stiftung, Rischart, München.
animalibri
Animalibri: der Titel verschmilzt Worte, die häufig als Gegensätze gebraucht werden: Anima, Seele, Leben, und libri, Bücher. Gleichzeitig steckt in ihm auch Animal (Lebewesen, Tier), was zum Ort, der Galerie im Tiergarten passt. Bücher sind als etwas Lebendiges aufgefasst, siehe die Installationen, siehe auch die Arbeit Müde Bücher. Und Bücher passen zum Ort, zur Galerie Nord als ehemalige Bibliothek.
Im ersten Raum im Osten sind Bücher aus Privatbibliotheken in Fenstern installiert. (Biblioteca privata R.F.H., C.G.E.B., A.J.C., 2012). Die Bücher stammen je Fenster von einem Mitglied des Kunstvereins Tiergarten. Die Anordnung versucht die Interessen der Besitzer aufzugreifen: Im ersten Fenster eine rechtwinklige, architektonische Konstruktion (Ralf Hartmann, Architekturschwerpunkt, Schinkel etc.), daneben eine eher kompakte, „malerische“, wo Bücher über russischen Konstruktivismus und Suprematismus zu finden sind (Claudia Beelitz), dann eine geschichtete (Bücher von Albert Coers). Dennoch entsteht eine Gesamtform, die sich über die Fensterfront erstreckt.
Angesichts dieser raumgreifenden Installationist die Hängung im Raum eher sparsame, steht aber in Verbindung zum Thema der Bibliothek. An der Stirnseite zwei Bündel Leihscheine (jeweils Ausleih- und Rückgabequittungen), aus dem Projekt Biblioteca vitale (2011), für das aus der Bibliothek der Humboldt-Universität Berlin – Grimm-Zentrum hunderte Bücher zum Thema „Leben“ ausgeliehen wurden. Dies korrespondiert mit den grünen Stellvertreterkarten für ausgeliehene Bücher der Biblioteca Botanica, am anderen Ende der Galerie, an der Westwand.
An der Südwand: hängen 10 Stofftaschen aus dem Projekt Zettels Traum, 2011, gefüllt mit Büchern. Die Stofftaschen stammen von verschiedenen Berliner Filialen der Hugendubel-Kette. Dort kaufte Coers insgesamt 69 Exemplare von Wahrigs Wörterbuch, bis ihr Preis derselbe war wie von einem Exemplar von Arnold Schmidts Zettels Traum, fotografierte sie und tauschte sie um bzw. brachte sie zurück. Die Quittungen waren Bestandteil der Arbeit. Am anderen Ende der Galerie sind zwei dokumentarische Fotos der Arbeit zu sehen.
An der Süd- u. Westwand sind grafische Arbeiten zu sehen: I TITOLI SOLI (2009–2012) („nur die Titel“, ein Spiel mit Titeln der Installation I SOLITI TITOLI,2009, aus der sich Müde Bücher ableitete). Es sind Frottagen, Abriebe von geprägten Bucheinbänden, die neu zu assoziativ-erzählerischen Tableaus gruppiert wurden (zum Thema „Berge, Expeditionen, (Lebens)gefahr“, z.T. assoziativ zum Thema der Biblioteca vitale gegenüber, z.B. „wir werden leben“).Die Technik des Abriebs, die u.a. in der Archäologie verwendet wird, um Inschriften wiederzugeben, ist ein reproduzierendes Verfahren mit eigener graphischer Qualität, zwischen Originalzeichnung und Druckgraphik. Die Serie korrespondierte mit Bild-Text-Kombinationen der Installation mit Fotokopien im Mittelraum.
Mittelraum
In den Raum eingepasst steht Scaffale (Biblioteca Botanica), eine Art begehbarer Pavillon aus Holzregalen, war Bestandteil der Installation Biblioteca Botanica, Kunstmuseum Heidenheim, 2006. Dort war es Trägerelement für aus kommunalen Bibliotheken ausgeliehene Bücher zum Thema „Botanik“. Durch die Schrägstellung der Regalbretter wurden Assoziationen an Äste eines Baumes oder die Rippen eines Blattes geweckt. Im Kunstverein Tiergarten wird auf dessen eigene Bibliothek zurückgegriffen: Kataloge, sonst im Raum hinter dem Empfang in einem großen Regal, werden „ausgeliehen“ und neu nach Größe sortiert; und die Bretter entsprechend in Schrägstellung angepasst. Es entsteht eine neue Ordnung. Das Regal hinter dem Empfang der Galerie Nord ist dagegen leer.
Mit dem Thema der Bibliothek, mit dem der Abwesenheit und Neukreation in Verbindung steht ENCYCLOPEDIALEXANDRINA (2008–2012), eine Wandcollage mit Fotokopien aus den Bibliotheken von Alexandria – es gibt mehrere Städte dieses Namens, nicht nur in Ägypten, sondern auch in Virginia und in Italien. Sie bezieht sich auf die legendäre Bibliothek, die alles Wissen der Welt versammelte und deren Bestände auf rätselhafte Weise verschwunden sind. „Von der Rose bleibt nur der Name übrig“ – heißt es in Umberto Ecos Bibliotheksroman „Der Name der Rose“. Von hier lassen sich Verbindungen, zur Biblioteca Botanica herstellen, wie auch die Collage ein Spiel mit Bild- und Textkombinationen und der Vieldeutigkeit von Namen ist.
Müde Bücher (2009/2012) ist eine Serie von einzelnen Büchern aus der Bibliothek eines verstorbenen Architekten, an denen sich bei genauerem Hinsehen die vorhergehende Verwendung in einer Installation ablesen lässt, die zu ihrer Verformung geführt hat. Sie sind charakteristisch für eine bildungsbürgerliche Bibliothek der 1950er-70er Jahre, wie sie Coers aus Erfahrung seines Elternhauses kennt. Präsentiert werden sie als skulpturale Einzelobjekte in einem Karree von Sockeln. Die Objekte waren Bestandteil der Installation I SOLITI TITOLI — LITO, 2009, im Fenster der Lithographiewerkstatt im Künstlerhaus München.
Im Videoraum (im Raum, der hinter „Müde Bücher“ liegt) wurde der Film I SOLITI TITOLI (2009) gezeigt, der zwischen sachlicher Dokumentation und eigenständigem Blick auf eine Installation steht. Zu sehen sind Blicke durch die gleichnamige Installation aus Büchern, die vor einem Fenster aufgebaut sind, auf Passanten und kleine alltägliche Szenen, die, für sich banal, im Verein mit den Buchtiteln neue Zusammenhänge ergeben.
Raum West
Mit dem Regal, aber auch mit den andern Leihzetteln korrespondiert Rappresentanti (Biblioteca Botanica), 2006/2012, Stellvertreterkarten aus grünem Karton mit handschriftlich eingetragenen Titeln und Bibliothekssignaturen an der Querwand am Ende der Galerie. Sie markierten in den Regalen von kommunalen Bibliotheken Bücher, die assoziativ zum Thema „Botanik“ ausgeliehen wurden, verwiesen auf etwas, das abwesend, an einem anderen Ort war, und stellten dadurch eine neue Präsenz her. Die Karten sind nach dem ABC der Verfassernamen angeordnet, streng im Raster. Die unterschiedlichen Grüntöne der Karteikarten ergeben aber ein unregelmäßiges Muster.
Davor im Raum, zwei Boden, die mit Anklägen an Minimalismus spielen: I Classici dell’Arte – versione svizzera, 2012. Als minimalistische Installation am Boden: Bände der Reihe I Classici del Arte – Klassiker der Kunst, eine in der Schweiz produzierte Ausgabe der Bände über Kunst-Klassiker aus Privatbesitz (Bibliothek von Bernhard Coers, Vater von A.C.), ergänzt durch in Berliner Kommunalbibliotheken entliehene Exemplare (u.a. Bibliothek Steglitz, Hansabibliothek, Bruno-Lösche-Bibliothek, Moabit). Die Bände sind mit dem Rücken nach oben gezeigt, monochrom, erinnern an Steinplatten. Ihre Herkunft aus Bibliotheken ist aber an den Barcodes ablesbar.
Enciclopedia critica dell’arte contemporanea, 2012, Schuber von Kritisches Lexikons der Gegenwartskunst. Die leeren Schuber stammen aus dem Bestand des Kunstvereins Tiergarten, der Inhalt befindet sich auf dem Regal, als Quadrat die leeren Hüllen, die farblich mit dem Boden korrespondieren. Sie erinnern an Bodenskulpturen, etwa von Carl Andre.
Daneben sind weitere Installationen zu sehen, etwa der Katalog der Biblioteca Collettiva (2005). Hier sind in einem Karteikasten die Leihscheine aus der ersten Buchbeschaffung durch Ausleihe versammelt.
Fotografien von Installationen sind ebenfalls Zeugnisse, die über ihre dokumentarische Funktion hinaus Eigenwert entwickeln, so beispielsweise in einer Serie von Polaroids, bei denen beim Entwicklungsprozess Fehlstellen auftraten, die das Bildmotiv teils unkenntlich machen, dabei aber etwas Neues entstehen lassen. Die Polaroids sind mit Großbildkamera aufgenommenen Probeabzüge für endgültige Fotos, entstanden 2008 bei der Ausstellung Debutanten. Sie zeigen eine Buchinstallation, Bögen und Fenster.
Begleitet ist die Ausstellung nicht durch einen „normalen“ Ausstellungkatalog, sondern durch eine als Künstlerbuch gestaltete Publikation, Coers’ erstes Fotobuch: Müde Bücher, erschienen im Salon Verlag, Köln, mit dem Text „Ermüdet“ des Kunstwissenschaftlers Wolfgang Ullrich.
Das Buch wird in zwei Einbandvarianten gedruckt, eine davon mit neutral-monochromen Cover, das bei späteren Installationen und Buchskulpturen Verwendung findet (Biblioteca continuata, 2012, Scaletta, Ausstellung AVANZI, Artothek München, 2013.
Für den Kunstverein Tiergarten entwickelt Albert Coers eine die Galerie umfassende Präsentation seiner jüngst entstandenen Arbeiten zu Bibliotheken und Buch, verbunden mit eigens für die Ausstellung enwickelten neuen Arbeiten, die auch die großflächige Öffnung der Galeriefenster zum Straßenraum mit einbeziehen.
Gezeigt werden Arbeiten aus den Jahren 2008 bis 2012, wie z. B. „ENCYCLOPEDIALEXANDRINA“, eine großformatige Rauminstallation und Wandcollage mit Material aus der Bibliothek von Alexandria, die wesentlich erweitert und durch skulpturale Elemente ergänzt wird. Die Reihe „I TITOLI SOLI“, bestehend aus Frottagen von Bucheinbänden, wird zu assoziativ-erzählerischen Tableaus gruppiert; „Müde Bücher“, eine Serie von einzelnen Büchern aus einer privaten Bibliothek, wird die vorhergehende Verwendung von Büchern in einer Installation ablesbar machen.
In Zusammenarbeit mit lokalen Bibliotheken entsteht eine ortsspezifische Buchinstallation, die mit deren Beständen arbeitet und sie temporär in den Galerieraum verlagert.
Veranstaltungen Events during the exhibition
Mittwoch, 28. 3., 19.30 h
Markus Krajewski (Bauhaus-Universität Weimar):
Bücherraumordnungsverfahren.
Vortrag und Gespräch mit Albert Coers
Dienstag, 3. 4., 17.30 h
Führung durch die Ausstellung mit Ralf F. Hartmann, Kurator
Freitag, 13. 4., 18 h
Ausstellungsrundgang exhibition tour, Albert Coers im Gespräch mit in conversation with Ralf F. Hartmann
Die Ausstellung wird gefördert von With friendly support by
Golart Stiftung, Erwin und Gisela von Steiner Stiftung, Rischart, München.
“Müde Bücher” enthält Fotos einzelner Bände aus der Installation
“I SOLITI TITOLI” mit Büchern aus dem Nachlaß eines Architekten, ein Querschnitt durch eine bildungsbürgerliche Bibliothek der 1950er bis 1980er Jahre.
“Auf den Bildern sieht man jeweils ein Buch mit gebogenem Einband, ja buchstäblich mit gekrümmtem Rücken. Es sind Bücher, die nicht nur gelesen, sondern die gebraucht, benutzt, hergenommen wurden. Tatsächlich verwendete Coers sie davor für eine seiner Buchskulpturen; sie waren Teile einer regelrechten Bucharchitektur […] “. (Wolfgang Ullrich).
Das Buch erscheint anläßlich der Ausstellung “animalibri” (15.3.–15.4.2012) im Kunstverein Tiergarten Berlin in zwei Covervarianten, die aufeinander Bezug nehmen: die erste ist hell, mit einem Foto auf Vorder- und Rückseite, die zweite reduziert-monochrom; sie nimmt die den Farbton des Einbandes des auf der ersten Variante abgebildeten Buches auf.
Herausgeber: Kunstverein Tiergarten Berlin
Textbeiträge von: Wolfgang Ullrich
deutsch/englisch, 48 Seiten, 40 Farbabbildungen, gebunden
Format: 24,0 x 16,0 cm
Preis: € 20,-
New by Salon publisher: Albert Coers: Müde Bücher [Tired Books]
“Müde Bücher” contains photos of single volumes which were part of the installation “I SOLITI TITOLI”, that involved books from the inheritage of an architect, a cross-section of a educated middle-class library from the 1950s ‑1980s.
“Each photograph shows a book with a warped cover; literally with a curved back. They are books they have not only been read, but that are used, second hand and the worse for wear. Coers had previously used them for one of his book sculptures. They were in fact part of a complete book architecture […].” (Wolfgang Ullrich)
The book appears in occasion of the exhibition “animalibri” (15.3.–15.4.2012) at Kunstverein Tiergarten Berlin. It comes in two different versions of the cover which refer to each other: the first comes bright and with a photo on front and back, the second is reduced and monochrom, its colour is taken from the cover of the book displayed on the first version.
Editor: Kunstverein Tiergarten Berlin Text: Wolfgang Ullrich German/english, 48 ps, 40 colour plates, hardbound copy Format: 24,0 x 16,0 cm Price: € 20,-
Biblioteca vitale, 2011 Bibliotheksbücher, 15 x 450 x 350 cm, Leihzettel auf Lüftungssäule Library books, 15 x 450 x 350 cm, lending slips on ventilation column Rechts im Bild Arbeit von Wilhelm Klotzek. On the right work of Wilhelm Klotzek.
Installation von Büchern zum Begriff/Thema “Leben”, ausgeliehen von verschiedenen Nutzern der Bibliothek der Humboldt-Universität. Installation of books on the topic ‘life’, borrowed from different users of the library of the Humboldt-University Berlin.
Kleine Humboldt Galerie Berlin
Lichthof des Hauptgebäudes der Humboldt-Universität zu Berlin
Unter den Linden 6 2. Eröffnung am 14. November 2011, 19–22 Uhr
Ausstellungsdauer bis 18. November 2011
Deposito nazionale
2011
200 x 350 x 35 cm
Bücher aus dem Depot des Bayerischen Nationalmuseums München
Installationsansicht Ausstellung Kunstrausch, BNM München
Jovana Banjac & Marc Rohweder, Sabine Berr, A.T.Birkenholz, Michael von Brentano, Helen Britton, Lena Bröcker, Albert Coers, Department für öffentliche Erscheinungen, Stefan Eberstadt & Herbert Nauderer, Lucia Falconi, Wolfgang Flad, Stefano Giuriati, Philipp Guffler, Antje Hanebeck, Paul Huf, Monika Humm, Endy Hupperich, Erika Krause, Andreas Lang, Frank Maier, Vincent Mitzev, Ji In Park, Christoph Scheuerecker, Akiko Tomikawa, Friederike Warneke, Stefan Wischnewski.
“Leihweise” — unter diesem Titel präsentiert die Artothek (Kunstverleih und Ausstellungsraum der Stadt München) die Neuerwerbungen von 2011.
Im Kerber Verlag ist im März 2011 eine neue Publikation von Albert Coers erschienen, die einen Überblick über seine Arbeiten von 2008–2011 gibt. Mehr auf der Seite des Kerber Verlags
I SOLITI TITOLI
17 x 24 cm, 80 Seiten, 56 farbige und 14 s/w Abbildungen, Hardcover, Deutsch/Englisch
Texte: Wolfgang Ullrich, Diana Ebster, Astrid Mayerle, Gerhard Schebler
Gestaltung: Albert Coers
21,90 €
ISBN: 978–3‑86678–339‑7
Kerber Books has published a new book by Albert Coers, providing an overview of his works from 2008–2010. I SOLITI TITOLI
6,69 x 9,45 inch, 80 pp., 56 fig. colour, 14 b/w, hardcover, German-English.
Texts: Wolfgang Ullrich, Diana Ebster, Astrid Mayerle, Gerhard Schebler Design: Albert Coers
Mit raumbezogenen Installationen bespielen Albert Coers und Katharina Weishäupl die Galerie Bezirk Oberbayern und nehmen dabei auch ihr Gegenüber in den Blick – als wichtigen architektonischen und institutionellen Bezugspunkt das gegenüberliegende Haus der Kunst und als Akteure einer Doppelausstellung das Werk des Anderen – daher auch der Ausstellungstitel „vis-á-vis“.
In einer spielerischen Intervention von Albert Coers strahlt eine Büro-Schreibtischlampe aus dem Besitz des Bezirks (der auch eine Verwaltungseinheit ist) auf ausgeliehene Bibliotheksbücher, denen gemeinsam das Thema Architektur ist, und wirft die tempelartige Fassade des Haus der Kunst als Schatten an die Wand (L’innocenza del divenire (Unschuld des Werdens), 2011.
Bezug auf Architektur und die markanten Pfeiler im Raum nimmt weiter die Serie MüdeBücher, präsentiert auf Sockeln. Sie waren Teil einer Bucharchitektur, aufeinander gesetzt und durch den physischen Druck gebogen, „müde“ geworden. (Müde Bücher, 2009–2011). Die vorhergehende Installation I SOLITI TITOLI ist in einem Video zu sehen, das durch die Bücherinstallation hindurch gefilmt wurde und so Buchtitel und den Außenraum assoziativ verbindet (Kamera/Montage: Josef Mayerhofer). Der Monitor ist auf Heizkörpern am Fenster positioniert, stellt so eine Verbindung zum Außenraum und zur ursprünglichen Ausstellungssituation in einem Fenster her.
Architekturmotive finden sich auch unter den Frottagen von Buchcovern, die Coers auf einer Stellwand zeigt, wie eine Archivierung der abwesenden Bücher, die Titel, Coverabbildungen und umgebenden Raum assoziativ in Beziehung setzt (I TITOLI SOLI, 2009–2011).
L’innocenza del divenire (2011) Rollwagen, Schreibtischlampe (Bezirk Oberbayern), Bibliotheksbücher aus der Stadtbibliothek München zum Thema Architektur, Projektion
Müde Bücher (2009–2011) 8 Bücher aus der Installation I SOLITI TITOLI (2009); Sockel
I SOLITI TITOLI (2009–2011) Video, 6 min. Kamera/Montage: Josef Mayerhofer
I TITOLI SOLI (2009–2011) 10 Frottagen von Buchtiteln, Bleistift auf Papier, 21 x 29,7 cm, gerahmt
Albert Coers ist einer der Jahresstipendiaten der Stiftung Kunstfonds 2011.
“Um eine Förderung hatten sich 1343 KünstlerInnen beworben, davon über 1000 für ein Stipendium. Die Jury – Barbara Auer, Monika Bartholomé, Tatjana Doll, Dorothea Frigo, Christoph Girardet, Werner Haypeter, Thomas Huber, Gisela Kleinlein, Christian Lethert, Roswitha Pape, Thomas Rentmeister, Jörg Sasse, Sabine Schmidt, Detlef Schweiger und Christina Végh – entschied nach mehrtägigen intensiven Beratungen und setzte den Schwerpunkt auf die Stipendien, um insbesondere die freie künstlerische Arbeit zu fördern.”
Frottagen von Grammatiken aus dem Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin, 29,7 x 21 cm, gerahmt. Rubbings of grammars of the Center for Cultural Research, Berlin
Ausstellung Schluss. Zeichen. Artothek München
Die Grammatik des Buches. Austellungen, Auseinandersetzungen, Interventionen in München: 14.10. — 6.11.2010
Schluß.Zeichen. Formen der Dekonstruktion des Buches. Albert Coers (Berlin), Loek Grootjans (Breda), Jean-Pascal Flavien (Berlin) / Julien Bismuth (New York), Jovana Popic (Berlin)
OFFICIAL BUSINESS 2009/2010 Gewinnmitteilungen, Briefumschläge, z.T. beschriftet, Nachsendeetiketten. Gesammelt im Lauf einer gerichtlich angeordneten Betreuung. Die Arbeit nimmt damit Bezug auf das dem Ausstellungsraum gegenüberliegende Amtsgericht. Maße variabel
Grundbuchamt Ebersberg/München
Notifications of allegedly won prizes, envelops, partly labelled by hand, redirection labels. The collection gathered as a guardian appointed by the court refers to the district court opposite to the Land registry office, Ebersberg/Munich
Regierungsblatt für das Königreich Bayern 1803–1870 aus dem Amtsgericht Ebersberg, chronologisch nach Jahrgängen geordnet.
10 x 190 x 190 cm
Grundbuchamt Ebersberg bei München Volumes of the Government Journal of the Kingdom of Bavaria 1803–1970 arranged chronologically 10 x 190 x 190 cm. land registry office, Ebersberg/Munich
Albert Coers, Christian Dobmeier, Fabian Engl, Albert Hien, Paul Kotter, Tanja Kriete, Landspersky & Landspersky, Steffi Müller, Madeleine Schollerer, Constanze Stumpf, Madelaine Weber, Matthias Wohlgenannt, Andreas Woller, Eva Zenetti
Eröffnung: So 26.09.10 11:00 h Ausstellung: 26.09. — 23.10.10 Öffnungszeiten: Sa und So 10:00 — 17:00 h Finissage Fr 23.10.10 19:00 h mit Katalogpräsentation
AnsolventInnen und Studierende der Klasse Albert Hien, Akademie der Bildenden Künste München, bespielen das Dachgeschoss des Grundbuchamts in Ebersberg.
Unschuld des Werdens I 2010 Beistelltisch 70 x 80 x 40 cm, Schreibtischlampe, Bibliotheksbücher (Internationalen Kinder- und Jugendbibliothek, Staatsbibliothek München). Projektion 200 x 400 cm. Die Installation bezieht sich auf die erste Ausstellung nach der NS- Zeit im Haus der Kunst München 1946 mit Kinder- und Jugendbüchern . Occasional table 70x 80 x 40 cm, Desk lamp, Library books (International Youth Library Munich). Projection 200 x 400 cm. The installation refers to the fact that the first exhibition in the Haus der Kunst after the NS era was an exhibition with youth books. Haus der Kunst, München
Unschuld des Werdens I, 2010. Beistelltisch, Schreibtischlampe, Bibliotheksbücher (aus der Internationale Kinder- und Jugendbibliothek und der Staatsbibliothek München). Die Installation bezieht sich auf die erste Ausstellung nach der NS- Zeit im Haus der Kunst 1946 mit Kinder- und Jugendbüchern.
Innocence of Becoming I, 2010. Occasional table, Desk lamp, Library books (from International Youth Library Munich and Bavarian State Library). The installation refers to the fact that the first exhibition in the Haus der Kunst after the NS era was an exhibition with youth books. Ausstellung Im Haus, Haus der Kunst, München
Albert Coers, Jadranka Kosorcic, Christoph Lammers u.a.: Tanz auf dem Vulkan. Katalog zur Ausstellung 27.04. — 29.05.2010 in der Städtischen Galerie Kunstarkaden, München. Mit einem Essay von Jörg Scheller: “Überlegungen zur Kunst in der Risikogesellschaft”. Gestaltung: Sabine Lemke. Coverfoto: Albert Coers. München 2010. Deutsch-englisch; 48 S., 16,5 x 24 cm, Softcover. ISBN: 978–3‑00–030693‑8
Published on the occasion of the exhibition Tanz auf dem Vulkan/Dancing on the Vulcano 27.4. — 29.5. 2010 at the Städtische Galerie Kunstarkaden Munich. With an Essay by Jörg Scheller: Reflections on Art in Risk Society. Design: Sabine Lemke. Photo Cover: Albert Coers.
Einzelne Wörter aus Wahlplakaten des Bundestagswahlkampfs 2009 werden auf Backpapier durchgepaust. Isoliert von ihrem Zusammenhang und auf ihre Umrißlinien reduziert, wirken die Schriftzüge neutral-dokumentarisch.
Kürzlich erschienen:
Albert Coers: ENCYCLOPEDIALEXANDRINA. München 2010. Deutsch-englisch, 32 x 24 cm.
Monographienreihe. Herausgeber: Kulturreferat der Landeshauptstadt München. Gestaltung: Alexandra Rusitschka. Text: Albert Coers.
Albert Coers ist einer der Preisträger der Stipendien für Bildende Kunst der Landeshauptstadt München 2009, zusammen mit Daniel Permanetter, Christian Schnurer, Clea Stracke & Verena Seibt, Anna McCarthy, Stefan Wischnewski.
Aus der Jurybegründung: “ENCYCLOPEDIALEXANDRINA ist die Ausweitung eines Projekts, für das Coers in Alexandria, Ägypten, in der dortigen Bibliothek recherchiert hat. Das gefundene Material, das vom Mythos der Stadt, der Bibliothek und dem Namen handelt, wurde in Form von Kopien aus den Büchern der Bibliothek in einem großformatigen, assoziativen Bild-Text-Geflecht zu einer Installation umgesetzt. Verknüpft werden in dieser künstlerischen Arbeit nun weitere Städte, denen nichts außer der Name gemein ist: Alexandria/Rumänien, Alessandria/Piemont und Alexandria/Virginia. Sie werden untersucht und in ein gegenseitiges Beziehungsgeflecht gesetzt, so dass ein neues System an Verbindungen entsteht. Das vorgeschlagene Kunstprojekt von Albert Coers wurde von der Jury als ein außergewöhnlicher und diskursiv enzyklopädischer Beitrag für ein Stipendium ausgewählt.”
Verliehen wurden die Stipendien am 15.10.2009 im i‑camp, München. Es gab Musik, Urkunden aus der Hand von Kulturreferent Hans-Georg Küppers und — ein Packerl Tee…
Installation mit Photokopien aus Bibliotheksbüchern, Haftnotizen, Metallregale, Bänden der Brockhaus-Enzyklopädie.
ENCYCLOPEDIALEXANDRINA ist ein Projekt, für das Coers in Alexandria, Ägypten, in der dortigen Bibliothek recherchiert hat. Das gefundene Material, das vom Mythos der Stadt, der Bibliothek und dem Namen handelt, wurde in Form von Kopien aus den Büchern der Bibliothek in einem großformatigen, assoziativen Bild-Text-Geflecht zu einer Installation umgesetzt. Verknüpft werden in dieser künstlerischen Arbeit weitere Städte, denen nichts außer der Name gemein ist: Alessandria/Piemont und Alexandria/Virginia. Sie werden untersucht und in ein gegenseitiges Beziehungsgeflecht gesetzt, so dass ein neues System an Verbindungen entsteht.
Galerie Fikrun wa Fann, Goethe-Institut Alexandria/EGY, 14.12.–31.12.2008 in Zusammenarbeit mit der Bibliotheca Alexandrina.
Bücher, 380 x 200 x 60 cm, Künstlerhaus München, Lithografiewerkstatt
Installation mit Büchern aus dem Nachlass des Architekten, der am Wiederaufbau des Gebäudes beteiligt war, in dem die Ausstellung stattfand. Die Bücher sind als architektonisches Material zweckentfremdet, setzen formal die vorhandene Sammlung von Lithografiesteinen fort, üben physisch Druck aufeinander aus.
Es ensteht eine Serie von Installationen, Ausgangspunkt auch für die Fotoserie Müde Bücher.
Books from the inheritance of an architect. Lithographic print office, Künstlerhaus Munich 2009.
ENCICLOPEDIA BOTANICA, 2006 285 x 360 x 40 cm; Metallregal, Brockhaus-Enzyklopädie, Papierstreifen eingelegt an botanischen Stichworten / metal shelf, Brockhaus encyclopedia, paper strips inserted at botanical entries Albert Hien: ORTOBOTANICO / Albert Coers: BIBLIOTCA BOTANICA, Kunstmuseum Heidenheim
2006, 234 x 234 x 295 cm, Holzregale, Metall, Bibliotheksbücher. (entliehen aus den Bibliotheken Heidenheim, Steinheim, Herbrechtingen), Leihfristzettel, Installation, Kunstmuseum Heidenheim
Bücher mit Beziehung zum Thema “Botanik”, über Buchtitel, Autorennamen oder Inhalte, werden aus kleinen kommunalen Bibliotheken entliehen, ihr Fehlen mit Stellvertreterkarten gekennzeichnet. Sie werden im Kunstmuseum in einer begehbaren Installation aus vier Ikea-Regalen gezeigt, deren schräggestellte Regalbretter Assoziationen an Ästen von Bäumen oder Blattrippen hervorrufen.
Rauminstallation, zweiteilig, je 180 x 230 x 30 cm 14.04.–01.05.2005, Galleria Studio 44, Vico Colalanza 12r, 16123 Genua Kuratiert von Michael Blume / Michele Fiore
Bücher aus aussortieren oder eingelagerten Beständen Genueser Bibliotheken (Goethe-Insitut, Deutsche Schule, Biblioteca Berio, Universitätsbibliothek) werden wieder zum Leben erweckt. In einer tunnelartigen Galerie sind zwei Wände eingezogen, der Durchgang erschwert bzw unmöglich gemacht. In die erste Wand ist ein Bogen (Höhe ca. 150 cm) eingefügt, der die Form des Gewölbes wieder aufnimmt und architektonisches Zitat ist. Die zweite Wand schließt den Gang, so daß seine wahre Länge unbestimmt bleibt und ein kapellenartiger Zwischenraum entsteht.
Installation, Aula der Akademie der Bildenden Künste München
Bei B.C. handelt es sich um eine Sekundär‑, bzw. Parasitärbibliothek: 47 Personen leihen an öffentlichen Bibliotheken Bücher aus und stellen sie Coers zur Verfügung, der sie im Rahmen der Diplomausstellung an der Kunstakademie München installativ-architektonisch verwendet.
Albert Coers: Trasloco, 2004, Installation, Umzugskartons, ca. 165 x 800 x 300 cm, Akademie der Bildenden Künste München
Installation in Raum 111, kurz vor dem Umzug der Klasse wegen Renovierung: Mit von der Hausverwaltung zu Verfügung gestellten Umzugskartons wird das Akademiegebäude im Maßstab 1:22 nachgebaut.
Collezione accademica IV (sgombero [Ausräumen]), 2004, Installation, Akademie der Bildenden Künste München, Raum 111, ca. 3,5 x 12 x 4 m
Zurückgelassenes wie Werkzeuge, Material, Bekleidung wird kurz vor dem Ausräumen des Raumes in Reihen nach Größe, formalen und assoziativen Verwandtschaften angeordnet.
Fundstücke (Gips, Holz), Maße variabel, Akademie der Bildenden Künste München
Die Installation von Relikten im “Koloßsaal” der Münchner Akademie aus dem darunterliegenden Keller nimmt Bezug auf die räumliche Nachbarschaft des Kellers, aber auch auf die ursprüngliche Funktion des Saales als Ort für Abgüsse – und damit auf die eingelagerte Vergangenheit der Akademie und ihrer Studenten. In den folgenden Versionen wird das Prinzip der rasterförmigen Anordnung auf die Figuren und andere Fundstücke aus dem Keller ausgeweitet.
In einem kleinen Kellerraum ist über Jahrzehnte eine Sammlung entstanden: Bernhard C., Kunsterzieher, hat ein umfassendes Bildarchiv angelegt, überwuchert und vermischt mit biographisch-alltäglichen Objekten. Albert Coers, mit dieser Sammlung aufgewachsen, verfrachtet den gesamte Inhalt des Raumes in die AkademieGalerie und schichtet ihn dort auf. Faszinierendes, mit Bedeutung aufgeladenes Baumaterial für eine Skulptur, di e den fragilen Zustand zwischen Ordnung und Chaos ausbalanciert. Regale und Schränke sind herausgelöst und für eine kontrastiv gestaltete Archivsituation verwendet, wo der Besucher Einsicht in ausgewähltes Material nehmen kann. Plakate und Drucke an der Glasfront – als ein programmatisches Destillat der Sammlung – verdecken den Blick des Betrachters von außen und geben ihn nur langsam frei. Beim Abbau wird das Material neu nach Kriterien wie Form, Farbe, Stoff sortiert und in einem Rasterfeld angeordnet.
In a small basement room a collection has developed over decades: Bernhard C., art educator, has created an extensive picture archive, overgrown and mixed with biographical everyday objects. Albert Coers, who grew up with this collection, ships the entire contents of the room to the AkademieGalerie and piles them up there. Fascinating building material charged with meaning for a sculpture that balances the fragile state between order and chaos. Shelves and cabinets are detached and used for a contrasting archive situation where the visitor can view selected material. Posters and prints on the glass front — as a programmatic distillation of the collection — obscure the viewer’s gaze from the outside and only slowly reveal it. As they are dismantled, the material is sorted anew according to criteria such as shape, color, fabric, and arranged in a grid field.