Jour­nal, 15.1.–18.1.26 Begeg­nun­gen, Archi­ve, Musterexemplar

15.1., Don­ners­tag

Abends zum Künst­ler­ge­spräch mit Ingo Ger­ken in der Gale­rie Kuck­ei und Kuck­ei. In der U‑Bahn auf dem Weg dort­hin bin ich so mit Insta­gram beschäf­tigt – oder etwas ande­rem, dass ich das Aus­stei­gen in der Wein­meis­ter­str. ver­pas­se und zu weit fah­re – bis zum Alex­an­der­platz. Stei­ge in die U‑Bahn in der Gegen­rich­tung – und tref­fe dort Peter Gre­go­rio – den ich letz­tes Jahr in New York gese­hen hat­te! Was für ein Zufall! Ich lie­be sol­che Begeg­nun­gen — das sind High­lights , die zei­gen, dass die Welt zwar groß ist, aber es doch so vie­le Ver­knüp­fun­gen, so vie­le Fäden gibt, dass hin und wie­der eine davon bei Bewe­gung im Raum berührt wird.
Peter ist auch zu einer Eröff­nung unter­wegs, bei Eigen Art, unter­wegs mit Jan Kage. Wir unter­hal­ten uns wei­ter auf dem Weg, bis wir in ver­schie­de­ne Rich­tun­gen abbie­gen. Er erzählt mir von einer wei­te­ren Eröff­nung im „Schau­fens­ter“ in Kreuz­berg, von der ich auch schon gehört hat­te, und wo er mit aus­stellt, lei­der nicht mehr. Dort aber Peter Gre­go­ri­os Namens­vet­ter Peter Dobrosch­ke und andere. 

Das Gespräch mit Ingo Ger­ken: Er lässt sich Zeit bei den Ant­wor­ten, macht Pau­sen, wird dann mit der Zeit flüs­si­ger, man kann ihm beim Den­ken zuse­hen. Gut zu sehen, dass er noch nicht in Ant­wort­rou­ti­nen steckt, auch wenn er sei­ne Kon­zep­te schon lan­ge ver­folgt. Über 200 Biblios­culp­tures gibt es inzwi­schen immer­hin! Auf die­se Ideen bin ich fast nei­disch.

P.S. Als ich die­se Noti­zen wie­der­le­se, kom­men sie mir ziem­lich lang­wei­lig vor. Ging dort und dort hin, traf den und den … Da müss­te mehr Refle­xi­on hin­ein, Ver­bin­dung, Begrün­dung, war­um man das jetzt aufschreibt …

16.1., Frei­tag

Abends ins Licht­blick-Kino, Maga­zin­vor­stel­lung (eigent­lich ein Buch) zum The­ma „Post-Truth“. Bei­trä­ge stam­men von Adre­as Lang, des­sen doku­men­ta­ri­sche Foto- und Film­ar­bei­ten mir gut gefal­len. Eine Brü­cke, Sturm zieht auf, ein­fach drauf­ge­hal­ten. Dann von Andre­as Koch, der ani­mier­te Fil­me zeigt, mit Wahr­neh­mung spielt; einer däni­schen Künst­le­rin, dann, als Star­gast gewis­ser­ma­ßen, Boris Eld­agsen. Theo­re­tisch ist er ver­siert, tech­nisch bril­lant, kei­ne Fra­ge, kei­ner ver­steht die Mecha­nis­men von AI so gut, kann so mit Prompts, ver­schie­de­nen Bild­ge­ne­ra­to­ren und Daten­ban­ken umge­hen. Die Arbei­ten, die er zeigt, fin­de ich aller­dings größ­ten­teils furcht­bar. Die­ser Holo­caust-NS-Porn, von ihm auch noch als sol­cher bezeich­net. Die­ses Super-Iro­ni­sche, über allem Ste­hen­de. Ich weiß nicht. Da hilft es auch nicht viel, dass er sei­ne per­sön­li­che Ver­bin­dung zum NS-The­ma über sei­nen Vater her­stellt, der Welt­kriegs­teil­neh­mer war, und über die gefun­de­nen Pho­to­ab­zü­ge vom Dach­bo­den. Dage­gen die (bild)theoretischen Unter­schei­dun­gen zwi­schen Pho­to­gra­phie und „Prom­to­gra­phie“ – das ist schon sehr gut.

17.1., Sams­tag

Ein­la­dung von Ange­li­ka Step­ken, ihren Geburts­tag nach­zu­fei­ern, im „Schleu­sen­krug“, nähe Bahn­hof Zoo. E. hat­te sie in Flo­renz als Direk­to­rin der Vil­la Roma­na ken­nen­ge­lernt und u.a. das Pro­jekt „Unmap­ping the Renais­sance“ mit ihr gemacht; ich kam damals auch in die Vil­la Roma­na. Gebe ihr einen der Kata­lo­ge “RE:VISION” vom Kunst­ver­ein Tier­gar­ten – und sie weiß gleich Bescheid über den Vor­gang; die Gestal­tung des Ein­ban­des erin­nert sie an den Band, den sie zum Jubi­lä­um der Vil­la Roma­na gemacht hatte.

Gäs­te aus der Kunst- und Kul­tur­sze­ne Ber­lins, vie­le ehe­ma­li­ge Sti­pen­dia­ten der Vil­la Roma­na, auch Vil­la Mas­si­mo. Ler­ne ken­nen und unter­hal­te mich ganz gut mit Nina Fischer und Maro­an el Sani, Erich Göng­rich, Veit Strat­mann, Chris­toph Keller.

18.1. Sonn­tag

In der Aka­de­mie der Küns­te, letz­ter Tag der Aus­stel­lung „out of the box“, in der die Aka­de­mie ihr eige­nes Archiv in den Mit­tel­punkt stellt, mit künst­le­ri­schen Inter­ven­tio­nen, u.a. von Ingo Ger­ken, der auch selbst anwe­send ist. Die Maler­rol­le, die zu einer Lit­fass­säu­le wird, auf einem Foto von Klaus Staeck – das ist schon sehr gut. E. ver­ab­schie­det sich, fährt weiter.

Mit Ingo dann noch zu einer ande­ren Aus­stel­lung, in der Lin­den­stra­ße, den Räu­men neben der Gale­rie Nor­den­ha­ke, zum The­ma Sport, „Ris­kier alles“. Tref­fe dort Ste­fan Alber.

Wie­der zurück in die Aka­de­mie der Küns­te. Dort Knut Ebe­l­ing – der mich auf das Echo zum Denk­mal anspricht, und meint, die Arbeit wer­de ja heiß dis­ku­tiert – was aber im Prin­zip gut sei. Der Besuch im Archiv auch inso­fern inter­es­sant, als die Grün­dungs­ge­schich­te gleich mit dem Nach­lass von Hein­rich Mann beginnt; was den Ber­lin-Bezug von Hein­rich ganz klar unter­streicht und auch plau­si­bel macht, dass er beim Denk­mal in Mün­chen nicht auftaucht.

Gehe noch­mal beim Con­tai­ner in der Turm­stra­ße neben dem Kunst­ver­ein vor­bei, wo die Exem­pla­re von RE:VISION „lagern“. Zie­he 9 Exem­pla­re her­aus und ver­staue sie in Tasche und Ruck­sack – viel mehr geht nicht. Im Café Are­ma, das an der Bir­ken­stra­ße auf der Linie der U‑9 Rich­tung Oslo­er liegt, las­se ich zwei Exem­pla­re im Regal, bei ande­ren Büchern.

Anfra­ge vom ein​Buch​.haus wegen einer Teil­nah­me an der Aus­stel­lung der Libra­ry of Artis­tic Print Demand mit MUS­TER­EX­EM­PLAR. Gleich set­ze ich mich hin und bestel­le wei­te­re Exem­pla­re, die ich dann an das ein​Buch​.haus schi­cken las­se. Andre­as Bül­hoff ist ganz ange­tan von der Idee. Rich­ti­ger Print on Demand!

Jour­nal 11.1.–14.1.2026; Aus­räu­men: Stroh, Kunst­ver­ein Tiergarten

11.1., Sonn­tag

Abho­lung des Pflas­ter­steins vom Sal­va­tor­platz, den ich als Mul­ti­ple in einer Aus­stel­lung gezeigt hat­te, in der Gale­rie der Künst­ler. Gegen Mit­tag nach Frei­sing, Woh­nungs­auf­lö­sung von Wil­fried Stroh, mei­nem ehe­ma­li­gen Latein­pro­fes­sor.
Zunächst den Dom­berg hin­auf; beim Blick auf das Pflas­ter muss ich an die bemän­gel­te Pflas­te­rung am Sal­va­tor­platz den­ken, das Denk­mal lässt mich noch nicht los.
Der Dom. Die fan­tas­ti­sche Kon­struk­ti­on mit dem tie­fer­lie­gen­den Mit­tel­raum, in den man nach der Ein­gangs­hal­le hin­un­ter­steigt. Drü­ben, am ande­ren Ende, wie­der eine Trep­pe, die hin­auf in den Chor führt. Dar­un­ter wie­der eine Trep­pe, hin­un­ter in die Kryp­ta. Im Kreuz­gang. Die Käl­te kriecht von allen Sei­ten her­an. Bes­ser nicht zu lan­ge ste­hen­blei­ben. Eini­ge Frot­ta­gen, von Buch­sta­ben „A“. 

Zur Woh­nung von Stroh, wo ich vor ca. 30 Jah­ren gehol­fen habe, Rega­le auf­zu­bau­en und Bücher ein­zu­räu­men, als ich Hilfs­kraft bei ihm war. Jetzt wird aus­ge­räumt; ein Besen ist in unten in die Tür geklemmt, um Inter­es­sen­ten den Zugang zu ermög­li­chen. Es sind doch vie­le da, die Bücher durch­fors­ten, mit­neh­men, in Taschen, Kar­tons, Roll­kof­fern, Ruck­sä­cken. Inso­fern eine schö­ne Art der Anteil­nah­me und des Inter­es­ses. Eini­ge ken­ne ich auch noch, „von frü­her.“ Aber gleich­zei­tig weiß ich, dass die­se Pha­se doch schon lang vor­bei ist; ein Flash­back in ein ver­gan­ge­nes Leben.

Im ehe­ma­li­gen Wohn­zim­mer ein Berg von lee­ren Akten­ord­nern; sein Nach­lass ist an das Staats­ar­chiv gegan­gen. Ins­ge­samt etwas trau­ri­ge Ver­an­stal­tung – aber wie­der die Erkennt­nis: eine Biblio­thek hat ihren Sinn zu Leb­zei­ten des Samm­lers. Er hin­ter­lässt aber Spu­ren, die für die Nach­welt span­nend sein kön­nen: Namens­ein­trä­ge, Unter­strei­chun­gen, Zeitungsartikel …

Die Bücher sind zum Teil diessel­ben, die mein Vater auch hat(te): Viel zu Musik; Lite­ra­tur­wis­sen­schaft ist hier mit brei­ten Inter­es­sen ver­bun­den, mit Phi­lo­so­phie, Psychologie.

Neh­me eini­ges mit: Kar­tei­kar­ten mit Voka­beln, eine rororo-Mono­gra­phie zu Les­sing, Fer­di­nand de Sauss­u­res „Grund­la­gen der All­ge­mei­nen Sprach­wis­sen­schaft“, Tex­te auf Fran­zö­sisch (Flau­bert, „La Ten­ta­ti­on de saint Antoine“, Huys­mans, „La-bas“, André Gide, Les Caves du Vati­can…), Strohs Geschich­te der Rhe­to­rik. Klin­gers „Römi­sche Geis­tes­welt“. Dar­in mate­ri­ell inter­es­sant ein offen­sicht­lich als Ein­mer­ker ein­ge­leg­tes zer­knüll­tes Tem­po-Taschen­tuch. Ein Voka­bel­heft, das mich an mein Eng­lisch-Wör­ter­heft erin­nert, das ich abfo­to­gra­fiert und als Künst­ler­heft ver­öf­fent­licht hatte.

Schwer bela­den zie­hen wir von dannen.

12.1., Mon­tag

Sehe wie­der den schö­nen Druck des Fotos von Lau­ra Pilar Del­ga­do, mit den zwei Blü­ten, die zusam­men­hän­gen und sia­me­si­schen Zwil­lin­gen ähneln. Ich hat­te sie beim ein​Buch​.haus gekauft, im Rah­men der Akti­on, bei der Künst­ler Dru­cke zum Ver­kauf ein­rei­chen, um dem ein​Buch​.haus zu hel­fen, das von einem Was­ser­scha­den betrof­fen ist. Pos­te sie. 

Fahrt nach Ber­lin. Unter­wegs in Aus­ters 4321. Ent­de­cke jetzt, dass bei man­chen Kapi­teln (z.B. 4.2., 5.2.,) nur die Num­mern ste­hen, als sys­te­ma­ti­sche Kate­go­rie. Doch ist die Sei­te sonst leer: Der Prot­ago­nist ist in die­ser Vari­an­te bereits tot, in 2.2. von einem her­ab­stür­zen­den Ast erschla­gen. Freue mich über die­se (spä­te) Ent­de­ckung. Hat­te es bis­her ein­fach über­blät­tert. Ein­drück­lich auch der Paris­auf­ent­halt, mit den homo­se­xu­el­len Avan­cen. Erin­nert mich an die Fahrt nach Grie­chen­land oder bes­ser, die Rück­fahrt von Grie­chen­land, als ich tram­pend von einem Her­ren (König hieß er, glau­be ich) mit­ge­nom­men und dann ins Hotel ein­ge­la­den wurde.

Kom­me gegen Mit­ter­nacht an. Matteo noch auf, er liest Gedich­te von Kava­fis, grie­chisch-ita­lie­nisch, tes­to a fron­te. Eine Hin­ter­las­sen­schaft des Vor­mie­ters, Mar­co. Hin­ter den Leu­ten steckt doch mehr, als man ver­mu­tet. Ihre Sachen, ihre Bücher spre­chen eine eige­ne Spra­che. Neh­me die deut­sche Fas­sung von 4321 aus dem Regal und erzäh­le, dass ich das Buch gera­de lese.

13.1., Diens­tag

Wache gegen 7 Uhr auf; Undeut­li­ches Bild einer Maschi­ne vor Augen, eines Bau­teils aus Metall mit senk­rech­ten Stre­ben, wie eine Hei­zung, mit glat­ter mes­sing­ar­ti­ger Ver­klei­dung. Es steht an einer Trep­pe; hat eini­ge Kratz­spu­ren, ist schon etwas älter. Auf ein­mal sagt eine Stim­me, das sei ich — was mich erschreckt, ich wache auf. Viel­leicht von den Aus­ter-Geschich­ten beeinflusst?

Sit­ze in der Bru­no-Lösche-Biblio­thek. Abei­lung Roma­ne-Fan­ta­sy/­Co­mics. Das Mann-Denk­mal holt mich aber ein: Habe mir die Publi­ka­ti­on zu einer Aus­stel­lung in der U‑Bahn-Gale­rie Mün­chen mit­ge­nom­men, die Klaus Bäum­ler vom Bezirks­aus­schuss Mün­chen Max­vor­stadt geschickt hat. Setz­te Ant­wort an ihn auf. Die Kor­rek­tu­ren der Lek­to­rin vom Ker­ber-Ver­lag sind zurück.

14.1., Mitt­woch

Schwar­zer Tag heute.

Gleich zwei Zei­tun­gen ver­öf­fent­li­chen Arti­kel, in denen das Feh­len von Hein­rich Mann beim Denk­mal bemän­gelt wird, die Abend­zei­tung und die FAZ. Soll­te mich nicht ärgern, tut es aber doch.

Dane­ben ist das Aus­räu­men der Gale­rie Nord ziem­lich unan­ge­nehm. Wie­der so eine Haus­halts­auf­lö­sung, ein Umzug. Erin­nert mich sehr an die Situa­ti­on let­zen Sonn­tag, in Frei­sing bei Wil­fried Stroh. Sor­tie­re über­zäh­li­ge Exem­pla­re von Büchern, schaue, was noch Brauch­ba­res da ist, was ich viel­leicht selbst mit­neh­men will und kann.

Mache eine schnel­le Instal­la­ti­on mit RE:VISION, den Kata­lo­gen zum 20-jäh­ri­gen Jubi­lä­um, die sich in Schach­teln tür­men. Es han­delt sich um benut­ze Exem­pla­re, die ent­sorgt wer­den sol­len, etwa 50 Stück. Lege sie in einem Recht­eck am Boden aus. Stap­le die lee­ren Schach­teln über­ein­an­der. Ver­su­che ver­schie­de­ne Kon­stel­la­tio­nen. Gewis­se Hilf­lo­sig­keit. Es muss alles recht schnell gehen, und es ist kei­ne Ate­lier- oder Ausstellungssituation

Hel­fe dann mit, die Exem­pla­re in den Papier­con­tai­ner zu tra­gen. Spä­ter wer­de ich noch­mal vor­bei­kom­men, wie­der wel­che her­aus­fi­schen. Ich ertra­ge das ein­fach nicht.

13.–14.9.25 — Jour­nal- Open Stu­di­os — Uferhallen

Für den Neu­en Ber­li­ner Kunst­ver­ein habe ich Füh­run­gen durch die Ate­liers der Ufer­hal­len Ber­lin gemacht. Ohne selbst ein Ate­lier dort zu haben, bin ich mit meh­re­ren Künst­lern befreun­det und Mit­glied im Ufer­hal­len e.V. , dem Ver­ein, der sich als Inter­es­sen­ver­tre­tung nach dem Ver­kauf des Gelän­des grün­de­te. Die Tage der Offe­nen Ate­liers die­nen auch dazu, die Sicht­bar­keit der Ate­liers und der Men­schen, die dort arbei­ten, zu verstärken.

„13.–14.9.25 — Jour­nal- Open Stu­di­os — Ufer­hal­len“ wei­ter­le­sen

Art­mi­nis­tra­ti­on Teil 1 Abs. (4): „Kunst und Büro­kra­tie“, Büro für kura­to­ri­sche For­schung, c/o Gale­rie Nord, Kunst­ver­ein Tier­gar­ten, Berlin

23.7.–2.8.2025
BKF — Büro für kura­to­ri­sche For­schung c/o Gale­rie Nord | Kunst­ver­ein Tiergarten

„Art­mi­nis­tra­ti­on Teil 1 Abs. (4): „Kunst und Büro­kra­tie“, Büro für kura­to­ri­sche For­schung, c/o Gale­rie Nord, Kunst­ver­ein Tier­gar­ten, Ber­lin“ wei­ter­le­sen

Län­der­kenn­zei­chen / Coun­try Sym­bols, 3rd edition

Albert Coers stieß in einer Biblio­thek auf ein 1985 in Ost­ber­lin erschie­ne­nes Wör­ter­buch der Gebär­den­spra­che Gehör­lo­ser. Die Prä­senz der Dar­stel­ler und die Umset­zung von so kom­ple­xen Begrif­fen wie Natio­nen in pik­to­gramm­ar­ti­ge Zei­chen übten einen star­ken Reiz aus. Aus die­sem Buch wähl­te Albert Coers die Wör­ter für Län­der aus und füg­te sie unter Bei­be­hal­tung der alpha­be­ti­schen Rei­hen­fol­ge zu einem Künst­ler­buch zusam­men.
Beglei­tet wird es durch einen Text von Albert Coers zur Recher­che und zu den Wör­tern und deren mög­li­chen Ety­mo­lo­gien, auf Deutsch und Eng­lisch.
2024 ist die 3. Auf­la­ge erschie­nen, erwei­tert auf 52 Sei­ten, ergänzt durch die Bild­wör­ter der Kon­ti­nen­te, Afri­ka, Euro­pa, Asien.

14,8 x 10,5 cm, 52 Sei­ten, Auf­la­ge 200,
Tex­te Eng­lisch und Deutsch, Über­set­zung: Oli­ver Wal­ker; Draht­hef­tung
So​-vie​le​.de, Heft 44–3, icon Ver­lag Hubert Kret­schmer
ISBN 978–3‑928804–52‑3

basiert auf: Lehr- und Übungs­buch der Gebär­den Gehör­lo­ser, hrsg. von Gehör­lo­sen- und Schwer­hö­ri­gen-Ver­band der DDR, VEB Ver­lag Volk und Gesund­heit, Ber­lin, 1985


1. Auf­la­ge 2016, 36 Sei­ten, Auf­la­ge 500
erschie­nen anläß­lich von super urban vil­la­ge, 10 Kunst­pro­jek­te im öffent­li­chen Raum zum The­ma Flucht und Iden­ti­tät, 3.–19. Juni 2016, im Rah­men des Kunst­fes­ti­vals Orts­ter­min 2016, Kunst­ver­ein Tier­gar­ten, Ber­lin, kura­tiert von Chris­ti­an Hamm

2. Auf­la­ge 2016, 48 Sei­ten, Auf­la­ge 200,
erschie­nen anläss­lich der Aus­stel­lung The Order Of Things
Albert Coers, Mia Goy­et­te, Chris­ti­ne Lem­ke, 05.11.–17.12.2016, Gale­rie Soy Capi­tán, Berlin-Kreuzberg

Coun­try Symbols

In a public libra­ry, Albert Coers found a manu­al for tea­ching sign lan­guage, published in 1985 in East Ber­lin. He was smit­ten by the pre­sence of the per­sons that fea­tured in the pic­tures and the trans­la­ti­on of com­plex con­cepts like nati­ons in pic­to­gram-like words. From this book, he sel­ec­ted the words for coun­trys and nati­on, kee­ping the alpha­be­ti­cal order, and arran­ged them for an artist book.
The book is accom­pai­gned by a text about the rese­arch, the words and their pos­si­ble etmo­lo­gies.
In 2024, the 3rd edi­ti­on came out, enlar­ged by the image-words for con­ti­nents, Afri­ca, Euro­pe, Asia.

14.8 x 10.5 cm, 52 pages, edi­ti­on of 200, Texts in Eng­lish and Ger­man, trans­la­ti­on: Oli­ver Wal­ker; wire bin­ding
So​-vie​le​.de, issue 44–3, icon Ver­lag Hubert Kret­schmer, Munich 2024
ISBN 978–3‑928804–52‑3
based on: Text­book and exer­cise book for the sign lan­guage of the deaf, published by the Asso­cia­ti­on of the Deaf and Hard of Hea­ring of the GDR, VEB Ver­lag Volk und Gesund­heit, Ber­lin, 1985

1st edi­ti­on 2016, 36 pages, edi­ti­on of 500 published on the occa­si­on of super urban vil­la­ge, 10 art pro­jects in public spaces on the topic of flight and iden­ti­ty, 3rd — 19th. June 2016, as part of the art fes­ti­val Orts­ter­min 2016, Kunst­ver­ein Tier­gar­ten, Ber­lin, cura­ted by Chris­ti­an Hamm 

2nd edi­ti­on 2016, 48 pages, edi­ti­on of 200, published on the occa­si­on of the exhi­bi­ti­on The Order Of Things Albert Coers, Mia Goy­et­te, Chris­ti­ne Lem­ke, 05.11.–17.12.2016, Gale­rie Soy Capi­tán, Berlin-Kreuzberg

Gas­teig-Encoun­ters, 2020

Eng­lish

Mit Albert Coers: Gas­teig-Encoun­ters erscheint ein Künst­ler­heft zu JAJA NEIN­NEIN VIEL­LEICHT, 15. RischArt_Projekt, im Gas­teig Mün­chen. Coers kom­bi­niert in der Publi­ka­ti­on Fotos der post­mo­der­nen Archi­tek­tur des Kul­tur­zen­trums mit Bil­dern aus einem Wör­ter­buch der Gebär­den­spra­che, erschie­nen in Ost­ber­lin 1985, zeit­gleich zur Eröff­nung des Gasteig. 

„Gas­­teig-Encoun­­ters, 2020“ wei­ter­le­sen

Gar­ten, Bil­der, Zug

Eine Aus­stel­lung in Ber­lin leben­der Künst­ler in Zug. Wobei vie­le der„Berliner“ aus der Schweiz, aus Zug selbst stam­men. Und ande­re von woan­ders­her, z.B. wie ich aus Süd­deutsch­land. Also eine Aus­stel­lung, wo ver­schie­de­ne Iden­ti­tä­ten schon von den Teil­neh­mern mit­ge­bracht wer­den, der Orts­be­zug aber eine Rol­le spielt. In einer Stadt, die Rei­se­tä­tig­keit bereits in ihrem Namen beinhal­tet. Was läge näher, als mit dem ent­spre­chen­den Ver­kehrs­mit­tel anzu­rei­sen? Das Spiel mit Iden­ti­tä­ten und Namen gab dann auch den Aus­schlag für die Wahl des Bild­ma­te­ri­als, zusam­men mit dem Aus­stel­lungs­ti­tel „Secret Gar­den“ und dem Ort, einem Gar­ten­haus und –grund­stück, am Ran­de von Zug.

Es erschien nahe­lie­gend, mit Bil­dern aus einem 1985 eben in Ber­lin (Ost) erschie­nen Wör­ter­buch der Gebär­den­spra­che Gehör­lo­ser zu arbei­ten. Dar­stel­lung von Län­der­iden­ti­tä­ten hat­te ich 2016 in Ber­lin-Moa­bit im öffent­li­chen Raum und in der Gale­rie Soy Capi­tán gezeigt.

Secret Gar­den bot Gele­gen­heit, das Bild­ma­te­ri­al neu zu durch­fors­ten, Zusam­men­hän­ge her­zu­stel­len, die zunächst kryp­ti­schen, repro­du­zier­ten Bil­der der Gebär­den­spra­che mit der Gegen­wart des Gar­tens und der Stadt zu kon­fron­tie­ren, sie in ihrer Anord­nung nach dem ABC, die der Sys­te­ma­tik des Wör­ter­bu­ches folgt, als eine Art zei­chen­haf­te Weg­stre­cke hin zum „rea­len“ Gar­ten am Lüs­si­weg zu platzieren.

Das Bild­ma­te­ri­al schien auch geeig­net, da ein impli­zi­tes The­ma der Aus­stel­lung ja die Über­win­dung von Grenzen/Barrieren ist: Ber­lin und Zug lie­gen zwar im deut­schen Sprach­raum, aber weit ent­fernt in unter­schied­li­chen Län­dern, sind auch hin­sicht­lich Grö­ße, Geschich­te, sozia­ler und öko­no­mi­scher Struk­tur, Bevöl­ke­rung, Spra­che sehr ver­schie­den. Gene­rell wird von Kunst und Bil­dern ja ger­ne erwar­tet, dass sie Gren­zen über­win­den. Da schien es inter­es­sant, eine Bil­der­spra­che zu wäh­len, die einer­seits genau die Über­win­dung von (sprach­li­chen) Gren­zen ver­heißt und ermög­licht, ande­rer­seits aber auch Gren­zen von Kom­mu­ni­ka­ti­on auf­zeigt und damit die Erwar­tung ein Stück weit unter­läuft, durch­aus im Sinn des nicht Ein­deu­ti­gen, all­ge­mein Ver­ständ­li­chen, son­dern des Abge­grenzt-Par­ti­ku­la­ren, das ja in „Secret“ (abge­schie­den, geheim­nis­voll) steckt. Denn die Gebär­den­spra­che stellt man sich, da es sich ja um eine visu­el­le Spra­che han­delt, als genu­in inter­na­tio­nal und über­all ver­ständ­lich vor, als eine Art Espe­ran­to, so, wie man sich eben in einem frem­den Land, „mit Hän­den und Füßen“ ver­stän­digt. Aber wenn es auch eine inter­na­tio­na­le Gebär­den­spra­che gibt und Ange­hö­ri­ge ver­schie­de­ner Natio­nen sich rela­tiv schnell ver­stän­di­gen kön­nen, so ist die­ser Code doch natio­nal und regio­nal sehr aus­dif­fe­ren­ziert: Es gibt wie bei gespro­che­nen Spra­chen Dia­lek­te, so etwa eine nord- und eine süd­deut­sche Vari­an­te, und auch kom­mu­na­le Aus­prä­gun­gen. Dass ein Ber­li­ner und ein Zuger sich pro­blem­los ver­stän­di­gen könn­ten, ist also unwahr­schein­lich. Auch ver­än­dert sich die Spra­che lau­fend, je nach sozia­ler Über­ein­kunft, wie man etwa am Bei­spiel ‚Frau’ sehen kann: Da gibt es die Vari­an­te mit Andeu­tung eines Busens, die von den meis­ten Spre­chern als zu offen­sicht­lich auf kör­per­li­che Geschlechts­merk­ma­le bezo­gen nicht mehr ver­wen­det wird, dann das Grei­fen zum Ohr­läpp­chen, um Weib­lich­keit durch Tra­gen von Ohr­rin­gen aus­zu­drü­cken, wor­in sich natür­lich auch Ste­reo­ty­pe ver­ber­gen, schließ­lich eine noch neu­tra­le­re Gebär­de, ein Wischen mit dem Dau­men über die Wan­ge, die bei Spre­chern in Süd­deutsch­land die meist­ge­bräuch­li­che scheint.

Das Bild­ma­te­ri­al des über 30 Jah­re alten Lehr­buchs aus Ost­ber­lin gefiel mir gera­de wegen sei­nes Kon­tras­tes zur Bild­spra­che der Gegen­wart und sei­ner iko­ni­schen Qua­li­tä­ten: Die Dar­stel­ler schei­nen durch die Wie­der­ga­be in kör­ni­gem, oft kon­trast­rei­chen Schwarz-Weiß, nach Klei­dung und Fri­sur tat­säch­lich aus einer ganz ande­ren, weit zurück­lie­gen­den Zeit zu stam­men, ent­fal­ten aber erstaun­li­che Prä­senz in den knap­pen, häu­fig sym­me­tri­schen Bild­aus­schnit­ten, mit ihren Bli­cken und kon­zen­triert-zei­chen­haf­ten Gebär­den, nicht zuletzt durch die Ein­fü­gung von Bewe­gungs­pfei­len, die sie in die Nähe von Pik­to­gram­men und Ver­kehrs­zei­chen rücken.

Inter­es­sant ist dabei, wie Begrif­fe aus der Bota­nik visua­li­siert wer­den: Manch­mal ist es die Andeu­tung der Form und Grö­ße, häu­fig jedoch eine Hand­lung, die mit und an der Pflan­ze voll­zo­gen wird, etwa durch den Akt des Essens, die Kir­sche durch den des Ans-Ohr-Hän­gens, als Schmuck.

Die Gebär­den sind prä­gnant, doch beim Blät­tern im Buch fie­len eini­ge ähn­li­che oder gar iden­ti­sche Gebär­den auf, die jen­seits des Gar­ten­the­mas in ganz ande­re Berei­che führ­ten. Ähn­lich wie in einem Pro­jekt mit bota­ni­schen Buch­ti­teln bzw. Autor­na­men (Biblio­te­ca Bota­ni­ca, 2006, mit Namen wie Klee, Kie­fer, Green) trat dann die Suche nach sol­chen dis­pa­ra­ten, jedoch durch Ana­lo­gien ver­bun­de­nen bzw. ver­bind­ba­ren Begrif­fen in den Vordergrund.

Albert Coers: “Bee­re”, “Mal­ta”, 2017
Instal­la­ti­ons­an­sicht Secret Gar­den, Zug

‚Bee­re’ und ‚Mal­ta’ sind bei­des klei­ne Enti­tä­ten; ‚Kohl’ und ‚Welt’ run­de Kör­per, die durch eine Kreis­be­we­gung dar­ge­stellt wer­den, die Schmuck andeu­ten­de Gebär­de von ‚Kir­sche‘ hat Ver­wandt­schaft mit dem Zei­chen für ‚Frau‘; pflan­zen­haft, von Innen her­aus ent­fal­tet sich ‚Kunst‘. Vor allem wenn ein zusätz­li­cher Kanal, hier die Bewe­gung der Lip­pen, fehlt, ist der Kon­text, in dem ein Bild/Zeichen ver­wen­det wird, für sei­ne Bedeu­tung und Les­bar­keit ausschlaggebend.

Die­se Dop­pel- oder bes­ser Mehr­deu­tig­keit der Zei­chen ist dabei kein Merk­mal der Gebär­den­spra­che: Im Hebräi­schen exis­tie­ren, wenn auf Vokal­zei­chen ver­zich­tet wird, eine Fül­le glei­cher Wort­bil­der, da nur Kon­so­nan­ten geschrie­ben wer­den, im Chi­ne­si­schen erge­ben die­sel­ben Sil­ben­fol­gen, mit unter­schied­li­cher Ton­hö­he und Beto­nung gele­sen, ganz ande­re Bedeu­tun­gen. Genau­so gibt es im Deut­schen Wör­ter glei­cher Schrei­bung, aber unter­schied­li­cher Pho­ne­tik und damit Bedeu­tung (‚sie ras­ten’ – sie ras­ten’), aber auch Wör­ter, die bei glei­cher Aus­spra­che ein gan­zes Bün­del von Bedeu­tun­gen mit sich brin­gen. Ein klas­si­sches Bei­spiel ist der Name der Stadt selbst, in der das Pro­jekt statt­fin­det, Zug (der sich ja auch auf den Kan­ton bezie­hen lässt). Immer­hin 16 ver­schie­de­ne Bedeu­tun­gen zählt das Duden-Wör­ter­buch auf. Bei sol­chen Begrif­fen (erin­nert man sich an das Spiel „Tee­kes­sel“?) wie ‚Zug‘ oder „Hahn“, ist die Poly­se­mie oft auf bild­haft-meta­pho­ri­sche Sprech­wei­se zurück­zu­füh­ren: bei ‚Zug‘ ist das gemein­sa­me Moment das der Bewe­gung, des Zie­hens (auch der Fisch­zug, von dem die Stadt ihren Namen hat), und der (Wasser)hahn steht mit dem gleich­na­mi­gen Tier in form­asso­zia­ti­ver Bezie­hung und wur­de des­halb nach ihm bezeich­net. Übri­gens: Im Lehr­buch der Gebär­den­spra­che fin­det sich kein Bild­zei­chen für ‚Zug’. Wahr­schein­lich, weil das Wort so mehr­deu­tig ist.

Gar­den image, image garden

For an exhi­bi­ti­on of Ber­lin artists in Zug, it was a logi­cal step to work with images from a sign lan­guage dic­tion­a­ry published in 1985, also from (East) Ber­lin. I had shown depic­tions of count­ries’ names in public space in Moa­bit, Ber­lin and in the gal­lery Soy Capi­tán, in 2016.

Secret Gar­den offers an oppor­tu­ni­ty to reapp­rai­se the mate­ri­al and to crea­te con­nec­tions that con­front the (at times cryp­tic) repro­du­ced images of the sign lan­guage with the gar­den and the city today. Obser­ving their hair­styl­es, the style of pho­to­gra­phy and the images, the prot­ago­nists appear to come from a quite dif­fe­rent, far away, time, but they pro­du­ce a remar­kab­le pre­sence with their gazes and con­cen­tra­ted, emble­ma­tic, signing.

Bota­ni­cal con­cepts are visua­li­zed by demons­tra­ti­ons of form and size, but also of cul­tu­ral­ly deter­mi­ned actions per­for­med with and on plants, such as the act of eating (the apple), pre­pa­ra­ti­on (car­rots and salad) and of a playful use for other than that of food (cher­ries as earrings).

Alt­hough the ges­tu­res are clear, while loo­king through the book it was noti­ceable that some simi­lar or even iden­ti­cal signs would re-appear, going bey­ond the bota­ny to quite dif­fe­rent cate­go­ries. In a simi­lar way as the pro­ject Biblio­te­ca Bota­ni­ca, 2006, which fea­tured bota­ni­cal book titles and names of aut­hors such as ‘Klee,’ ‘Kie­fer’ and ‘Green’ (trans­la­tors note — the Ger­man bota­ni­cal terms match the artists’ names), here a search was made for equal­ly dis­pa­ra­te terms which for which ana­lo­gue links could be made. A ‘ber­ry’ and ‘Mal­ta’ are both small enti­ties; a ‘cab­ba­ge’ and the ‘world’ are round bodies repre­sen­ted by a cir­cu­lar move­ment, and the jewel­ry-like sign for ‘cher­ry’ rela­tes to the sign for ‘woman’; plant-like, ‘art’ unfolds from within. When an addi­tio­nal chan­nel is miss­ing, such as the move­ment of the lips here, the con­text in which an image is appli­ed is par­ti­cu­lar­ly decisi­ve for its mea­ning and legi­bi­li­ty. For exam­p­le, the sign fea­turing a rec­tang­le descri­bed with both hands can mean – among other things – ‘pic­tu­re’.

This ambi­gui­ty of the signs howe­ver is not a cha­rac­te­ristic exclu­si­ve to sign lan­guage. In Hebrew, if the­re are no vowels, the­re is a wealth pos­si­ble mea­nings for indi­vi­du­al words, sin­ce only con­so­nants are writ­ten, while in Chi­ne­se the same sequence of syll­ables, with dif­fe­rent pitch and empha­sis, can have a num­ber of com­ple­te­ly dif­fe­rent mea­nings. A clas­sic exam­p­le in Ger­man is this city its­elf, in which the pro­ject takes place, Zug. The Duden dic­tion­a­ry has 16 dif­fe­rent mea­nings (trans­la­tors note: the Duden dic­tion­a­ry is the offi­ci­al refe­rence for the Ger­man lan­guage). In words such as Zug (trans­la­tors note: both the name of the host city, and the word for train, among others) and Hahn, (trans­la­tors note: the Ger­man word for both roos­ter and tap) the poly­se­my is due to pic­to­ri­al-meta­pho­ric forms of speech. In Zug the com­mon moment is in the move­ment, in draught­ing (see also the Fisch­zug (‘fish-draught’) from which the lake­si­de town takes its name), and the (Wasser)hahn (‘tap’, or ‘water-roos­ter’), which has an asso­cia­ti­ve rela­ti­onship with the ani­mal of the same name, which is why it has been named after it. Inci­den­tal­ly, the­re is no sign for Zug in the text­book of sign lan­guage — pro­ba­b­ly becau­se the word is so ambiguous.

(published in Gar­ten­bil­der-Bil­der­gar­ten, 2017, trans­la­ti­on by Oli­ver Walker)


ani­ma­li­bri, Kunst­ver­ein Tier­gar­ten Ber­lin, 2012

Albert Coers: Biblioteca privata R.F.H., C.G.E.B., A.J.C. 2012 (links), Biblioteca vitale, 2011 (Mitte), Biblioteca pendente 2011 (rechts)
Raum 1: Biblio­te­ca pri­vata R.F.H., C.G.E.B., A.J.C. 2012 (links), Biblio­te­ca vita­le, 2011 (Mit­te), Biblio­te­ca pen­den­te 2011 (rechts)
Biblio­te­ca pri­vata R.F.H., C.G.E.B., A.J.C.
Biblio­te­ca pen­den­te, 2011/2012

Albert Coers: Biblioteca Giardino Zoologico (2012) (links), ENCYCLOPEDIALEXANDRINA
Biblio­te­ca Giar­di­no Zoo­lo­gi­co (2012) (links), ENCY­CLO­PE­DI­A­LEX­AN­DRI­NA, (2012) (rechts)
Albert Coers: I Classici dell'Arte - versione svizzera (2012), Enciclopedia critica dell'arte contemporanea (2012), Biblioteca botanica - fantasmini (2006)
Raum 3: I Clas­si­ci del­l’Ar­te — ver­sio­ne svi­z­zera (2012), Enci­clo­pe­dia cri­ti­ca del­l’ar­te con­tem­po­ra­nea (2012), Biblio­te­ca bota­ni­ca — fan­tas­mi­ni (2006)
Albert Coers: Enciclopedia critica dell'arte contemporanea (2012), I Classici dell'Arte - versione svizzera (2012), I SOLITI TITOLI (2011), Video

ani­ma­li­bri
kura­tiert von Ralf Hart­mann
Ein­zel­aus­stel­lung Solo Show
Kunst­ver­ein Tier­gar­ten — Gale­rie Nord, Ber­lin
Turm­stra­ße 75, 10551 Berlin

Eröff­nung Ope­ning: 15.3.2012
15.3. — 15.4. 2012

Beglei­tend erscheint die Publi­ka­ti­on
In this occa­si­on is published

Müde Bücher ( Salon Ver­lag Köln)

Für den Kunst­ver­ein Tier­gar­ten ent­wi­ckelt Albert Coers eine die Gale­rie umfas­sen­de Prä­sen­ta­ti­on sei­ner jüngst ent­stan­de­nen Arbei­ten zu Biblio­the­ken und Buch, ver­bun­den mit eigens für die Aus­stel­lung enwi­ckel­ten neu­en Arbei­ten, die auch die groß­flä­chi­ge Öff­nung der Gale­rie­fens­ter zum Stra­ßen­raum mit einbeziehen.

Gezeigt wer­den Arbei­ten aus den Jah­ren 2008 bis 2012, wie z. B. ENCY­CLO­PE­DI­A­LEX­AN­DRI­NA, eine groß­for­ma­ti­ge Raum­in­stal­la­ti­on und Wand­col­la­ge mit Mate­ri­al aus der Biblio­thek von Alex­an­dria, die wesent­lich erwei­tert und durch skulp­tu­ra­le Ele­men­te ergänzt wird. Die Rei­he I TITO­LI SOLI bestehend aus Frot­ta­gen von Buch­ein­bän­den, wird zu asso­zia­tiv-erzäh­le­ri­schen Tableaus grup­piert; Müde Bücher, eine Serie von ein­zel­nen Büchern aus einer pri­va­ten Biblio­thek, wird die vor­her­ge­hen­de Ver­wen­dung von Büchern in einer Instal­la­ti­on ables­bar machen.
In Zusam­men­ar­beit mit loka­len Biblio­the­ken ent­steht eine orts­spe­zi­fi­sche Buch­in­stal­la­ti­on, die mit deren Bestän­den arbei­tet und sie tem­po­rär in den Gale­rie­raum verlagert.

Ver­an­stal­tun­gen
Events during the exhibition

Mitt­woch, 28. 3., 19.30 h
Mar­kus Kra­jew­ski (Bau­haus-Uni­ver­si­tät Wei­mar):
Bücher­raum­ord­nungs­ver­fah­ren.
Vor­trag und Gespräch mit Albert Coers

Diens­tag, 3. 4., 17.30 h
Füh­rung durch die Aus­stel­lung mit Ralf F. Hart­mann, Kurator

Frei­tag, 13. 4., 18 h
Aus­stel­lungs­rund­gang exhi­bi­ti­on tour, Albert Coers im Gespräch mit in con­ver­sa­ti­on with Ralf F. Hartmann

Die Aus­stel­lung wird geför­dert von
With fri­end­ly sup­port by

Golart Stif­tung, Erwin und Gise­la von Stei­ner Stif­tung, Rischart, München.

ani­ma­li­bri

Ani­ma­li­bri: der Titel ver­schmilzt Wor­te, die häu­fig als Gegen­sät­ze gebraucht wer­den: Ani­ma, See­le, Leben, und libri, Bücher. Gleich­zei­tig steckt in ihm auch Ani­mal (Lebe­we­sen, Tier), was zum Ort, der Gale­rie im Tiergar­ten passt. Bücher sind als etwas Leben­di­ges auf­ge­fasst, sie­he die Instal­la­tio­nen, sie­he auch die Arbeit Müde Bücher. Und Bücher pas­sen zum Ort, zur Gale­rie Nord als ehe­ma­li­ge Bibliothek. 

Im ers­ten Raum im Osten sind Bücher aus Pri­vat­bi­blio­the­ken in Fens­tern instal­liert. (Biblio­te­ca pri­vata R.F.H., C.G.E.B., A.J.C., 2012). Die Bücher stam­men je Fens­ter von einem Mit­glied des Kunst­ver­eins Tier­gar­ten. Die Anord­nung ver­sucht die Inter­es­sen der Besit­zer auf­zu­grei­fen: Im ers­ten Fens­ter eine recht­wink­li­ge, archi­tek­to­ni­sche Kon­struk­ti­on (Ralf Hart­mann, Archi­tek­tur­schwer­punkt, Schin­kel etc.), dane­ben eine eher kom­pak­te, „male­ri­sche“, wo Bücher über rus­si­schen Kon­struk­ti­vis­mus und Supre­ma­tis­mus zu fin­den sind (Clau­dia Beelitz), dann eine  geschich­te­te (Bücher von Albert Coers). Den­noch ent­steht eine Gesamt­form, die sich über die Fens­ter­front erstreckt.

Ange­sichts die­ser raum­grei­fen­den Instal­la­tio­nist die Hän­gung im Raum eher spar­sa­me, steht aber in Ver­bin­dung zum The­ma der Biblio­thek. An der Stirn­sei­te zwei Bün­del Leih­schei­ne (jeweils Aus­leih- und Rück­ga­be­quit­tun­gen), aus dem Pro­jekt Biblio­te­ca vita­le (2011), für das aus der Biblio­thek der Hum­boldt-Uni­ver­si­tät Ber­lin – Grimm-Zen­trum hun­der­te Bücher zum The­ma „Leben“ aus­ge­lie­hen wur­den. Dies kor­re­spon­diert mit den grü­nen Stell­ver­tre­ter­kar­ten für aus­ge­lie­he­ne Bücher der Biblio­te­ca Bota­ni­ca, am ande­ren Ende der Gale­rie, an der Westwand.

An der Süd­wand: hän­gen 10 Stoff­ta­schen aus dem Pro­jekt Zet­tels Traum, 2011, gefüllt mit Büchern. Die Stoff­ta­schen stam­men von ver­schie­de­nen Ber­li­ner Filia­len der Hugen­du­bel-Ket­te. Dort kauf­te Coers ins­ge­samt 69 Exem­pla­re von Wah­rigs Wör­ter­buch, bis ihr Preis der­sel­be war wie von einem Exem­plar von Arnold Schmidts Zet­tels Traum, foto­gra­fier­te sie und tausch­te sie um bzw. brach­te sie zurück. Die Quit­tun­gen waren Bestand­teil der Arbeit. Am ande­ren Ende der Gale­rie sind zwei doku­men­ta­ri­sche Fotos der Arbeit zu sehen.

An der Süd- u. West­wand sind gra­fi­sche Arbei­ten zu sehen: I TITO­LI SOLI (2009–2012) („nur die Titel“, ein Spiel mit Titeln der Instal­la­ti­on I SOLI­TI TITO­LI,2009, aus der sich Müde Bücher ablei­te­te). Es sind Frot­ta­gen, Abrie­be von gepräg­ten Buch­ein­bän­den, die neu zu asso­zia­tiv-erzäh­le­ri­schen Tableaus grup­piert wur­den (zum The­ma „Ber­ge, Expe­di­tio­nen, (Lebens)gefahr“, z.T. asso­zia­tiv zum The­ma der Biblio­te­ca vita­le gegen­über, z.B. „wir wer­den leben“).Die Tech­nik des Abriebs, die u.a. in der Archäo­lo­gie ver­wen­det wird, um Inschrif­ten wie­der­zu­ge­ben, ist ein repro­du­zie­ren­des Ver­fah­ren mit eige­ner gra­phi­scher Qua­li­tät, zwi­schen Ori­gi­nal­zeich­nung und Druck­gra­phik. Die Serie kor­re­spon­dier­te mit Bild-Text-Kom­bi­na­tio­nen der Instal­la­ti­on mit Foto­ko­pien im Mittelraum.

Mit­tel­raum

In den Raum ein­ge­passt steht Scaf­fa­le (Biblio­te­ca Bota­ni­ca), eine Art begeh­ba­rer Pavil­lon aus Holz­re­ga­len, war Bestand­teil der Instal­la­ti­on Biblio­te­ca Bota­ni­ca, Kunst­mu­se­um Hei­den­heim, 2006. Dort war es Trä­ger­ele­ment für aus kom­mu­na­len Biblio­the­ken aus­ge­lie­he­ne Bücher zum The­ma „Bota­nik“. Durch die Schräg­stel­lung der Regal­bret­ter wur­den Asso­zia­tio­nen an Äste eines Bau­mes oder die Rip­pen eines Blat­tes geweckt. Im Kunst­ver­ein Tier­gar­ten wird auf des­sen eige­ne Biblio­thek zurück­ge­grif­fen: Kata­lo­ge, sonst im Raum hin­ter dem Emp­fang in einem gro­ßen Regal, wer­den „aus­ge­lie­hen“ und neu nach Grö­ße sor­tiert; und die Bret­ter ent­spre­chend in Schräg­stel­lung ange­passt. Es ent­steht eine neue Ord­nung. Das Regal hin­ter dem Emp­fang der Gale­rie Nord ist dage­gen leer.

Mit dem The­ma der Biblio­thek, mit dem der Abwe­sen­heit und Neu­krea­ti­on in Ver­bin­dung steht ENCY­CLO­PE­DI­A­LEX­AN­DRI­NA (2008–2012), eine Wand­col­la­ge mit Foto­ko­pien aus den Biblio­the­ken von Alex­an­dria – es gibt meh­re­re Städ­te die­ses Namens, nicht nur in Ägyp­ten, son­dern auch in Vir­gi­nia und in Ita­li­en. Sie bezieht sich auf die legen­dä­re Biblio­thek, die alles Wis­sen der Welt ver­sam­mel­te und deren Bestän­de auf rät­sel­haf­te Wei­se ver­schwun­den sind. „Von der Rose bleibt nur der Name übrig“ – heißt es in Umber­to Ecos Biblio­theks­ro­man „Der Name der Rose“. Von hier las­sen sich Ver­bin­dun­gen, zur Biblio­te­ca Bota­ni­ca her­stel­len, wie auch die Col­la­ge ein Spiel mit Bild- und Text­kom­bi­na­tio­nen und der Viel­deu­tig­keit von Namen ist.

Müde Bücher (2009/2012) ist eine Serie von ein­zel­nen Büchern aus der Biblio­thek eines ver­stor­be­nen Archi­tek­ten, an denen sich bei genaue­rem Hin­se­hen die vor­her­ge­hen­de Ver­wen­dung in einer Instal­la­ti­on able­sen lässt, die zu ihrer Ver­for­mung geführt hat. Sie sind cha­rak­te­ris­tisch für eine bil­dungs­bür­ger­li­che Biblio­thek der 1950er-70er Jah­re, wie sie Coers aus Erfah­rung sei­nes Eltern­hau­ses kennt. Prä­sen­tiert wer­den sie als skulp­tu­ra­le Ein­zel­ob­jek­te in einem Kar­ree von Sockeln. Die Objek­te waren Bestand­teil der Instal­la­ti­onSOLI­TI TITO­LI — LITO, 2009, im Fens­ter der Litho­gra­phie­werk­statt im Künst­ler­haus München.

Im Video­raum (im Raum, der hin­ter „Müde Bücher“ liegt) wur­de der Film I SOLI­TI TITO­LI (2009) gezeigt, der zwi­schen sach­li­cher Doku­men­ta­ti­on und eigen­stän­di­gem Blick auf eine Instal­la­ti­on steht. Zu sehen sind Bli­cke durch die gleich­na­mi­ge Instal­la­ti­on aus Büchern, die vor einem Fens­ter auf­ge­baut sind, auf Pas­san­ten und klei­ne all­täg­li­che Sze­nen, die, für sich banal, im Ver­ein mit den Buch­ti­teln neue Zusam­men­hän­ge ergeben.

Raum West

Mit dem Regal, aber auch mit den andern Leih­zet­teln kor­re­spon­diert Rappre­sen­tan­ti (Biblio­te­ca Bota­ni­ca), 2006/2012, Stell­ver­tre­ter­kar­ten aus grü­nem Kar­ton mit hand­schrift­lich ein­ge­tra­ge­nen Titeln und Biblio­theks­si­gna­tu­ren an der Quer­wand am Ende der Gale­rie. Sie mar­kier­ten in den Rega­len von kom­mu­na­len Biblio­the­ken Bücher, die asso­zia­tiv zum The­ma „Bota­nik“ aus­ge­lie­hen wur­den, ver­wie­sen auf etwas, das abwe­send, an einem ande­ren Ort war, und stell­ten dadurch eine neue Prä­senz her. Die Kar­ten sind nach dem ABC der Ver­fas­ser­na­men ange­ord­net, streng im Ras­ter. Die unter­schied­li­chen Grün­tö­ne der Kar­tei­kar­ten erge­ben aber ein unre­gel­mä­ßi­ges Muster.

Davor im Raum, zwei Boden, die mit Anklä­gen an Mini­ma­lis­mus spie­len: I Clas­si­ci del­l’Ar­te – ver­sio­ne svi­z­zera, 2012. Als mini­ma­lis­ti­sche Instal­la­ti­on am Boden: Bän­de der Rei­he I Clas­si­ci del Arte – Klas­si­ker der Kunst, eine in der Schweiz pro­du­zier­te Aus­ga­be der Bän­de über Kunst-Klas­si­ker aus Pri­vat­be­sitz (Biblio­thek von Bern­hard Coers, Vater von A.C.), ergänzt durch in Ber­li­ner Kom­mu­nal­bi­blio­the­ken ent­lie­he­ne Exem­pla­re (u.a. Biblio­thek Ste­glitz, Han­sa­bi­blio­thek, Bru­no-Lösche-Biblio­thek, Moa­bit). Die Bän­de sind mit dem Rücken nach oben gezeigt, mono­chrom, erin­nern an Stein­plat­ten. Ihre Her­kunft aus Biblio­the­ken ist aber an den Bar­codes ablesbar.

Enci­clo­pe­dia cri­ti­ca del­l’ar­te con­tem­po­ra­nea, 2012, Schu­ber von Kri­ti­sches Lexi­kons der Gegen­warts­kunst. Die lee­ren Schu­ber stam­men aus dem Bestand des Kunst­ver­eins Tier­gar­ten, der Inhalt befin­det sich auf dem Regal, als Qua­drat die lee­ren Hül­len, die farb­lich mit dem Boden kor­re­spon­die­ren. Sie erin­nern an Boden­skulp­tu­ren, etwa von Carl Andre.

Dane­ben sind wei­te­re Instal­la­tio­nen zu sehen, etwa der Kata­log der Biblio­te­ca Col­let­ti­va (2005). Hier sind in einem Kar­tei­kas­ten die Leih­schei­ne aus der ers­ten Buch­be­schaf­fung durch Aus­lei­he versammelt.

Foto­gra­fien von Instal­la­tio­nen sind eben­falls Zeug­nis­se, die über ihre doku­men­ta­ri­sche Funk­ti­on hin­aus Eigen­wert ent­wi­ckeln, so bei­spiels­wei­se in einer Serie von Pola­roids, bei denen beim Ent­wick­lungs­pro­zess Fehl­stel­len auf­tra­ten, die das Bild­mo­tiv teils unkennt­lich machen, dabei aber etwas Neu­es ent­ste­hen las­sen. Die Pola­roids sind mit Groß­bild­ka­me­ra auf­ge­nom­me­nen Pro­be­ab­zü­ge für end­gül­ti­ge Fotos, ent­stan­den 2008 bei der Aus­stel­lung Debut­an­ten. Sie zei­gen eine Buch­in­stal­la­ti­on, Bögen und Fenster.

Beglei­tet ist die Aus­stel­lung nicht durch einen „nor­ma­len“ Aus­stel­lung­ka­ta­log, son­dern durch eine als Künst­ler­buch gestal­te­te Publi­ka­ti­on, Coers’ ers­tes Foto­buch: Müde Bücher, erschie­nen im Salon Ver­lag, Köln, mit dem Text  „Ermü­det“ des Kunst­wis­sen­schaft­lers Wolf­gang Ullrich.

Das Buch wird in zwei Ein­band­va­ri­an­ten gedruckt, eine davon mit neu­tral-mono­chro­men Cover, das bei spä­te­ren Instal­la­tio­nen und Buch­skulp­tu­ren Ver­wen­dung fin­det (Biblio­te­ca con­ti­nua­ta, 2012, Sca­let­ta, Aus­stel­lung AVAN­ZI, Arto­thek Mün­chen, 2013.