Art­mi­nis­tra­ti­on Teil 1 Abs. (4): „Kunst und Büro­kra­tie“, Büro für kura­to­ri­sche For­schung, c/o Gale­rie Nord, Kunst­ver­ein Tier­gar­ten, Berlin

23.7.–2.8.2025
BKF — Büro für kura­to­ri­sche For­schung c/o Gale­rie Nord | Kunst­ver­ein Tiergarten

„Art­mi­nis­tra­ti­on Teil 1 Abs. (4): „Kunst und Büro­kra­tie“, Büro für kura­to­ri­sche For­schung, c/o Gale­rie Nord, Kunst­ver­ein Tier­gar­ten, Ber­lin“ wei­ter­le­sen

Gas­teig-Encoun­ters, 2020

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Mit Albert Coers: Gas­teig-Encoun­ters erscheint ein Künst­ler­heft zu JAJA NEIN­NEIN VIEL­LEICHT, 15. RischArt_Projekt, im Gas­teig Mün­chen. Coers kom­bi­niert in der Publi­ka­ti­on Fotos der post­mo­der­nen Archi­tek­tur des Kul­tur­zen­trums mit Bil­dern aus einem Wör­ter­buch der Gebär­den­spra­che, erschie­nen in Ost­ber­lin 1985, zeit­gleich zur Eröff­nung des Gasteig. 

„Gas­­teig-Encoun­­ters, 2020“ wei­ter­le­sen

SIMS, 2015

SIMS, 2015

Instal­la­ti­on mit Büchern aus der Samm­lung des Kunst­ver­eins Bam­berg
Aus­stel­lung Sagen und Zei­gen — Schrift in der Kunst, Vil­la Des­sau­er, Bam­berg, 2015

SIMS [ledge]

Instal­la­ti­on with books from the coll­ec­tion of Kunst­ver­ein Bam­berg
Exhi­bi­ti­on Sagen und Zei­gen — Schrift in der Kunst [Tel­ling and Show­ing — Wri­ting, Type, Cha­rac­ters in Art}, Vil­la Des­sau­er, Bam­berg, 2015

ani­ma­li­bri, Kunst­ver­ein Tier­gar­ten Ber­lin, 2012

Albert Coers: Biblioteca privata R.F.H., C.G.E.B., A.J.C. 2012 (links), Biblioteca vitale, 2011 (Mitte), Biblioteca pendente 2011 (rechts)
Raum 1: Biblio­te­ca pri­vata R.F.H., C.G.E.B., A.J.C. 2012 (links), Biblio­te­ca vita­le, 2011 (Mit­te), Biblio­te­ca pen­den­te 2011 (rechts)
Biblio­te­ca pri­vata R.F.H., C.G.E.B., A.J.C.
Biblio­te­ca pen­den­te, 2011/2012

Albert Coers: Biblioteca Giardino Zoologico (2012) (links), ENCYCLOPEDIALEXANDRINA
Biblio­te­ca Giar­di­no Zoo­lo­gi­co (2012) (links), ENCY­CLO­PE­DI­A­LEX­AN­DRI­NA, (2012) (rechts)
Albert Coers: I Classici dell'Arte - versione svizzera (2012), Enciclopedia critica dell'arte contemporanea (2012), Biblioteca botanica - fantasmini (2006)
Raum 3: I Clas­si­ci del­l’Ar­te — ver­sio­ne svi­z­zera (2012), Enci­clo­pe­dia cri­ti­ca del­l’ar­te con­tem­po­ra­nea (2012), Biblio­te­ca bota­ni­ca — fan­tas­mi­ni (2006)
Albert Coers: Enciclopedia critica dell'arte contemporanea (2012), I Classici dell'Arte - versione svizzera (2012), I SOLITI TITOLI (2011), Video

ani­ma­li­bri
kura­tiert von Ralf Hart­mann
Ein­zel­aus­stel­lung Solo Show
Kunst­ver­ein Tier­gar­ten — Gale­rie Nord, Ber­lin
Turm­stra­ße 75, 10551 Berlin

Eröff­nung Ope­ning: 15.3.2012
15.3. — 15.4. 2012

Beglei­tend erscheint die Publi­ka­ti­on
In this occa­si­on is published

Müde Bücher ( Salon Ver­lag Köln)

Für den Kunst­ver­ein Tier­gar­ten ent­wi­ckelt Albert Coers eine die Gale­rie umfas­sen­de Prä­sen­ta­ti­on sei­ner jüngst ent­stan­de­nen Arbei­ten zu Biblio­the­ken und Buch, ver­bun­den mit eigens für die Aus­stel­lung enwi­ckel­ten neu­en Arbei­ten, die auch die groß­flä­chi­ge Öff­nung der Gale­rie­fens­ter zum Stra­ßen­raum mit einbeziehen.

Gezeigt wer­den Arbei­ten aus den Jah­ren 2008 bis 2012, wie z. B. ENCY­CLO­PE­DI­A­LEX­AN­DRI­NA, eine groß­for­ma­ti­ge Raum­in­stal­la­ti­on und Wand­col­la­ge mit Mate­ri­al aus der Biblio­thek von Alex­an­dria, die wesent­lich erwei­tert und durch skulp­tu­ra­le Ele­men­te ergänzt wird. Die Rei­he I TITO­LI SOLI bestehend aus Frot­ta­gen von Buch­ein­bän­den, wird zu asso­zia­tiv-erzäh­le­ri­schen Tableaus grup­piert; Müde Bücher, eine Serie von ein­zel­nen Büchern aus einer pri­va­ten Biblio­thek, wird die vor­her­ge­hen­de Ver­wen­dung von Büchern in einer Instal­la­ti­on ables­bar machen.
In Zusam­men­ar­beit mit loka­len Biblio­the­ken ent­steht eine orts­spe­zi­fi­sche Buch­in­stal­la­ti­on, die mit deren Bestän­den arbei­tet und sie tem­po­rär in den Gale­rie­raum verlagert.

Ver­an­stal­tun­gen
Events during the exhibition

Mitt­woch, 28. 3., 19.30 h
Mar­kus Kra­jew­ski (Bau­haus-Uni­ver­si­tät Wei­mar):
Bücher­raum­ord­nungs­ver­fah­ren.
Vor­trag und Gespräch mit Albert Coers

Diens­tag, 3. 4., 17.30 h
Füh­rung durch die Aus­stel­lung mit Ralf F. Hart­mann, Kurator

Frei­tag, 13. 4., 18 h
Aus­stel­lungs­rund­gang exhi­bi­ti­on tour, Albert Coers im Gespräch mit in con­ver­sa­ti­on with Ralf F. Hartmann

Die Aus­stel­lung wird geför­dert von
With fri­end­ly sup­port by

Golart Stif­tung, Erwin und Gise­la von Stei­ner Stif­tung, Rischart, München.

ani­ma­li­bri

Ani­ma­li­bri: der Titel ver­schmilzt Wor­te, die häu­fig als Gegen­sät­ze gebraucht wer­den: Ani­ma, See­le, Leben, und libri, Bücher. Gleich­zei­tig steckt in ihm auch Ani­mal (Lebe­we­sen, Tier), was zum Ort, der Gale­rie im Tiergar­ten passt. Bücher sind als etwas Leben­di­ges auf­ge­fasst, sie­he die Instal­la­tio­nen, sie­he auch die Arbeit Müde Bücher. Und Bücher pas­sen zum Ort, zur Gale­rie Nord als ehe­ma­li­ge Bibliothek. 

Im ers­ten Raum im Osten sind Bücher aus Pri­vat­bi­blio­the­ken in Fens­tern instal­liert. (Biblio­te­ca pri­vata R.F.H., C.G.E.B., A.J.C., 2012). Die Bücher stam­men je Fens­ter von einem Mit­glied des Kunst­ver­eins Tier­gar­ten. Die Anord­nung ver­sucht die Inter­es­sen der Besit­zer auf­zu­grei­fen: Im ers­ten Fens­ter eine recht­wink­li­ge, archi­tek­to­ni­sche Kon­struk­ti­on (Ralf Hart­mann, Archi­tek­tur­schwer­punkt, Schin­kel etc.), dane­ben eine eher kom­pak­te, „male­ri­sche“, wo Bücher über rus­si­schen Kon­struk­ti­vis­mus und Supre­ma­tis­mus zu fin­den sind (Clau­dia Beelitz), dann eine  geschich­te­te (Bücher von Albert Coers). Den­noch ent­steht eine Gesamt­form, die sich über die Fens­ter­front erstreckt.

Ange­sichts die­ser raum­grei­fen­den Instal­la­tio­nist die Hän­gung im Raum eher spar­sa­me, steht aber in Ver­bin­dung zum The­ma der Biblio­thek. An der Stirn­sei­te zwei Bün­del Leih­schei­ne (jeweils Aus­leih- und Rück­ga­be­quit­tun­gen), aus dem Pro­jekt Biblio­te­ca vita­le (2011), für das aus der Biblio­thek der Hum­boldt-Uni­ver­si­tät Ber­lin – Grimm-Zen­trum hun­der­te Bücher zum The­ma „Leben“ aus­ge­lie­hen wur­den. Dies kor­re­spon­diert mit den grü­nen Stell­ver­tre­ter­kar­ten für aus­ge­lie­he­ne Bücher der Biblio­te­ca Bota­ni­ca, am ande­ren Ende der Gale­rie, an der Westwand.

An der Süd­wand: hän­gen 10 Stoff­ta­schen aus dem Pro­jekt Zet­tels Traum, 2011, gefüllt mit Büchern. Die Stoff­ta­schen stam­men von ver­schie­de­nen Ber­li­ner Filia­len der Hugen­du­bel-Ket­te. Dort kauf­te Coers ins­ge­samt 69 Exem­pla­re von Wah­rigs Wör­ter­buch, bis ihr Preis der­sel­be war wie von einem Exem­plar von Arnold Schmidts Zet­tels Traum, foto­gra­fier­te sie und tausch­te sie um bzw. brach­te sie zurück. Die Quit­tun­gen waren Bestand­teil der Arbeit. Am ande­ren Ende der Gale­rie sind zwei doku­men­ta­ri­sche Fotos der Arbeit zu sehen.

An der Süd- u. West­wand sind gra­fi­sche Arbei­ten zu sehen: I TITO­LI SOLI (2009–2012) („nur die Titel“, ein Spiel mit Titeln der Instal­la­ti­on I SOLI­TI TITO­LI,2009, aus der sich Müde Bücher ablei­te­te). Es sind Frot­ta­gen, Abrie­be von gepräg­ten Buch­ein­bän­den, die neu zu asso­zia­tiv-erzäh­le­ri­schen Tableaus grup­piert wur­den (zum The­ma „Ber­ge, Expe­di­tio­nen, (Lebens)gefahr“, z.T. asso­zia­tiv zum The­ma der Biblio­te­ca vita­le gegen­über, z.B. „wir wer­den leben“).Die Tech­nik des Abriebs, die u.a. in der Archäo­lo­gie ver­wen­det wird, um Inschrif­ten wie­der­zu­ge­ben, ist ein repro­du­zie­ren­des Ver­fah­ren mit eige­ner gra­phi­scher Qua­li­tät, zwi­schen Ori­gi­nal­zeich­nung und Druck­gra­phik. Die Serie kor­re­spon­dier­te mit Bild-Text-Kom­bi­na­tio­nen der Instal­la­ti­on mit Foto­ko­pien im Mittelraum.

Mit­tel­raum

In den Raum ein­ge­passt steht Scaf­fa­le (Biblio­te­ca Bota­ni­ca), eine Art begeh­ba­rer Pavil­lon aus Holz­re­ga­len, war Bestand­teil der Instal­la­ti­on Biblio­te­ca Bota­ni­ca, Kunst­mu­se­um Hei­den­heim, 2006. Dort war es Trä­ger­ele­ment für aus kom­mu­na­len Biblio­the­ken aus­ge­lie­he­ne Bücher zum The­ma „Bota­nik“. Durch die Schräg­stel­lung der Regal­bret­ter wur­den Asso­zia­tio­nen an Äste eines Bau­mes oder die Rip­pen eines Blat­tes geweckt. Im Kunst­ver­ein Tier­gar­ten wird auf des­sen eige­ne Biblio­thek zurück­ge­grif­fen: Kata­lo­ge, sonst im Raum hin­ter dem Emp­fang in einem gro­ßen Regal, wer­den „aus­ge­lie­hen“ und neu nach Grö­ße sor­tiert; und die Bret­ter ent­spre­chend in Schräg­stel­lung ange­passt. Es ent­steht eine neue Ord­nung. Das Regal hin­ter dem Emp­fang der Gale­rie Nord ist dage­gen leer.

Mit dem The­ma der Biblio­thek, mit dem der Abwe­sen­heit und Neu­krea­ti­on in Ver­bin­dung steht ENCY­CLO­PE­DI­A­LEX­AN­DRI­NA (2008–2012), eine Wand­col­la­ge mit Foto­ko­pien aus den Biblio­the­ken von Alex­an­dria – es gibt meh­re­re Städ­te die­ses Namens, nicht nur in Ägyp­ten, son­dern auch in Vir­gi­nia und in Ita­li­en. Sie bezieht sich auf die legen­dä­re Biblio­thek, die alles Wis­sen der Welt ver­sam­mel­te und deren Bestän­de auf rät­sel­haf­te Wei­se ver­schwun­den sind. „Von der Rose bleibt nur der Name übrig“ – heißt es in Umber­to Ecos Biblio­theks­ro­man „Der Name der Rose“. Von hier las­sen sich Ver­bin­dun­gen, zur Biblio­te­ca Bota­ni­ca her­stel­len, wie auch die Col­la­ge ein Spiel mit Bild- und Text­kom­bi­na­tio­nen und der Viel­deu­tig­keit von Namen ist.

Müde Bücher (2009/2012) ist eine Serie von ein­zel­nen Büchern aus der Biblio­thek eines ver­stor­be­nen Archi­tek­ten, an denen sich bei genaue­rem Hin­se­hen die vor­her­ge­hen­de Ver­wen­dung in einer Instal­la­ti­on able­sen lässt, die zu ihrer Ver­for­mung geführt hat. Sie sind cha­rak­te­ris­tisch für eine bil­dungs­bür­ger­li­che Biblio­thek der 1950er-70er Jah­re, wie sie Coers aus Erfah­rung sei­nes Eltern­hau­ses kennt. Prä­sen­tiert wer­den sie als skulp­tu­ra­le Ein­zel­ob­jek­te in einem Kar­ree von Sockeln. Die Objek­te waren Bestand­teil der Instal­la­ti­onSOLI­TI TITO­LI — LITO, 2009, im Fens­ter der Litho­gra­phie­werk­statt im Künst­ler­haus München.

Im Video­raum (im Raum, der hin­ter „Müde Bücher“ liegt) wur­de der Film I SOLI­TI TITO­LI (2009) gezeigt, der zwi­schen sach­li­cher Doku­men­ta­ti­on und eigen­stän­di­gem Blick auf eine Instal­la­ti­on steht. Zu sehen sind Bli­cke durch die gleich­na­mi­ge Instal­la­ti­on aus Büchern, die vor einem Fens­ter auf­ge­baut sind, auf Pas­san­ten und klei­ne all­täg­li­che Sze­nen, die, für sich banal, im Ver­ein mit den Buch­ti­teln neue Zusam­men­hän­ge ergeben.

Raum West

Mit dem Regal, aber auch mit den andern Leih­zet­teln kor­re­spon­diert Rappre­sen­tan­ti (Biblio­te­ca Bota­ni­ca), 2006/2012, Stell­ver­tre­ter­kar­ten aus grü­nem Kar­ton mit hand­schrift­lich ein­ge­tra­ge­nen Titeln und Biblio­theks­si­gna­tu­ren an der Quer­wand am Ende der Gale­rie. Sie mar­kier­ten in den Rega­len von kom­mu­na­len Biblio­the­ken Bücher, die asso­zia­tiv zum The­ma „Bota­nik“ aus­ge­lie­hen wur­den, ver­wie­sen auf etwas, das abwe­send, an einem ande­ren Ort war, und stell­ten dadurch eine neue Prä­senz her. Die Kar­ten sind nach dem ABC der Ver­fas­ser­na­men ange­ord­net, streng im Ras­ter. Die unter­schied­li­chen Grün­tö­ne der Kar­tei­kar­ten erge­ben aber ein unre­gel­mä­ßi­ges Muster.

Davor im Raum, zwei Boden, die mit Anklä­gen an Mini­ma­lis­mus spie­len: I Clas­si­ci del­l’Ar­te – ver­sio­ne svi­z­zera, 2012. Als mini­ma­lis­ti­sche Instal­la­ti­on am Boden: Bän­de der Rei­he I Clas­si­ci del Arte – Klas­si­ker der Kunst, eine in der Schweiz pro­du­zier­te Aus­ga­be der Bän­de über Kunst-Klas­si­ker aus Pri­vat­be­sitz (Biblio­thek von Bern­hard Coers, Vater von A.C.), ergänzt durch in Ber­li­ner Kom­mu­nal­bi­blio­the­ken ent­lie­he­ne Exem­pla­re (u.a. Biblio­thek Ste­glitz, Han­sa­bi­blio­thek, Bru­no-Lösche-Biblio­thek, Moa­bit). Die Bän­de sind mit dem Rücken nach oben gezeigt, mono­chrom, erin­nern an Stein­plat­ten. Ihre Her­kunft aus Biblio­the­ken ist aber an den Bar­codes ablesbar.

Enci­clo­pe­dia cri­ti­ca del­l’ar­te con­tem­po­ra­nea, 2012, Schu­ber von Kri­ti­sches Lexi­kons der Gegen­warts­kunst. Die lee­ren Schu­ber stam­men aus dem Bestand des Kunst­ver­eins Tier­gar­ten, der Inhalt befin­det sich auf dem Regal, als Qua­drat die lee­ren Hül­len, die farb­lich mit dem Boden kor­re­spon­die­ren. Sie erin­nern an Boden­skulp­tu­ren, etwa von Carl Andre.

Dane­ben sind wei­te­re Instal­la­tio­nen zu sehen, etwa der Kata­log der Biblio­te­ca Col­let­ti­va (2005). Hier sind in einem Kar­tei­kas­ten die Leih­schei­ne aus der ers­ten Buch­be­schaf­fung durch Aus­lei­he versammelt.

Foto­gra­fien von Instal­la­tio­nen sind eben­falls Zeug­nis­se, die über ihre doku­men­ta­ri­sche Funk­ti­on hin­aus Eigen­wert ent­wi­ckeln, so bei­spiels­wei­se in einer Serie von Pola­roids, bei denen beim Ent­wick­lungs­pro­zess Fehl­stel­len auf­tra­ten, die das Bild­mo­tiv teils unkennt­lich machen, dabei aber etwas Neu­es ent­ste­hen las­sen. Die Pola­roids sind mit Groß­bild­ka­me­ra auf­ge­nom­me­nen Pro­be­ab­zü­ge für end­gül­ti­ge Fotos, ent­stan­den 2008 bei der Aus­stel­lung Debut­an­ten. Sie zei­gen eine Buch­in­stal­la­ti­on, Bögen und Fenster.

Beglei­tet ist die Aus­stel­lung nicht durch einen „nor­ma­len“ Aus­stel­lung­ka­ta­log, son­dern durch eine als Künst­ler­buch gestal­te­te Publi­ka­ti­on, Coers’ ers­tes Foto­buch: Müde Bücher, erschie­nen im Salon Ver­lag, Köln, mit dem Text  „Ermü­det“ des Kunst­wis­sen­schaft­lers Wolf­gang Ullrich.

Das Buch wird in zwei Ein­band­va­ri­an­ten gedruckt, eine davon mit neu­tral-mono­chro­men Cover, das bei spä­te­ren Instal­la­tio­nen und Buch­skulp­tu­ren Ver­wen­dung fin­det (Biblio­te­ca con­ti­nua­ta, 2012, Sca­let­ta, Aus­stel­lung AVAN­ZI, Arto­thek Mün­chen, 2013.

ENCY­CLO­PE­DI­A­LEX­AN­DRI­NA, Goe­the-Insti­tut Alexandria

Instal­la­ti­on mit  Pho­to­ko­pien aus Biblio­theks­bü­chern, Haft­no­ti­zen, Metall­re­ga­le, Bän­den der Brockhaus-Enzyklopädie. 

ENCY­CLO­PE­DI­A­LEX­AN­DRI­NA ist ein Pro­jekt, für das Coers in Alex­an­dria, Ägyp­ten, in der dor­ti­gen Biblio­thek recher­chiert hat. Das gefun­de­ne Mate­ri­al, das vom Mythos der Stadt, der Biblio­thek und dem Namen han­delt, wur­de in Form von Kopien aus den Büchern der Biblio­thek in einem groß­for­ma­ti­gen, asso­zia­ti­ven Bild-Text-Geflecht zu einer Instal­la­ti­on umge­setzt. Ver­knüpft wer­den in die­ser künst­le­ri­schen Arbeit wei­te­re Städ­te, denen nichts außer der Name gemein ist: Alessandria/Piemont und Alexandria/Virginia. Sie wer­den unter­sucht und in ein gegen­sei­ti­ges Bezie­hungs­ge­flecht gesetzt, so dass ein neu­es Sys­tem an Ver­bin­dun­gen entsteht.

Gale­rie Fik­run wa Fann, Goe­the-Insti­tut Alexandria/EGY, 14.12.–31.12.2008
in Zusam­men­ar­beit mit der Biblio­the­ca Alex­an­dri­na.

I SOLI­TI TITO­LI — LITO, 2009

Bücher, 380 x 200 x 60 cm, Künst­ler­haus Mün­chen, Lithografiewerkstatt

Instal­la­ti­on mit Büchern aus dem Nach­lass des Archi­tek­ten, der am Wie­der­auf­bau des Gebäu­des betei­ligt war, in dem die Aus­stel­lung statt­fand. Die Bücher sind als archi­tek­to­ni­sches Mate­ri­al zweck­ent­frem­det, set­zen for­mal die vor­han­de­ne Samm­lung von Litho­gra­fie­stei­nen fort, üben phy­sisch Druck auf­ein­an­der aus.

Es ensteht eine Serie von Instal­la­tio­nen, Aus­gangs­punkt auch für die Foto­se­rie Müde Bücher.

Books from the inhe­ri­tance of an archi­tect. Litho­gra­phic print office, Künst­ler­haus Munich 2009.

Biblio­te­ca Gal­le­ria, Gal­le­ria 44, 2005

Raum­in­stal­la­ti­on, zwei­tei­lig, je 180 x 230 x 30 cm
14.04.–01.05.2005, Gal­le­ria Stu­dio 44, Vico Colal­an­za 12r, 16123 Genua
Kura­tiert von Micha­el Blu­me / Miche­le Fiore

Bücher aus aus­sor­tie­ren oder ein­ge­la­ger­ten Bestän­den Genue­ser Biblio­the­ken (Goe­the-Insi­tut, Deut­sche Schu­le, Biblio­te­ca Berio, Uni­ver­si­täts­bi­blio­thek) wer­den wie­der zum Leben erweckt. In einer tun­nel­ar­ti­gen Gale­rie sind zwei Wän­de ein­ge­zo­gen, der Durch­gang erschwert bzw unmög­lich gemacht. In die ers­te Wand ist ein Bogen (Höhe ca. 150 cm) ein­ge­fügt, der die Form des Gewöl­bes wie­der auf­nimmt und archi­tek­to­ni­sches Zitat ist. Die zwei­te Wand schließt den Gang, so daß sei­ne wah­re Län­ge unbe­stimmt bleibt und ein kapel­len­ar­ti­ger Zwi­schen­raum entsteht.

Mit Unter­stüt­zung des Goe­the-Insti­tuts Genua.

Tras­lo­co, 2004

Albert Coers: Tras­lo­co, 2004, Instal­la­ti­on, Umzugs­kar­tons, ca. 165 x 800 x 300 cm, Aka­de­mie der Bil­den­den Küns­te München

Instal­la­ti­on in Raum 111, kurz vor dem Umzug der Klas­se wegen Reno­vie­rung: Mit von der Haus­ver­wal­tung zu Ver­fü­gung gestell­ten Umzugs­kar­tons wird das Aka­de­mie­ge­bäu­de im Maß­stab 1:22 nachgebaut.

Col­le­zio­ne pri­vata, 2002

Col­le­zio­ne pri­vata. Samm­lung, Sich­tung, Schich­tung
09.10. – 22.10. 2002, Aka­de­mie­Ga­le­rie München

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In einem klei­nen Kel­ler­raum ist über Jahr­zehn­te eine Samm­lung ent­stan­den: Bern­hard C., Kunst­er­zie­her, hat ein umfas­sen­des Bild­ar­chiv ange­legt, über­wu­chert und ver­mischt mit bio­gra­phisch-all­täg­li­chen Objek­ten. Albert Coers, mit die­ser Samm­lung auf­ge­wach­sen,  ver­frach­tet den gesam­te Inhalt des Rau­mes in die Aka­de­mie­Ga­le­rie und schich­tet ihn dort auf. Fas­zi­nie­ren­des, mit Bedeu­tung auf­ge­la­de­nes Bau­ma­te­ri­al für eine Skulp­tur, di e den fra­gi­len Zustand zwi­schen Ord­nung und Cha­os aus­ba­lan­ciert. Rega­le und Schrän­ke sind her­aus­ge­löst und für eine kon­tras­tiv gestal­te­te Archiv­si­tua­ti­on ver­wen­det, wo der Besu­cher Ein­sicht in aus­ge­wähl­tes Mate­ri­al neh­men kann. Pla­ka­te und Dru­cke an der Glas­front – als ein pro­gram­ma­ti­sches Destil­lat der Samm­lung – ver­de­cken den Blick des Betrach­ters von außen und geben ihn nur lang­sam frei. Beim Abbau wird das Mate­ri­al neu nach Kri­te­ri­en wie Form, Far­be, Stoff sor­tiert und in einem Ras­ter­feld angeordnet.

Col­le­zio­ne pri­vata. Coll­ec­tion, Sif­ting, Laye­ring
09.10. — 22.10. 2002, Aka­de­mie­Ga­le­rie Munich

In a small base­ment room a coll­ec­tion has deve­lo­ped over deca­des: Bern­hard C., art edu­ca­tor, has crea­ted an exten­si­ve pic­tu­re archi­ve, over­grown and mixed with bio­gra­phi­cal ever­y­day objects. Albert Coers, who grew up with this coll­ec­tion, ships the enti­re con­tents of the room to the Aka­de­mie­Ga­le­rie and piles them up the­re. Fasci­na­ting buil­ding mate­ri­al char­ged with mea­ning for a sculp­tu­re that balan­ces the fra­gi­le sta­te bet­ween order and cha­os. Shel­ves and cabi­nets are detached and used for a con­tras­ting archi­ve situa­ti­on whe­re the visi­tor can view sel­ec­ted mate­ri­al. Pos­ters and prints on the glass front — as a pro­gram­ma­tic distil­la­ti­on of the coll­ec­tion — obscu­re the viewer’s gaze from the out­side and only slow­ly reve­al it. As they are dis­mant­led, the mate­ri­al is sor­ted anew accor­ding to cri­te­ria such as shape, color, fabric, and arran­ged in a grid field.